Camerata Salzburg & Arabella Steinbacher

Antonio Vivaldi
Le Quattro Stagioni, Concerti op. 8 Nr. 1-4

Astor Piazzolla
Las Cuatro Estaciones Porteňas

Orchester Camerata Salzburg

Violine Arabella Steinbacher


Die beiden berühmtesten instrumentalen „Jahreszeiten“ der Musikgeschichte finden im Süden statt. Italiens Barockmaestro Antonio Vivaldi malt mit leuchtenden Klängen die „Stagioni“ seiner Heimat Venetien.

Da kann es im Winter klirrend kalt sein und im Frühling blitzen und donnern. Argentiniens Tangomeister Astor Piazzolla, ein klassisch geschulter Komponist, lässt die „Estaciones“ in der Form der barocken Suite und im Rhythmus Lateinamerikas sinnlich schillern. Arabella Steinbacher, eine der großen Geigerinnen unserer Zeit, die Virtuosin mit dem Silberton, begibt sich spielend und das Orchester leitend in berückend zeitlose Klanglandschaften.

„Das Publikum nehme ich als Energie wahr und beziehe es auch in mein Spiel mit ein. Es gibt mir sehr viel zurück, und das ist wie ein Geben und Nehmen.“

Arabella Steinbacher

Sat 16. Nov
19:30 h → Festspielhaus Erl


Camerata Salzburg

Orchester

Arabella Steinbacher

Violine

Camerata
Salzburg

Die Camerata Salzburg musiziert „voll revolutionärer Energie und utopischem Potenzial, kompromisslos individuell, kühn und modern – und doch klassisch stringent“, wie die Salzburger Nachrichten anlässlich eines Konzertes zum 60-jährigen Bestehen des Orchesters befanden. Der Musizierstil der Camerata wurde in den mehr als sechs Jahrzehnten ihres Bestehens von  der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Musikerpersönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Géza Anda, Sándor Végh, Sir Roger Norrington und András Schiff geprägt. Bedeutende MusikerInnen wie Clara Haskil, Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Aurèle Nicolet, Wolfgang Schneiderhan, Christoph Eschenbach, Philippe Herreweghe, René Jacobs, Franz Welser-Möst und Peter Ruzicka konzertierten mit dem Kammerorchester, dessen Besetzung von chorisch aufgeführten Streichquartetten bis zu romantischer Symphonik und Werken der Moderne reicht. Der Klangkörper zählt in Mozarts Geburtsstadt als Konzert- und Opernorchester zu den Stammensembles der Salzburger Festspiele und Salzburger Mozartwoche und hat einen eigenen Abonnementzyklus in seiner Heimstätte, dem Mozarteum. Das Orchester konzertiert regelmäßig in Musikzentren wie dem Wiener Konzerthaus, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Berlin, dem Festspielhaus Baden-Baden, im Bregenzer Festspielhaus, beim Carinthischen Sommer, den Haydn-Festspielen Eisenstadt, in München, London, Florenz, Moskau, St. Petersburg, Bejing, Tokyo und in den Festspielstädten Aix-en-Provence und Luzern. Konzertreisen führten das Orchester in alle Erdteile der Welt. Mehr als 60 Platten- und CD-Aufnahmen, von denen viele mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurden, dokumentieren die Musizierkultur der Camerata Salzburg aus sechs Jahrzehnten. Die beiden Gesamteinspielungen von Mozarts Klavierkonzerten mit den ungarischen Pianisten Géza Anda und András Schiff sowie die Gesamtaufnahme von Mozarts Serenaden und Divertimenti unter der Leitung von Sándor Végh bilden Meilensteine der Schallplattengeschichte.

