J.S. Bach

Das Weihnachts-oratorium (I - VI)

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Musikalische Leitung Erik Nielsen

Sopran Marie-Sophie Pollak

Mezzosopran Corinna Scheurle

Tenor Ilker Arcayürek

Bass Frederic Jost


Eine wunderbare Tradition – für Erl, Tirol und mittlerweile auch für viele Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus – und eine einzigartige Einstimmung auf das Weihnachtsfest im Festspielhaus. Die musikalische Leitung des Weihnachtsoratoriums wird hierbei wieder der Dirigent Erik Nielsen übernehmen. Als Konzertdirigent leitete dieser u.a. das Oslo Philharmonic Orchestra, von 2002 bis 2008 war er Kapellmeister der Oper Frankfurt und seit dieser Spielzeit ist er 1. Gastdirigent des Michailowski-Theaters in St. Petersburg. Aufgeführt werden alle sechs Teile des Oratoriums.

Fr 17. Dez
18:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Erik Nielsen

Musikalische Leitung

Marie-Sophie Pollak

Sopran

Corinna Scheurle

Mezzosopran

Ilker Arcayürek

Tenor

Frederic Jost

Bass


Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl


Erik
Nielsen

Erik Nielsen ist seit 2015 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bilbao, dessen 100. Spielzeit mit der Saison 21/22 kurz bevorsteht. Von 2016 bis 2018 war er Musikdirektor des Theaters Basel, wo er weiterhin regelmäßig als Gastdirigent des Sinfonieorchesters Basel tätig ist. Auch mit der Oper Frankfurt verbindet ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. Bei den Tiroler Festspielen in Erl dirigiert er nach dem Eröffnungskonzert „Das Rheingold“. Zu Erik Nielsens jüngsten Engagements zählen Kreneks „Karl V.“ an der Bayerischen Staatsoper, „Oedipus Rex“, „Il prigioniero“ und „Pelléas et Mélisande“ an der Semperoper Dresden, „Peter Grimes“ und Trojahns „Orest“ am Opernhaus Zürich, „Billy Budd“ und Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ an der Oper Frankfurt, Usandizagas „Mendi Mendiyan“, Bachs „Johannes-Passion“ und  „Salome“ in Bilbao sowie  „The Rake’s Progress“ in Budapest. Konzerte führten ihn u.a. nach Oslo, Manchester, Stockholm, Madrid, Straßburg, Lissaon, Basel, zum Aspen Music Festival und zum Interlochen Center for the Arts. Künftige Projekte umfassen u.a. die Uraufführung von Manfred Trojahns „Eurydice - Die Liebenden blind“ an der Dutch National Opera. Nach dem Studium von Harfe, Oboe und Dirigieren in New York und Philadelphia war Erik Nielsen als Harfenist Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.


Marie-Sophie
Pollak

Marie-Sophie Pollak belegte ihr Diplom im Fach Konzertgesang und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater München und absolvierte ihr Master-Aufbaustudium bei Prof. Gabriele Fuchs.

Bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik debütierte sie 2011 als Vespetta in Georg Philipp Telemanns Lustspiel Pimpinone und war dort in den Folgejahren in der Titelrolle in Domenico Scarlattis La Dirindina als auch in Johann Sebastian Bachs h-Moll Messe, beides unter der musikalischen Leitung von Alessandro De Marchi, zu hören. Bei den Brucknerfestspielen in Linz sang Marie-Sophie Pollak unter der Leitung von Michi Gaigg mit dem L'Orfeo Barockorchester die Partie der Bemira in Georg Philipp Telemanns Oper Miriways, bei den Musikfestspielen Potsdam-Sanssouci gastierte sie im Rahmen eines Händel-Pasticcios mit dem Titel Der goldene Apfel sowie in Johann Sebastian Bachs „Bauernkantate“ BWV 212 mit dem belgischen B’Rock Orchester unter Olof Boman.

Weitere Partien umfassen die Despina in Wolfgang Amadeus Mozarts Così fan tutte, Blonde in dessen Entführung aus dem Serail, Merab in Georg Friedrich Händels Saul, Almirena in Rinaldo und Belinda in Henry Purcells Dido and Aeneas.

Erste wichtige Höhepunkte ihrer internationalen Konzerttätigkeit waren Joseph Haydns Oratorium Die Jahreszeiten unter Kent Nagano im Rahmen der Audi-Sommerkonzerte sowie ihr Debüt am Wiener Musikverein mit Georg Friedrich Händels Susanna unter Leitung von Martin Haselböck und dem Orchester Wiener Akademie. Am Théâtre du Châtelet debütierte sie unter Jean-Christophe Spinosi und dessen Ensemble Matheus in der Partie der Tamiri in Mozarts Il re pastore, beim Lugano Festival interpretierte sie gemeinsam mit Christian Zacharias und dem Orchestra della Svizzera Italiana Wolfgang Amadeus Mozarts Konzertarie „Ch'io mi scordi di te“ KV 505 mit obligatem Klavier, und auf Tournee in Prag und Dresden war sie unter Leitung von Václav Luks und seinem Collegium 1704 als Solistin in Georg Friedrich Händels Messiah zu hören. Es folgten u.a. Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und h-Moll Messe im Münchner Herkules-Saal und dem Wiener Musikverein sowie ein Programm mit drei ausgewählten Bach-Kantaten am Wiener Konzerthaus unter Luca Pianca.

