Klangforum Wien

PAUL HINDEMITH
Kammermusik Op. 24 Nr. 1 mit Finale 1921


ARNOLD SCHOENBERG
Fünf Orchesterstücke Op. 16 (Kammerorchesterfassung A. Schönberg)

FERRUCCIO BUSONI / ERWIN STEIN
Berceuse élégiaque Op. 42 für 9 Instrumente gesetzt von Erwin Stein

GUSTAV MAHLER
„Der Abschied“ aus „Das Lied von der Erde“ (Bearb. de Leeuw)

Dirigent Emilio Pomàrico

Alt Christina Daletska


Klangforum Wien – ein Kollektiv unerschrockener Gratwanderer, Entdecker und Fragensteller. 24 Musiker*innen aus zehn Ländern erkunden unentwegt mit den maßgeblichen Komponist* innen unserer Gegenwart neue Horizonte künstlerischer Schaffenskraft. Im Jahre 2021 blickt das Klangforum auf 36 Jahre kompromissloser Arbeit am NEUEN in der Musik zurück und will mit diesem Erfahrungsschatz die eigene Repertoirezone weiten. Neben der Hervorbringung neuester Werke unserer Gegenwart wird das Solistenensemble vermehrt auch die vergangenen 100 Jahre nach dem Neuen in der Musik befragen. Vom Abschied aus Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ bis zum Auftakt in das 2020 anbrechende musikalische Jahrzehnt reicht der Spannungsbogen des Klangforum Wien. Die Meisterwerke von heute waren oft die unverstandenen Werke der Vergangenheit, die hoch energetischen Werke von heute werden mitunter die Meisterwerke der Zukunft sein. Es ist zweifelsohne spannend, dem Moment einer musikalischen Hervorbringung durch das Klangforum Wien beizuwohnen. Offen im Denken, virtuos im Spiel, präzise im Hören – das Klangforum Wien schöpft aus einem unverwechselbaren Klang, gestaltet Erfahrungsräume und fordert das Publikum. Es geht um das Ereignis im besten Sinne des Wortes: eine sinnliche Erfahrung, derer Unmittelbarkeit man sich nicht entziehen kann. Das Neue in der Musik des Klangforum Wien spricht, handelt und betört. Diese Musik geht alle an!

 

Beginn: 19:00 Uhr
Ende: 20:15 Uhr

Mi 21. Jul
19:00 Uhr → Festspielhaus

Emilio Pomàrico

Dirigent

Christina Daletska

Alt

Emilio
Pomàrico

Der italienische Dirigent und Komponist Emilio Pomàrico wurde in Buenos Aires geboren. Er gilt heute als einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Musik. Regelmäßig ist er auf renommierten internationalen Festivals sowie in den bedeutendsten Opern- und Konzerthäusern der Welt zu Gast.

Von Beginn seiner Dirigentenkarriere an hat er sich unermüdlich für die Werke einer jungen Komponistengeneration eingesetzt. Mit einigen der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit sind enge künstlerische Bindungen entstanden, so mit Georges Aperghis, Luciano Berio, Friedrich Cerha, Elliott Carter, Niccolò Castiglioni, Franco Donatoni, Hugues Dufourt, Brian Ferneyhough, Gérard Grisey, Georg Friedrich Haas, Helmut Lachenmann, Luigi Nono, Emmanuel Nunes, Wolfgang Rihm, Salvatore Sciarrino, Iannis Xenakis und Hans Zender. Zuletzt dirigierte er die Uraufführung von Aperghis’ Migranten mit dem Ensemble Resonanz bei MaerzMusik in Berlin.

Von 2017 bis 2018 waren Emilio Pomàrico und das Ensemble Resonanz Residence-Künstler in Hamburg, und gemeinsam weihten sie im Januar 2017 mit der Uraufführung von Haas’ Release sowie Werken von Berg und Bartók den Kleinen Saal der Elbphilharmonie ein.
Weitere Engagements führten Emilio Pomàrico u. a. zur Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, zum SWR Symphonieorchester, zum WDR Sinfonieorchester, zum Orchestre Philharmonique de Radio France und zum Gürzenich-Orchester Köln. Darüber hinaus gibt er regelmäßig Konzerte mit dem Collegium Novum Zürich, dem Ensemble Musikfabrik, dem Ensemble Resonanz, dem Ensemble Contrechamps und dem Remix Ensemble.
Für Opernproduktionen war er u. a. zu Gast in Dijon, an der Pariser Opéra Comique sowie bei den Festivals von Aix-en-Provence und Avignon, der Ruhrtriennale und dem steirischen herbst. Zu seinen jüngsten Opernprojekten zählen die von Kritikern gefeierte Uraufführung von Philippe Boesmans’ neuer Oper Pinocchio in Aix, Christian Spucks Neuproduktion von Zenders Winterreise am Opernhaus Zürich und die Premiere von Francesco Filideis L’Inondation mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France in einer Inszenierung von Joël Pommerat an der Opéra Comique.
Emilio Pomàrico hat zahlreiche CD-Aufnahmen bei den Labels NEOS, Wergo, Kairos und ECM vorgelegt.