 

Gegründet im Jahr 1952 mit Lehrern und Studenten des Salzburger Mozarteums, avancierte die Camerata mit Mozart-Matineen schon bald zu einem Herzstück der Salzburger Festspiele. Ins Leben gerufen wurde das Ensemble vom Mitbegründer und späteren Präsidenten der Festspiele, Bernhard Paumgartner. Dem Dirigenten, Pädagogen und Musikwissenschaftler ging es mit der Camerata um die Bewahrung und gleichzeitig um die Belebung eines klassischen und klassizistischen Musikgeistes. Der Name – ursprünglich Camerata Academica des Salzburger Mozarteums – wurde als Anlehnung an die historische Camerata Fiorentina der Renaissance gewählt. Bereits unter der Ägide Bernhard Paumgartners galt als maßgebliche Ausrichtung des Ensembles, was auch heute eine organisatorische und künstlerische Maxime ist: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. In der Camerata Salzburg bekam die Form des Kammerorchesters eine vorbildhafte Tradition. Die Musikerinnen und Musiker musizieren mit Dirigenten, aber auch geleitet von Solisten oder vom Konzertmeister sowie in kleineren kammermusikalischen Besetzungen.Herausragende Solistinnen und Solisten wie Anne-Sophie Mutter, Hilary Hahn, Patricia Kopatschinskaja,Julian Rachlin, Daniel Hope, Benjamin Schmid, Joshua Bell, Thomas Zehetmair, Augustin Dumay, Veronika Hagen, Mitsuko Ushida, Elisabeth Leonskaja, Claire-Marie Le Guay, Yu Kosuge, Oleg Maisenberg, Murray Perahia, Olli Mustonen, Alexander Lonquich, Till Fellner, Fazil Say, Stefan Vladar, Heinrich Schiff, Patrick Demenga und François Leleux sowie Sängerinnen wie Genia Kühmeier, Vesselina Kasarova, Christiane Oelze und Elina Garanca zählen zu den Gästen auf dem Camerata-Podium. Die ehemaligen Konzertmeister Gérard Korsten und Alexander Janiczek kehren als Leiter von Konzerten immer wieder zum Orchester zurück.

 

Im Zentrum des Repertoires stand von Anfang an naturgemäß das Schaffen des Genius loci Mozart sowie die Musik von Haydn, Beethoven und Schubert. Im Rahmen der Mozart-Matineen der Salzburger Festspiele führte die Camerata über Jahrzehnte hinweg unzählige symphonische und konzertante Werke Mozarts auf und prägte damit einen typischen „Salzburger Mozart-Klang“, der immer wieder frische Impulse erhielt. Seit 1956, als die erste Mozartwoche in Salzburg stattfand, richtet die Camerata auch bei diesem renommierten Festival das Hauptaugenmerk auf ihr Kernrepertoire mit Musik der Wiener Klassik. Bereits in der ersten Mozartwoche kam es auch zur Mitwirkung als Opernorchester.

 

Die Weiterentwicklung des Orchesters nach der Ära Paumgartner wurde zunächst von Antonio Janigro getragen, unter dessen künstlerischer Leitung ab 1974 der erste eigene Abonnementzyklus des Orchesters ins Leben gerufen wurde. Als Geigensolist musizierte mit der Camerata in jener Zeit Sándor Végh, der 1978 die künstlerische Leitung des Orchesters übernahm und parallel zu seinem Wirken als Pädagoge am Salzburger Mozarteum herausragende junge Musikerinnen und Musiker in den Klangkörper einbezog. Sándor Végh verwirklichte ein Musizier-Ideal des Streichquartetts auf größer besetzter Ebene und förderte die individuelle Gestaltungsweise der einzelnen Orchestermitglieder innerhalb und zugunsten des Kollektivs. Végh ließ Kammermusikwerke in chorischer Besetzung spielen und erweiterte gleichzeitig das kammerorchestrale Repertoire auf Musik der Romantik (u. a. Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Dvorˇák, Tschaikowsky) und der klassischen Moderne (Bartók, Strawinsky, Schönberg). Mit der „Begegnung“ rief die Camerata außerdem ein eigenes Festival ins Leben und erhielt ab 1987 im Wiener Konzerthaus einen Zyklus. Ab 1993 kehrte die Camerata auch als Opernorchester zu den Salzburger Festspielen zurück („Lucio Silla“, „La clemenza di Tito“, „Le nozze di Figaro“, „The Rake’s Progress“ u. a.).