Die Spielzeit 2017/2018 brachte unter anderem, begleitet von Mitgliedern der Camerata Salzburg, einen Konzertauftritt mit orchestrierten Schubert-Liedern im Rahmen des Kulturfestivals „Schubert in Gastein“ und Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium an der Hamburgischen Staatsoper in einer szenischen Ballettversion von John Neumeier. An der Hamburger Elbphilharmonie gab sie des Weiteren ihr vielbeachtetes Debüt mit Haydns Die Jahreszeiten unter Kent Nagano, unter dessen Leitung sie auch die traditionellen Silvesterkonzerte des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg bestritt. In Felix Mendelssohn-Bartholdys Elias debütierte Marie-Sophie Pollak unter Thomas Hengelbrock und dessen Balthasar-Neumann-Chor und –Ensemble an der Tonhalle Zürich. Gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin war sie ferner als Amore in Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice unter Alexander Liebreich in Katowice zu hören, bevor sie mit Wolfgang Amadeus Mozarts großer Messe in c-Moll KV 427 ihre Zusammenarbeit mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg fortsetzte. Einen weiteren Höhepunkt stellt darüber hinaus die von John Neumeier choreographierte Neuproduktion von Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice an der Hamburgischen Staatsoper dar, in welcher sie unter Leitung von Alessandro De Marchi die Partie L’Amour verkörperte.

Weitere Höhepunkte der vergangenen Spielzeit beinhalten u.a. eine Zusammenarbeit mit dem Vox Orchester unter Leitung von Lorenzo Ghirlanda für Georg Friedrich Händels Alexander’s Feast, ein Gastspiel der Hamburgischen Staatsoper mit Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice am Festspielhaus Baden-Baden, Beethovens Egmont unter Sir Roger Norrington und der Camerata Salzburg, einen Ensembleabend bei der Schubertiade Schwarzenberg, ihr Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium BWV 248 unter Kent Nagano sowie Georg Friedrich Händels Messiah mit Les Violons du Roy und dem National Arts Centre Orchestra in Ottawa, beides unter Leitung von Bernard Labadie.

Zukünftige Projekte der aktuellen Spielzeit umfassen u.a. ein Konzert mit der Akademie für Alte Musik Berlin im Rahmen der traditionellen Wartburgkonzerte in Eisenach, Mozarts Requiem mit dem Collegium 1704 unter Václav Luks im französischen Tours, Händels Laudate pueri und Ode for St. Cecilia’s Day mit dem Freiburger Barockorchester unter Jörg Endebrock im Rahmen der Hamburger Bach-Wochen 2021 an St. Michaelis sowie eine Wiederaufnahme von John Neumeiers choreographierter Version von Bachs Weihnachtsoratorium an der Hamburgischen Staatsoper, geleitet von Gianluca Capuano.

Im März 2022 schließlich wird Marie-Sophie Pollak mit der Akademie für Alte Musik Berlin unter Georg Kallweit im Rahmen der Magdeburger Telemann-Festtage in Telemanns komischem Intermezzo Pimpinone oder Die ungleiche Heirat zu erleben sein, welches bereits für 2020 geplant war und aufgrund der weltweiten Covid-19 Pandemie verschoben werden musste.

Anlässlich des Reformationsjubiläumsjahres 2017 nahm sie gemeinsam mit Christoph Spering und seinem Chorus Musicus Köln drei Kantaten Johann Sebastian Bachs auf Texte von Martin Luther auf. Die bei der Deutschen Harmonia Mundi erschienene Aufnahme wurde mit dem ECHO Klassik 2017 für die beste Chorwerkeinspielung des Jahres prämiert. Mit ihrem Ensemble 392 präsentiert Marie-Sophie Pollak zudem ein Programm französischer Barock-Kantaten, die beim Label Fra Bernardo ebenfalls auf Tonträger festgehalten wurden.


