Helmut Deutsch

Klavier Helmut Deutsch

Sopran Clara Thomsen

Sopran Felicitas Fuchs

Mezzosopran Stefanie Irányi


„Ist das deutsche Lied tot? Nein, es ist nicht tot. Rar sind lediglich die Sänger geworden, diebes auch heute noch, in so unromantischer Zeit, zum Leben wecken können.“ Ein Text, der in jüngster Zeit verfasst worden sein könnte. Er ist jedoch aus einer Kritik über den jungen Fischer-Dieskau, geschrieben 1952, also ausgerechnet zu Beginn der wohl glanzvollsten Ära, die der Liedgesang in Deutschland und Österreich je erlebt hat: Schwarzkopf, Hotter, Seefried, Wunderlich, Prey, Ludwig, Schreier, Fassbaender – um nur einige zu nennen. Dass Liederabende schwer zu verkaufen sind, dass das Lied eine sterbende Kunstform ist – diese Bemerkungen kenne ich seit dem Beginn meiner Berufslaufbahn. Aber ich sehe nicht so schwarz. Die wesentliche Voraussetzung zum Genuss eines Liederabends ist allerdings intensives Zuhören. Wenn man in großen Instrumentalwerken und mehr noch in mehrstündigen Opern seine Gedanken für wenige Minuten schweifen lässt, ist das wahrscheinlich nicht gerade das, was sich der Komponist erträumt hat. Aber man kann nach viereinhalb Stunden die „Meistersinger“ beglückt verlassen, selbst wenn man nicht jeden Takt wirklich gehört hat. In einem Lied aber wird das ganze Füllhorn an Emotionen, Gedanken und Bildern meist in ein paar Minuten ausgeschüttet. Es rächt sich sofort, wenn man die Konzentration auf Text und Musik auch nur für Augenblicke verliert; man hat dann bestenfalls ein hübsches Musikstück gehört, das Lied jedoch nicht wirklich erfasst und erlebt. Ganz sicher taugen Lieder also nicht zur Musikberieselung; man muss schon genau hinhören, damit sich einem diese Welt völlig erschließt. Aber hier ist es nicht so schwer, denn der Abend mit den drei wunderbaren Sängerinnen bringt eine höchst unterschiedliche Fülle von Perlen der Liedkunst. Lassen Sie sich verzaubern!

Helmut Deutsch

Do 30. Jul
19:30 Uhr → Festspielhaus

Helmut Deutsch

Klavier

Clara Thomsen

Sopran

Felicitas Fuchs

Sopran

Stefanie Irányi

Mezzosopran

Helmut
Deutsch

Helmut Deutsch zählt zu den gefragtesten und erfolgreichsten Liedbegleitern der Welt. In Wien geboren, studierte er am Konservatorium, an der Musikakademie und der Universität seiner Heimatstadt, erhielt den Kompositionspreis der Stadt Wien und wurde mit 24 Jahren Professor. Schon in seiner Studienzeit konzentrierte sich sein Hauptinteresse auf das Lied, daneben aber betätigte er sich durch mehrere Jahrzehnte als Kammermusiker in allen erdenklichen Formationen mit vielen Instrumentalisten von Weltrang. Seine internationale Karriere als Liedbegleiter begann mit der Sopranistin Irmgard Seefried, wichtigster Sänger seiner jungen Jahre aber wurde Hermann Prey, dessen fester Partner er für zwölf Jahre in mehreren hundert Konzerten war. In weiterer Folge arbeitete er mit einem  Großteil der bedeutendsten Liedsänger zusammen und spielte in allen wichtigen Musikzentren der Welt.


Clara
Thomsen

Danish soprano Clara Thomsen is one of the most significant talents to have emerged from the Royal Danish Opera Academy in recent years, following her studies there with Susanna Eken. Her musical foundations were laid in the Copenhagen Girls’ Choir, after which she enrolled as an undergraduate at the Royal Danish Academy of Music in Copenhagen.

