Musicbanda Franui

ARTHUR SCHNITZLERS „REIGEN“

Lesung, Musik, Drama


Text: Arthur Schnitzler, Reigen, 10 Dialoge
(1900/1903, uraufgeführt 1920)
Fassung: Sven-Eric Bechtolf, Andreas Schett
Komposition und musikalische Bearbeitung: Markus Kraler/Andreas Schett

nach Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Gustav Mahler,
Erik Satie, John Cage u. a.

Musicbanda Franui

Lesung Regina Fritsch

Lesung Sven-Eric Bechtolf


Gemeinsam mit den beiden Schauspielern Regina Fritsch und Sven-Eric Bechtolf taucht die Musicbanda Franui in jeder der zehn Szenen aus Arthur Schnitzlers „Reigen“ in ein neues musikalisches Milieu ein: das Hausmädchen aus Böhmen geht mit Gustav Mahler Hand in Hand, im Chambre séparée klimpert Erik Satie, die Ausführungen des Dichters begleiten Klänge von John Cage, im ehelichen Schlafzimmer weht zur Erinnerung an die italienische Hochzeitsreise eine Arie von Giuseppe Verdi heran. Und immer dort, wo es schließlich zum Beischlaf kommt (der im Text lapidar mit drei Strichen angedeutet wird), gibt es viel Platz für Musik. Text und Musik gehen immerfort neue Verbindungen ein. Auf zwölf Stühlen sitzen und spielen die Musiker und die beiden Schauspieler, wobei ein Abend zwischen allen Stühlen und in einem eigenen Format entsteht: kein Konzert, keine Lesung, keine Theateraufführung, kein Musiktheater, kein Hörspiel – und doch von allem etwas.

Do 15. Jul
19:00 Uhr → Festspielhaus

Musicbanda Franui

Regina Fritsch

Lesung

Sven-Eric Bechtolf

Lesung


Musicbanda Franui

Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Das Wort ist rätoromanischen Ursprungs und verweist auf die geografische Nähe Innervillgratens zum ladinischen Sprachraum in den Dolomiten. Die Musicbanda gleichen Namens spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und ist bei vielen Festivals und Konzertveranstaltern zu Gast (u.a. Wiener Konzerthaus, Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele, Stiftung Mozarteum Salzburg, Tiroler Festspiele Erl, Bregenzer Festspiele, Ruhrtriennale, Radialsystem V Berlin, KunstFestSpiele Herrenhausen, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Schauspielhaus Hamburg, Philharmonie Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie und Grand Théatre Luxemburg, Les Nuits de Fourvière Lyon, Holland Festival). Franui wurden mit ihren Aneignungen der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler bekannt. Dabei versteht sich das Ensemble als „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“; manches Mal wird die klassische Vorlage in all ihrer Schönheit liebevoll zelebriert, manches Mal vom Kopf auf die Füße gestellt (oder umgekehrt), skelettiert, angereichert, übermalt, weitergedacht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Interpretation, Improvisation, Arrangement und (Re-)Komposition. Bei ihren Konzerten und Musiktheaterproduktionen verbünden sie sich häufig mit herausragenden Bühnenpartnern, u.a. mit dem Sänger Florian Boesch, dem Puppenspieler Nikolaus Habjan, dem Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger oder den Schauspielern Sven-Eric Bechtolf, Dörte Lyssewski und Peter Simonischek. Zum 20jährigen Bestehen des Ensembles sorgte ein Konzert auf der 2300 m hoch gelegenen Almwiese Franui für Furore, zu dem nach einer etwa 3-stündigen Wanderung an die 1500 Besucher kamen. Das Programm „Tanz Boden Stücke“ (feat. Wolfgang Mitterer) hatte 2014 bei der Stiftung Mozarteum in Salzburg Premiere und erschien im Februar 2016 unter dem Titel „Tanz! (Franz)“ auf CD. Bei der Mozartwoche 2017 folgte die Uraufführung von „ENNUI. Geht das immer so weiter?“ (mit Peter Simonischek), einer musiktheatralischen Annäherung an den MusikKosmos Wolfgang A. Mozarts. Im Wiener Konzerthaus steht Franui seit 2015 jährlich im Mittelpunkt des Festivals „Gemischter Satz“, bei dem Musik, Bildende Kunst, Literatur und Wein in einem neuen Zusammenspiel präsentiert werden. Die CDs von Franui erscheinen beim Label col legno und wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Pasticcio-Preis von Radio Ö1, Toblacher Komponierhäuschen).


Regina
Fritsch

Regina Fritsch, 1964 in Niederösterreich geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien. Die Kammerschauspielerin ist seit 1985 fixes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters und seit 2015 auch Trägerin des Alma-Seidler Ringes, dem weiblichen Gegenstück zum Iffland-Ring. Neben ihrer Bühnentätigkeit wirkt Regina Fritsch in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen mit. Sie erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2008 den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie „Beste Schauspielerin“. 2008 wurde sie von der Künstlerin Maria Hahnenkamp für die Neue Porträtgalerie im Burgtheater porträtiert.


Sven-Eric
Bechtolf

Sven-Eric Bechtolf, geboren 1957 in Darmstadt, Schauspieler und Theater- und Opernregisseur. Zahlreiche Theaterarbeiten an renommierten deutschsprachigen Bühnen, u. a. am Zürcher Schauspielhaus, am Schauspielhaus Bochum, am Hamburger Thalia-Theater, an der Wiener Staatsoper, der Hamburgischen Staatsoper und am Opernhaus Zürich. Von 1999 bis 2006 festes Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, 2015 und 2016 künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Nestroy-Theaterpreis als bester Schauspieler (2001, 2002). 2019 erschien im Haymon Verlag sein Roman „Nichts bleibt so, wie es wird“.