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Christina
Daletska

Christina Daletska ist eine der eindrucksvollsten jungen Sängerinnen ihrer Generation. Mit außergewöhnlicher Begeisterung und Begabung interpretiert sie insbesondere die Werke des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Presse schwärmt von der phänomenalen Sopranistin Christina Daletska, die jedes Wort mit Sinn, Kraft und Persönlichkeit zu füllen versteht (Tages Anzeiger).

Die Saison 2020/21 führt sie u. a. erneut an das Casa da Música Porto für Nonos Prometeo und Guai ai gelidi mostri mit dem Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música/Remix Ensemble und zum Ensemble Intercontemporain für die Uraufführung von Raphaël Cendos Double Cheese Passions mit IRCAM in der Philharmonie de Paris. Darüber hinaus singt sie Mahlers Das Lied von der Erde in einer Neuproduktion von Philippe Quesne bei den Wiener Festwochen und den Festspielen Erl, Emilio Pomárico dirigiert das Klangforum Wien. Weitere Höhepunkte sind Hosokawas The Raven beim Musikfestival Bern, Strawinskys Threni in der Elbphilharmonie Hamburg, Manourys Kein Licht (Suite) an der Philharmonie Luxembourg und Nonos La fabbrica illuminata/Guai ai gelidi mostri am Wiener Konzerthaus.

2015 konzertierte sie mit Ingo Metzmacher und dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg mit Nonos Prometeo in Amsterdam, Paris, Zürich und bei der Ruhrtriennale und interpretierte kürzlich Berios Folk Songs (Heinrich Schiff/Orchestre de Chambre de Lausanne), Romitellis An Index of Metals (Baldur Brönnimann/BIT20 Ensemble), Schönbergs Gurre-Lieder (Stefan Blunier/Orquestra Sinfónica do Porto) und Webern Lieder (Peter Rundel/Remix Ensemble).  Mit dem Ensemble Resonanz, Emilio Pomárico und Agata Zubel brachte sie Migrants von Georges Aperghis und Tagebuch eines Verschollenen von Leoš Janáček/Johannes Schöllhorn bei der MaerzMusik Berlin zur Uraufführung, gefolgt von Konzerten an der Elbphilharmonie Hamburg, im Wiener Konzerthaus, in der Philharmonie Luxembourg und am Muziekgebouw aan’t IJ Amsterdam.

Sie arbeitete mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Balthasar-Neumann Ensemble, den Essener Philharmonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich (Beethovens Missa Solemnis), dem Berner Symphonieorchester (Dvořáks Requiem), dem Orchestre Philharmonique de Liège, dem Swedish Radio Symphony Orchestra Stockholm sowie mit Dirigenten wie Emilio Pomárico, Daniel Harding, Ivor Bolton, Riccardo Muti, Thomas Hengelbrock, Louis Langrée, Jun Märkl, Christopher Hogwood, James Gaffigan, Christian Zacharias, Teodor Currentzis, Zsolt Hamar, Stefan Soltesz, Douglas Boyd, Kirill Karabits u.a. zusammen. Konzerte und Liederabende führten sie außerdem an die Tonhalle Zürich, zu den Salzburger Festspielen und an das Beethovenfest Bonn.

Ihr Operndebüt gab Christina Daletska mit 23 Jahren als Rosina in Rossinis Il barbiere di Siviglia am Teatro Real Madrid. Es folgten Partien ihres Faches wie Cherubino (Le nozze di Figaro) an der Oper Graz, Lucilla (La scala di seta), Rosina (Il barbiere di Siviglia) und Cherubino am Opernhaus Zürich, Mercedes (Carmen) am Festspielhaus Baden-Baden, Annio (La Clemenza di Tito) mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in Paris, London, Bremen und Dortmund, Idamante (Idomeneo) in London, Baden-Baden und beim Mozartfest Würzburg sowie Hänsel mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège. Weitere Engagements führten sie als Zerlina (Don Giovanni) und als Mascha (Schostakowitschs Moskau, Tscherjomuschki) an die Opéra de Lyon sowie als Angelina (La Cenerentola) und als Piacere (Il Trionfo del Tempo e del Disinganno) an das Konzert Theater Bern. 2017 sang sie die Uraufführung von Philippe Manourys Kein Licht bei der Ruhrtriennale und in Folge an der Opéra Comique Paris, der Opéra national du Rhin Strasbourg, am Kroatischen Nationaltheater Zagreb und am Grand Théâtre Luxembourg (Regie: Nicolas Stemann). 2018 gab sie ihr Debüt am Teatro La Fenice di Venezia als Queen Elisabeth in der italienischen Erstaufführung von Giorgio Battistellis Richard III unter Leitung von Tito Ceccherini und der Regie von Robert Carsen. Im Sommer 2019 sang sie die Uraufführung LAST CALL von Michael Pelzel am Opernhaus Zürich unter der Leitung von Jonathan Stockhammer und in der Regie von Chris Kondek.

Christina Daletska wurde 1984 in Lemberg (Ukraine) geboren. Sie studierte zunächst Geige bei ihrer Mutter Oksana Trunko und begann 2006 ihr Gesangsstudium mit Ruth Rohner in Zürich. Sie spricht sieben Sprachen und ist offizielle Botschafterin für Amnesty International Schweiz.