 

Bei der Mozartwochen-Produktion von Mozarts „Mitridate, Re di Ponto“ im Jahr 1997 wurde mit Sir Roger Norrington ein Nachfolger für den verstorbenen Sándor Végh gefunden. Sir Roger verband von 1998 bis 2006 als Chefdirigent den charakteristischen Ensemblestil der Camerata mit seinen Erfahrungen im historisch informierten Musizieren. Die Salzburger Festspiele widmeten der Camerata und Norrington einen eigenen Konzertzyklus. 2007 übernahm Norringtons Stellvertreter, der Geiger Leonidas Kavakos, für drei Jahre die künstlerische Leitung. 2011 wurde Louis Langrée zum Chefdirigenten bestellt, in dessen Musizierstil und Repertoireschwerpunkten die Camerata eine große Übereinstimmung und ebenso viele inspirierende Akzente findet. Auch im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens bewahrt sich die Camerata Salzburg eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ (Neue Zürcher Zeitung).


Arabella
Steinbacher

Arabella Steinbacher, die Violinvirtuosin mit dem „transparenten silbernen Ton“, gehört ohne Zweifel zu den führenden Geigerinnen unserer Zeit (Deutschlandradio)und ist bekannt für ihr außergewöhnlich umfangreiches Repertoire.

Zu den Highlights der Saison 19-20 zählen Konzerte mit der Camerata Salzburg und eine Tournee mit dem BBC Philharmonic Orchestra. Zusammen mit dem Dirigenten Marek Janowski wird Arabella Steinbacher außerdem zum National Symphony Orchestra nach Washington DC zurückkehren und mit der Dresdner Philharmonie beim Kissinger Sommer konzertieren.

 

Zudem wird sie mit ihrem Vivaldi / Piazzolla Projekt in Europa auf Tournee gehen und bei der AIDS-Gala in München auftreten. In Paris wird sie zusammen mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France mit Bach und Pärt zu hören sein.

 

Arabella Steinbacher konzertiert international mit führenden Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem Boston Symphony Orchestra, dem London Sypmhony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Chicago Symphony und Cleveland Symphony Orchestra. Sie feierte Erfolge mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Gewandhausorchester, der Sao Paulo Symphony, dem Orchestre National de France, den Wiener Symphonikern, den Seoul Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Sie hat bereits mit Dirigenten wie unter anderem Lorin Maazel, Christoph von Dohnányi, Riccardo Chailly, Herbert Blomstedt, Zubin Mehta, Christoph Eschenbach, Charles Dutoit, Marek Janowski, Yannick Nézet-Séguin and Thomas Hengelbrock zusammengearbeitet.

 

Eine Diskografie von aktuell 18 Alben, darunter zwei ECHO Klassik Auszeichnungen und zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Nominierungen, zeigt eindrucksvoll ihre musikalische Vielseitigkeit. Ihr letztes Album, eingespielt mit dem WDR Sinfonieorchester unter Lawrence Foster, enthält ausschließlich Werke von Richard Strauss, unter anderem sein Violinkonzert und Bearbeitungen einiger Lieder. Sie ist seit 2009 Exklusivkünstlerin des Labels Pentatone Classics.

 

Als offizielle CARE-Botschafterin unterstützt Arabella Steinbacher kontinuierlich Menschen in Not. Im Dezember 2011 tourte sie durch Japan, um an die Tsunami-Katastrophe im selben Jahr zu erinnern. Eine Aufnahme dieser Konzertreihe mit dem Titel „Arabella Steinbacher – Music oft Hope“ wurde später auf DVD veröffentlicht.

 

Arabella Steinbacher fing im Alter von drei Jahren an, Violine zu spielen und studierte ab ihrem neunten Lebensjahr bei der renommierten Professorin Ana Chumachenco an der Hochschule für Musik und Theater München. Eine Quelle großer Inspiration und musikalischer Führung ist außerdem der israelische Geiger Ivry Gitlis.

 

Arabella Steinbacher spielt die “Booth” Stradivari von 1716, großzügig zur Verfügung gestellt von der Nippon Music Foundation.