Corinna
Scheurle

Die deutsch-ungarische Mezzosopranistin Corinna Scheurle absolvierte ihr Studium an der Universität der Künste Berlin bei Carola Höhn und Enrico Facini sowie an der Theaterakademie August Everding in der Klasse von Christiane Iven. Seit dieser Saison ist Frau Scheurle Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, wo sie als Lucienne in Korngolds „Die tote Stadt“ unter der Leitung von Kirill Petrenko, Annina in „La Traviata“, Alissa in Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Blumenmädchen in Wagners „Parsifal“ sowie als Tebaldo in Verdis „Don Carlo“ auftritt. Von 2017 bis 2019 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Staatsoper Unter den Linden, wo sie u.a. als Giovanna in „Rigoletto“, Inez in „Il Trovatore“ und als Zweite Dame in Mozarts „Zauberflöte“ zu erleben war. Höhepunkte aus vorherigen Saisons umfassen ihr Hausdebüt im Festspielhaus Baden Baden unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin als zweite Dame in Mozarts „Die Zauberflöte“ (CD Aufnahme der Deutschen Grammophon) sowie bei den Bregenzer Festspielen als Marcellina in „Le nozze di Figaro“.. Zu ihren weiteren wichtigen Erfahrungen gehören u.a. Rollen wie Older Woman in „Flight“ von Jonathan Dove, Penelope in Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“, Ruggiero in Händels „Alcina“, Fatima in „Die arabische Nacht“ von Christian Jost und Dorina in „Fra i due litiganti“ von Giuseppe Sarti. 2019 war sie unter den Finalisten des Bundeswettbewerbs Gesang.


Rollen:

  • Giovanna in "Rigoletto", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • 2. Dame in "Die Zauberflöte", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Septette in "Babylon", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Bernardo in "Beatrice Cenci", Bregenzer Festspiele 2018
  • Marcellina in "Die Hochzeit des Figaro", Bregenzer Festspiele 2017

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Antonín Dvořák & Jaroslav Kvapil: "Rusalka"

 


Ilker
Arcayürek

Der in Istanbul geborene und in Wien aufgewachsene Tenor Ilker Arcayürek hat sich in den letzten Jahren zu einem angesehenen und vielseitigen Sänger entwickelt. Von 2009 bis 2013 war er Mitglied im Opernstudio des Opernhauses Zürich. Festengagements führten ihn ans Stadttheater Klagenfurt (2013–2015) und ans Staatstheater Nürnberg (2015–2018). Als Gast erhielt Ilker Arcayürek Einladungen zu den Münchner Opernfestspielen, ans Teatro Real nach Madrid, zu den Salzburger Festspielen, an die Wiener Volksoper und an die Oper Graz. 2019 gab der Tenor sein USA-Operndebüt als Nadir in Bizets Les Pêcheurs de perles an der Santa Fe Opera. Höhepunkte der kommenden Spielzeiten sind u. a. Aufführungen von Schumanns Das Paradies und die Peri mit dem Symphonischen Chor Hamburg, Haydns Schöpfung mit dem WDR Sinfonieorchester und Rundfunkchor sowie Auftritte mit dem Orchestre des Champs-Élysées und dem Collegium Vocale Gent. An der Opéra National de Montpellier und an der Opera Vlaanderen wird er die Rollen des Ariel und des Pater Ecstaticus in Schumanns Faust-Szenen verkörpern. Ein besonderes Anliegen ist ihm das Lied. 2016 gewann Ilker Arcayürek den von der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie ausgerichteten International Art Song Competition. Er war »BBC Radio 3 New Generation Artist« und veröffentlichte 2017 mit dem Pianisten Simon Lepper sein erstes, hochgelobtes Soloalbum Der Einsame (2017) mit Liedern von Schubert. Ilker Arcayürek gastiert in den großen Liedzentren der Welt: in der Londoner Wigmore Hall, bei der Schubertiade in Hohenems, beim Edinburgh Festival, beim Heidelberger Frühling und in der Park Avenue Armory in New York. Erst kürzlich erschien sein zweites Schubert-Album The Path of Life. Bei Chor und Symphonieorchester des BR trat er zuletzt 2019 mit Bruckners f-Moll-Messe unter Mariss Jansons aus.


Frederic
Jost

Seit der Spielzeit 2019/2020 ist Frederic Jost an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin gebunden. 2019 gastierte der Münchner Bass an der Oper Frankfurt als Erster Handwerksbursche in Bergs Wozzeck, nachdem er sich dort 2018 als Ordulfo in der Erstaufführung von Trojahns Enrico vorstellte. Der ehemalige Solist des Tölzer Knabenchors gastiert seit 2014 regelmäßig an der Bayerischen Staatsoper: als Zweiter Hauptmann in Zimmermanns Die Soldaten [Dirigent Kirill Petrenko], in Magals Jephta’s Daughter, 2016 kreierte er `Achills tiefer Schatten´ in Berheides Uraufführung Mauerschau, gestaltete Assan in Menottis The Consul und war 2019 in Glucks Alceste als Coryphée zu erleben. 2020 gastiert er als Truffaldin in Strauss‘ Ariadne auf Naxos mit der Bayerischen Staatsoper in Hongkong. 2016 debutierte Frederic Jost beim Davos Festival - in der Hauptrolle Richard Boll in Weils Die Schweizer Familie -, 2018 bei den Bregenzer Festspielen. 2014 sang der Bass den Pilatus in Bachs Johannes-Passion unter der Leitung des Bach-Spezialisten Hansjörg Albrecht in Italien und erarbeitete sich seither ein breitgefächertes Konzertrepertoire. Intensiv widmet sich Frederic Jost zudem dem Liedgesang.