Clara is a singer of rare experience given her relative youth. Following her Royal Danish Opera debut in Mozart’s Le Nozze di Figaro (Barbarina) in 2017, she has appeared in the company’s production of Kuhlau’s Lulu (Second Witch) and taken the title role in the Opera Academy’s production of Handel’s Alcina at the Copenhagen Opera House. At the Festival of Lyric Arts at Aix en Provence, Clara participated in the Festival Academy’s Mozart Residency, a renowned course for the cultivation of Mozart interpretation.

In 2017 Clara made her debut as a soloist in a major orchestral concert series, taking the solo part in Carl Nielsen’s Sinfonia Espansiva with the Tonkünstler Orchestra at the world famous Musikverein in Vienna. She has appeared as a soloist in Bach’s St Matthew Passion, Mozart’s Requiem and in Handel's Messiah.

Clara has worked with some of the leading figures on the northern European music and opera scenes. She has appeared under conductors including Michael Schønwandt, Michael Boder, Giordano Bellincampi and Andreas Spering, and has worked with stage directors Elisa Kragerup, Enrico De Feo, Jacopo Spirei, Leah Hausman and Christian von Götz among others. She joined Nordic Artists Management in 2018.


Felicitas
Fuchs

Anlässlich der Kissinger Liederwerkstatt beschrieb Eleonore Büning begeistert „(...) die glockenstarke Stimme von Felicitas Fuchs, die in der Höhe ins Dramatische drängt.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung).
Felicitas Fuchs geht einer regen Konzerttätigkeit nach und widmet sich intensiv dem Liedgesang. Die junge Sopranistin gastierte bereits in der Royal Albert Hall, London, Philharmonie Warschau, Herkulessaal München und beim Kissinger Sommer und Mozartfest Würzburg. Bei der Bad Reichenhaller Alpenklassik sang sie die Uraufführung eines eigens für sie komponierten Werkes von Aribert Reimann. Sie gibt Liederabende mit Axel Bauni, Moritz Eggert, Bernard Lanskey und Jan Philip Schulze.
Sie konzertiert regelmäßig mit den Münchner Symphonikern und Philharmonikern, dem Freiburger Barockorchester, Orchester des Bayerischen Rundfunks, Bamberger Symphoniker, Camerata Salzburg, Augsburger Philharmonikern, Saarländischen Rundfunk, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (Karl Heinz Steffens), der Tschechischen Philharmonie Prag, St. Petersburg Philharmonic und Chamber Orchestra, Osaka Philharmonic Orchestra (Eiji Oue) und Qatar Philharmonic Orchestra (Michalis Economu, James Gaffigan).
Ihr Konzertrepertoire umfaßt u.a. Bachs große Oratorien, Händels „Messiah“, Haydns „Schöpfung“ und „Jahreszeiten“, Mozarts „Exsultate Jubilate“ und „Requiem“, Rossinis „Petite messe solennelle“, Orffs „Carmina Burana“ und Tippetts „A Child of our Time“.
Felicitas Fuchs wurde in Prien/Chiemsee geboren und studierte Musik und Gesang an der Guildhall School of Music and Drama in London, wo sie mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet wurde. Ihre Lehrer waren Ian Kennedy, Charlotte Lehmann und Kurt Widmer, Meisterkurse absolvierte sie bei Dietrich Fischer-Dieskau, Kurt Widmer, Graham Johnson und Emma Kirkby. Im Jahr 2006 gewann sie den Liedwettbewerb des Bayerischen Rundfunks „La Voce“.

