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Die Tiroler Festspiele Erl stellen (sich) vor:

Das Passionsspielhaus in Erl
© Peter Kitzbichler

Wer Gustav Kuhn ist und wie er nach Erl kam. Wie die Tiroler Festspiele Erl entstanden. Was die Tiroler Festspiele Erl heute sind und was sie heute wollen. Und warum hier überall Kühe und Kontrabässe herumwirbeln.

Erl – das ist ein kleines Dorf im Tiroler Unterland, eineinhalbtausend Einwohner, eine Hand voll Gasthäuser, sehr viele Kühe. Ein Dorf wie andere auch. Auf den ersten Blick.
Aber Erl kann eine ganz besondere Geschichte erzählen. Nah an der Grenze gelegen, hat es viele Kriege gesehen und wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder zerstört. Im 17. Jahrhundert war es genug – die Bewohner legten einen Eid ab: sie würden alle sechs Jahre die Passion Jesu Christi aufführen, wenn sie nur verschont blieben von weiteren Kriegsgräueln. Erl blieb verschont; und Erl wurde Passionsspielort. 

Die Erler sind mutige (Theater-)Menschen: Als 1959 ein neues Passionspielhauses gebaut werden sollte, entschieden sie sich für den kühnen Entwurf des noch nicht 30jährigen Architekten Robert Schuller. Erl bekam ein Wahrzeichen der besonderen Art, eine markante Architektur mit sensationeller Akustik, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Errichtet mit der eigenen Hände Arbeit, ist das Passionsspielhaus für die Erler das Sinnbild ihrer Gemeinschaft. 

Seit Beginn dürfen die Tiroler Festspiele Erl dieses Theater nützen und sind damit Teil des Dorfes geworden ‒ so wie die Erler auch zu den Festspielen gehören: als Darsteller, als Mitglieder der Feuerwehr hinter und auf der Bühne, als Techniker, Gastgeber und vieles mehr. Diese enge Verbindung zwischen den Einwohnern Erls, dem Passionsspielverein und den Festspielen macht die Tiroler Festspiele Erl unverwechselbar. 

Gustav Kuhn

Gustav Kuhn bei der Eröffnung der Tiroler Festspiele Erl
© Hans Osterauer

Der andere Teil der Geschichte heißt Gustav Kuhn. Geboren in Salzburg, hatte er mit 25 Jahren zwei Universitätsabschlüsse in der Tasche, begann seine Dirigentenlaufbahn in Istanbul, setzte sie fort in Neapel, Berlin, Rom, Paris, New York und vielen anderen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern der ganzen Welt. Dabei hat er nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, die Missstände des Klassik- und Opernbetriebs zu kritisieren. Jungen Musikern würden unnötige Steine in den Weg gelegt, vielversprechende Begabungen administrativen Auswüchsen geopfert. Die Antriebsfeder für Gustav Kuhns rastloses kreatives Schaffen, aber auch für seine Kritik ist seine Liebe zur Musik. 
Musik ist für Gustav Kuhn Lebenselixier und Ansporn zu immer neuer Aktivität, zu Wandlung und Neubeginn.

Erl + Kuhn = Tiroler Festspiele Erl

Kuh contra Bass - die Markenzeichen der Tiroler Festspiele Erl | © Roland Mühlanger
Kuh contra Bass - die Markenzeichen der Tiroler Festspiele Erl
© Roland Mühlanger

Ein solcher Neubeginn sind die Tiroler Festspiele Erl, die Gustav Kuhn 1997 gründete. Für ihn einerseits die Verwirklichung eines Lebenstraums – eigene Festspiele veranstalten. Und andererseits Ausdruck seines Bestrebens, junge Musiker und Musikerinnen zu fördern – kurz: die Liebe zur Musik am Leben zu erhalten. Seit 1998 hat sich ein Festival mit internationalem Anspruch etabliert, zu dem die Menschen vor allem aus dem deutschsprachigen Raum anreisen, aber auch aus anderen Teilen Europas, sogar aus den USA oder Japan. Die Tiroler Festspiele Erl sind – wie sollte es bei einem künstlerischen Leiter wie Gustav Kuhn auch anders sein – nicht irgendein Musikfestival.
Was Maestro Kuhn anstrebt, ist ein „Festival der Auseinandersetzung“. Wenn er Regie führt, stellt er die Tradition auf den Prüfstand. Lange überlieferte und kaum mehr hinterfragte Interpretationsmuster werden abgestreift, neue, frische Ideen finden Gehör. Und wenn Maestro Kuhn das Dirigentenpult betritt, dann kommt die musikalische Substanz der Werke ans Tageslicht.

Von anderen zum „Rebellen“ abgestempelt, arbeitet Kuhn seit 1998 unbeirrt an seiner Vision von Musik und Musiktheater. Spektakuläre Projekte wie der „Ring in 24 Stunden“ (2005) markieren dabei künstlerische Höhepunkte der besonderen Art.

Wenn Musik Selbstbestimmung ist, dann sind die Tiroler Festspiele Erl Freiheit. „Freiheit zu etwas“, nicht „von etwas“, wie Maestro Kuhn betont. Freiheit dazu, mit Elan und Ehrlichkeit zu arbeiten. „Denn alles andere passt nicht zu uns.“

 

Kontakt

Tiroler Festspiele Erl
Betriebsges.m.b.H.

Adamgasse 1
A-6020 Innsbruck
T +43 (0)512 / 57 88 88
F +43 (0)512 / 56 09 98
Karten: T +43 (0)512 / 57 88 88 13
karten(at)tiroler-festspiele.at

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