Camerata Salzburg & Renaud Capuçon

Ludwig van Beethoven
Romanze Nr. 1 G-Dur Op. 40

Ludwig van Beethoven
Romanze Nr. 2 F-Dur Op. 50

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 1, C-Dur, Op. 21

Ludwig van Beethoven
Konzert für Violine und Orchester Op. 61 D-Dur

Camerata Salzburg

Violine Renaud Capuçon

Konzertmeister und Leitung Gregory Ahss


Ludwig van Beethoven wird 250 Jahre alt. Beethoven, für Romantiker der "Titan". Die Krönung der Klassik. Der populärste aller Komponisten. Sogar Rockmusiker lieben ihn. Kein Wunder, denn manchmal "rockt" seine Musik. Beethoven, der Meister der Variation, ein Visionär der Moderne. Muss man ihn besonders feiern? Ein Jubeljahr bietet Gelegenheit, Altbekanntes neu zu hören, oft Gespieltes neu zu entdecken. Renaud Capuçon und die Camerata Salzburg unter Konzertmeister Gregory Ahss laden dazu ein. Mit gefühlvollen Rimanzen und dem Violinkonzert aller Violinkonzerte. Und mit der "Ersten", die so "klassisch" gefügt ist wie sie in die Zukunft der Musik weist. 

Sa 25. Apr
19:00 Uhr → Festspielhaus

Camerata Salzburg

Renaud Capuçon

Violine

Gregory Ahss

Konzertmeister und Leitung


Camerata Salzburg

Die Camerata Salzburg musiziert „voll revolutionärer Energie und utopischem Potenzial, kompromisslos individuell, kühn und modern – und doch klassisch stringent“, wie die Salzburger Nachrichten anlässlich eines Konzertes zum 60-jährigen Bestehen des Orchesters befanden. Der Musizierstil der Camerata wurde in den mehr als sechs Jahrzehnten ihres Bestehens von  der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Musikerpersönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Géza Anda, Sándor Végh, Sir Roger Norrington und András Schiff geprägt. Bedeutende MusikerInnen wie Clara Haskil, Dietrich Fischer-Dieskau, Heinz Holliger, Aurèle Nicolet, Wolfgang Schneiderhan, Christoph Eschenbach, Philippe Herreweghe, René Jacobs, Franz Welser-Möst und Peter Ruzicka konzertierten mit dem Kammerorchester, dessen Besetzung von chorisch aufgeführten Streichquartetten bis zu romantischer Symphonik und Werken der Moderne reicht. Der Klangkörper zählt in Mozarts Geburtsstadt als Konzert- und Opernorchester zu den Stammensembles der Salzburger Festspiele und Salzburger Mozartwoche und hat einen eigenen Abonnementzyklus in seiner Heimstätte, dem Mozarteum. Das Orchester konzertiert regelmäßig in Musikzentren wie dem Wiener Konzerthaus, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Berlin, dem Festspielhaus Baden-Baden, im Bregenzer Festspielhaus, beim Carinthischen Sommer, den Haydn-Festspielen Eisenstadt, in München, London, Florenz, Moskau, St. Petersburg, Bejing, Tokyo und in den Festspielstädten Aix-en-Provence und Luzern. Konzertreisen führten das Orchester in alle Erdteile der Welt. Mehr als 60 Platten- und CD-Aufnahmen, von denen viele mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet wurden, dokumentieren die Musizierkultur der Camerata Salzburg aus sechs Jahrzehnten. Die beiden Gesamteinspielungen von Mozarts Klavierkonzerten mit den ungarischen Pianisten Géza Anda und András Schiff sowie die Gesamtaufnahme von Mozarts Serenaden und Divertimenti unter der Leitung von Sándor Végh bilden Meilensteine der Schallplattengeschichte.

 