Auf der Opernbühne sang sie Partien wie Gretel (Hänsel und Gretel), Clorinda (La Cenerentola), Pamina (Die Zauberflöte), Micaela (Carmen), Anne Truelove (The Rake‘s Progress), Susanna (Le Nozze di Figaro), Mimi (La Boheme) und Oscar (Un ballo in maschera) u. a. in Regensburg, am Staatstheater am Gärtnerplatz München, ENO London,  Opera di Firenze und bei den Festspielen auf Gut Immling und Herrenchiemsee. Namhafte Dirigenten wie Lorin Maazel, James Gaffigan, Sir Neville Marriner,  Enoch zu Guttenberg, Sir Collin Davies und Riccardo Chailly haben ihre Karriere geprägt
Im Konzertfach brillierte die Sopranistin mit Mozarts „c-moll Messe“ in der vielgelobten Inszenierung des Leipziger Balletts in Bogotá, mit Graupner Kantaten mit dem Anton Webern Chor (Carus), in einem Konzert mit dem Qatar Philharmonic Orchestra anläßlich der UNESCO Welt-Konferenz in Paris, mit Mozarts „Requiem“ mit den Münchner Philharmonikern sowie den Einspielungen von Mahlers 4. Symphonie und Beethovens 9. Symphonie (Naxos). In der Uraufführung von Andrew Schultzes "Stille Sprache" sang sie die Hauptrolle. Weitere Höhepunkte waren Liederabende mit Helmut Deutsch und Haydns "Nelson Messe" mit der Academy of St Martin in the Fields anläßlich des 90. Geburtstags von Sir Neville Marriner.

Highlights der letzten Saison waren u.a. ein Weihnachtskonzert und Mahler 4 mit dem Lebanese Philharmonic Orchestra in Beirut, Beethovens 9. Symphonie mit dem Qatar Philharmonic Orchestra in Doha und dem Orquestra Simfonica De Les Illes Balears in Palma, R. Strauss "Vier Letzte Lieder" mit dem Cairo Symphony Orchestra im Opernhaus Kairo und dem Radio Symphonieorchester Prag. Neben zahlreichen Liederabenden stand auch Haydns "Schöpfung" mit dem Orquestra Simfonica De Les Illes Balears in Palma und eine Neuproduktion von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in Singapur mit dem SSO unter Chan Tze Law auf dem Programm.

Diese Saison begann mit Brahms Requiem anlässlich des 20 jährigen Bestehens der Tutzinger Brahmstage, es folgt ein Weihnachtskonzert mit dem Bayrischen Rundfunk und der Staatsoper München.  Darüber hinaus stehen gleich drei Rollendebüts an. Woglinde in Wagners „Rheingold“ an der National Opera of Tianjin unter Jingkai Sun, Menottis „Der Konsul“ am Tiroler Landestheater Innsbruck unter Uwe Sandner und Marzelline in Beethovens “Fidelio” am Nationaltheater in Prag unter Andreas Weiser.


Stefanie
Irányi

Die Mezzosopranistin Stefanie Irányi studierte in München und debütierte bereits während ihres Studiums am Opernhaus in Turin. Mehrere Engaments folgten in wichtigen Häusern wie u.a. Mailänder Scala, Musikverein in Wien, Teatro la Fenice in Venedig, Teatro San Carlo in Neapel, Théatre Champs-Elysée in Paris.

Mit großem Erfolg wurde dieses Jahr ihr Debut als Judith in Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg in der Kölner Philharmonie, zusammen mit dem SWR unter Leitung von Jukka Pekka Saraste gefeiert.

Engagements in der nächsten Saison führen sie u.a. nach Australien mit Verdis Requiem, auf eine Europa Tournee mit dem Mahler Youth Orchestra unter Daniel Harding mit Mahlers 8. Sinfonie, mehrere Konzerte mit Beethovens Missa Solemnis unter nahmhaften Dirigenten wie Thomas Hengelbrock. Musikalischer Höhepunkt wird ihre erste “Brangäne” in Tristan und Isolde am Opernhaus in Bari sein.

CD Erscheinungen belegen Irányis künstlerische Tätigkeit wie z.B. die Solo CD “Lamenti”, das “Rheingold” von Richard Wagner unter Sir Simon Rattle oder Brahms Duette mit Michael Volle und Helmut Deutsch.