Gegründet im Jahr 1952 mit Lehrern und Studenten des Salzburger Mozarteums, avancierte die Camerata mit Mozart-Matineen schon bald zu einem Herzstück der Salzburger Festspiele. Ins Leben gerufen wurde das Ensemble vom Mitbegründer und späteren Präsidenten der Festspiele, Bernhard Paumgartner. Dem Dirigenten, Pädagogen und Musikwissenschaftler ging es mit der Camerata um die Bewahrung und gleichzeitig um die Belebung eines klassischen und klassizistischen Musikgeistes. Der Name – ursprünglich Camerata Academica des Salzburger Mozarteums – wurde als Anlehnung an die historische Camerata Fiorentina der Renaissance gewählt. Bereits unter der Ägide Bernhard Paumgartners galt als maßgebliche Ausrichtung des Ensembles, was auch heute eine organisatorische und künstlerische Maxime ist: Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn. In der Camerata Salzburg bekam die Form des Kammerorchesters eine vorbildhafte Tradition. Die Musikerinnen und Musiker musizieren mit Dirigenten, aber auch geleitet von Solisten oder vom Konzertmeister sowie in kleineren kammermusikalischen Besetzungen.Herausragende Solistinnen und Solisten wie Anne-Sophie Mutter, Hilary Hahn, Patricia Kopatschinskaja,Julian Rachlin, Daniel Hope, Benjamin Schmid, Joshua Bell, Thomas Zehetmair, Augustin Dumay, Veronika Hagen, Mitsuko Ushida, Elisabeth Leonskaja, Claire-Marie Le Guay, Yu Kosuge, Oleg Maisenberg, Murray Perahia, Olli Mustonen, Alexander Lonquich, Till Fellner, Fazil Say, Stefan Vladar, Heinrich Schiff, Patrick Demenga und François Leleux sowie Sängerinnen wie Genia Kühmeier, Vesselina Kasarova, Christiane Oelze und Elina Garanca zählen zu den Gästen auf dem Camerata-Podium. Die ehemaligen Konzertmeister Gérard Korsten und Alexander Janiczek kehren als Leiter von Konzerten immer wieder zum Orchester zurück.

 

Im Zentrum des Repertoires stand von Anfang an naturgemäß das Schaffen des Genius loci Mozart sowie die Musik von Haydn, Beethoven und Schubert. Im Rahmen der Mozart-Matineen der Salzburger Festspiele führte die Camerata über Jahrzehnte hinweg unzählige symphonische und konzertante Werke Mozarts auf und prägte damit einen typischen „Salzburger Mozart-Klang“, der immer wieder frische Impulse erhielt. Seit 1956, als die erste Mozartwoche in Salzburg stattfand, richtet die Camerata auch bei diesem renommierten Festival das Hauptaugenmerk auf ihr Kernrepertoire mit Musik der Wiener Klassik. Bereits in der ersten Mozartwoche kam es auch zur Mitwirkung als Opernorchester.

 

Die Weiterentwicklung des Orchesters nach der Ära Paumgartner wurde zunächst von Antonio Janigro getragen, unter dessen künstlerischer Leitung ab 1974 der erste eigene Abonnementzyklus des Orchesters ins Leben gerufen wurde. Als Geigensolist musizierte mit der Camerata in jener Zeit Sándor Végh, der 1978 die künstlerische Leitung des Orchesters übernahm und parallel zu seinem Wirken als Pädagoge am Salzburger Mozarteum herausragende junge Musikerinnen und Musiker in den Klangkörper einbezog. Sándor Végh verwirklichte ein Musizier-Ideal des Streichquartetts auf größer besetzter Ebene und förderte die individuelle Gestaltungsweise der einzelnen Orchestermitglieder innerhalb und zugunsten des Kollektivs. Végh ließ Kammermusikwerke in chorischer Besetzung spielen und erweiterte gleichzeitig das kammerorchestrale Repertoire auf Musik der Romantik (u. a. Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Dvorˇák, Tschaikowsky) und der klassischen Moderne (Bartók, Strawinsky, Schönberg). Mit der „Begegnung“ rief die Camerata außerdem ein eigenes Festival ins Leben und erhielt ab 1987 im Wiener Konzerthaus einen Zyklus. Ab 1993 kehrte die Camerata auch als Opernorchester zu den Salzburger Festspielen zurück („Lucio Silla“, „La clemenza di Tito“, „Le nozze di Figaro“, „The Rake’s Progress“ u. a.).

 

Bei der Mozartwochen-Produktion von Mozarts „Mitridate, Re di Ponto“ im Jahr 1997 wurde mit Sir Roger Norrington ein Nachfolger für den verstorbenen Sándor Végh gefunden. Sir Roger verband von 1998 bis 2006 als Chefdirigent den charakteristischen Ensemblestil der Camerata mit seinen Erfahrungen im historisch informierten Musizieren. Die Salzburger Festspiele widmeten der Camerata und Norrington einen eigenen Konzertzyklus. 2007 übernahm Norringtons Stellvertreter, der Geiger Leonidas Kavakos, für drei Jahre die künstlerische Leitung. 2011 wurde Louis Langrée zum Chefdirigenten bestellt, in dessen Musizierstil und Repertoireschwerpunkten die Camerata eine große Übereinstimmung und ebenso viele inspirierende Akzente findet. Auch im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens bewahrt sich die Camerata Salzburg eine „Spielfreude, die ansteckend wirkt“ (Neue Zürcher Zeitung).


Renaud
Capuçon

Renaud Capuçon, 1976 geboren, begann seine musikalische Ausbildung mit 14 Jahren am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris und gewann noch während seines fünfjährigen Studiums zahlreiche Preise. Danach studierte der Violinist in Berlin bei Thomas Brandis und Isaac Stern. 1997 ernannte ihn Claudio Abbado zum Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters, in dem er drei Jahre lang mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Daniel Barenboim, Franz Welser-Möst und Abbado zusammenarbeitete.

Seitdem hat sich Renaud Capuçon als einer der bedeutendsten Violin-Solisten etabliert. Er konzertierte mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestra della Scala, dem Orchestre National de France und dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar de Venezuela unter der Leitung von namhaften Dirigenten wie Bernard Haitink, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Paavo Järvi, Valery Gergiev, Gustavo Dudamel und Daniel Barenboim.

Zu den Höhepunkten der Saison 2018/19 zählten u. a. Konzerte mit den Wiener Symphonikern, dem Orchestre de Paris, dem Rotterdam Philharmonic, der Camerata Salzburg, dem Konzerthausorchester Berlin, dem New York Philharmonic und dem National Symphony Orchestera sowie eine Europa-Tournee mit dem Sydney Symphony Orchestra.

Renaud Capuçon hat eine große Affinität zur Kammermusik: Mit Nicholas Angelich, Martha Argerich, Yuri Bashmet, Yefim Bronfman, Khatia Buniatishvili, Hélène Grimaud, Truls Mørk, Maria João Pires, Mikhail Pletnev, Vadim Repin und Yuja Wang sowie mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, trat er u. a. bei den Festivals in Edinburgh, Berlin, Luzern, Verbier, Aix-en-Provence, Roque d’Anthéron, San Sebastian, Stresa, Tanglewood und Salzburg auf.
Er ist Künstlerischer Leiter des 2013 von ihm gegründeten Festival de Pâques in Aix-en-Provence und wurde 2016 zum Künstlerischen Leiter der Sommets Musicaux de Gstaad ernannt. 2017 gründete er das Ensemble Lausanne Soloists, bestehend aus derzeitigen und ehemaligen Studierenden der Hochschule für Musik in Lausanne, wo er seit 2014 unterrichtet.

Renaud Capuçon ist Exklusivkünstler des Labels Erato/Warner Classics und hat bereits eine umfangreiche Diskografie vorgelegt. Zuletzt veröffentlichte er im Oktober 2018 seine Aufnahme Cinema mit Einspielungen von Filmmusik. Die Gesamtaufnahme von Faurés Kammermusik für Streicher, die er mit Nicholas Angelich, Gautier Capuçon, Gérard Caussé, Michel Dalberto und dem Quatuor Ébène einspielte, wurde 2012 mit dem ECHO Klassik für Kammermusik ausgezeichnet. Sein Album Le Violon Roi erhielt die Disque d’Or; die neueste Aufnahme zeitgenössischer Konzerte von Rihm, Dusapin und Mantovani wurde für die französischen Victoires de la Musique 2017 nominiert und mit einem ECHO Klassik gewürdigt. 2011 wurde er zum Chevalier de l’ordre national du Mérite und 2016 zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt.

Renaud Capuçon spielt die Guarneri del Gesù „Panette“ von 1737, die Isaac Stern gehörte.


Gregory
Ahss

Der Geiger Gregory Ahss begann seine Ausbildung am Gnessin-Institut seiner Heimatstadt Moskau, setzte sie am Israeli Conservatory of Music und an der Musikakademie Tel Aviv fort und graduierte am New England Conservatory in Boston. Noch als Student gründete er das Tal Piano Trio, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Von 2005 bis 2011 war Gregory Ahss Konzertmeister des Mahler Chamber Orchestra, seit 2012 steht er in derselben Position an der Spitze der Camerata Salzburg, und ausserdem wirkt er, ebenfalls als Konzertmeister, seit 2009 im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA mit. Als Solist hat er mit Dirigenten wie Claudio Abbado oder Yannick Nézet-Séguin und Orchestern wie dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Orchestra Mozart zusammengearbeitet. Zu seinen Partnern in der Kammermusik zählen die Cellisten Natalia Gutman, Gautier Capuçon und Valentin Erben, die Klarinettistin Sabine Meyer und der Geiger Daniel Hope.