Richard Wagner

Lohengrin

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Musikalische Leitung Titus Engel

Inszenierung Katharina Thoma

Bühnenbild Johannes Leiacker

Kostüme Irina Bartels

Licht Olaf Winter


Lohengrin AJ Glueckert

Elsa Jennifer Davis

Telramund Andrew Foster Williams

Ortrud Dshamilja Kaiser

König Heinrich Anthony Robin Schneider

Heerrufer Daniel Schmutzhard

GEDANKEN ZU LOHENGRIN

„Lohengrin“ ist ein Stück über den Glauben – einen Glauben, der Berge versetzen oder eben auch charismatische Retter herbeiimaginieren kann. Daher ist es äußerst reizvoll, dieses Stück an einem Ort zu inszenieren, der stark vom Glauben geprägt ist, ja der ohne den christlichen Glauben und den Wunsch, diesen plastisch zum Ausdruck zu bringen, gar nicht existieren würde. Elsa ist die visionäre, bedingungslos Glaubende. Von ihrer Überzeugung wird eine ganze Gesellschaft angesteckt, die Menschen werden verbunden durch das gemeinsame Erlebnis des Wunders von Lohengrins Erscheinen. Doch wer ist dieser Lohengrin? Kann man ihm vertrauen? Rationale Machtmenschen wie Ortrud und Telramund halten dagegen und schaffen Verunsicherung. Wie viel Kraft kann man Elsa abverlangen, dass sie die Zweifel unterdrückt und sich an das Gebot hält, Lohengrin niemals nach seiner Herkunft zu fragen?

Nicht nur unser Spielort ist religiös geprägt – auch in der Kunst Richard Wagners liegt die Gefahr einer Ersatzreligion. Die mystische Aufladung und die betörende Klangwelt zielt darauf ab, dass wir uns ganz in Wagners Werk versenken und Glaubende werden – obwohl auch hier Zweifel und Hinterfragen der künstlerischen Beweggründe durchaus angebracht sind. Eine archaische, irrationale Welt trifft auf unser modernes Denken und auf unsere Sehnsüchte nach Überwältigung und Erlösung – in diesem Spannungsfeld bewegt sich unsere Produktion.

Katharina Thoma

Fr 10. Jul
17:00 Uhr → Passionsspielhaus
So 12. Jul
17:00 Uhr → Passionsspielhaus
Sa 18. Jul
17:00 Uhr → Passionsspielhaus

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Titus Engel

Musikalische Leitung

Katharina Thoma

Inszenierung

Johannes Leiacker

Bühnenbild

Irina Bartels

Kostüme

Olaf Winter

Licht

AJ Glueckert

Lohengrin

Jennifer Davis

Elsa

Andrew Foster Williams

Telramund

Dshamilja Kaiser

Ortrud

Anthony Robin Schneider

König Heinrich

Daniel Schmutzhard

Heerrufer


Orchester der Tiroler Festspiele Erl


Titus
Engel

Offenheit für innovative Konzertformate im Verbund mit einer technischen Präzision sondergleichen zeichnen Titus Engel als einen der führenden kreativen Köpfe unter den Dirigenten seiner Genera­tion aus. Der in Berlin ansässige geborene Zürcher ist regelmäßiger Gast bei großen europäischen Orchestern und führenden Ensembles für zeitgenössische Musik. Neben seiner Beschäftigung mit neuester Musik und sinfonischen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts hegt er eine tiefe Leidenschaft für Barockmusik und historische Aufführungspraxis. Immer bereit, in der Auseinandersetzung mit szenischen Konzepten am Pult neue Wege zu beschreiten, begreift er insbesondere Musiktheater als Experimentierfeld, auf dem auch gesellschaftliche Utopien gedeihen können.

Gastdirigate führten ihn unter anderem zum Orchestre de l'Opéra de Paris, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Konzerthausorchester Berlin, Philharmonia Orchestra, Mozarteum­orchester Salzburg, SWR Sinfonieorchester, zum Mahler Chamber Orchestra sowie zu den Kammerorchestern in Zürich, München und Basel. Regelmäßig leitet er das Ensemble Modern, Ensemble Musikfabrik, Collegium Novum Zürich, Remix Ensemble und Klangforum Wien.

2000 gab er sein Operndebüt mit der Uraufführung von Benjamin Schweitzers Jakob von Gunten in Dresden. Seitdem leitete er unter anderem Monteverdis L‘Orfeo (Radialsystem Berlin, Theater an der Wien), Wagners Der Fliegende Holländer, Bergs Wozzeck und Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg (Oper Stuttgart), Offenbachs Fantasio (Komische Oper Berlin), Telemanns Orpheus und Mozarts Betulia Liberata (Oper Frankfurt), Humperdincks Hänsel und Gretel (Hamburgische Staatsoper), Glass‘ Akhnaten (Opera Vlaanderen Antwerpen/Gent), Nunez‘ La Douce (Staatsoper Berlin) und Verdis La Traviata (Theater Basel). Darüber hinaus dirigierte er zahlreiche Uraufführungen (Sergej Newski, Leo Dick, Olga Neuwirth, Michael Wertmüller, Rebecca Saunders, Bernhard Gander) bei den Salzburger Festspielen, den Berliner Festspielen, dem Lucerne Festival, am Wiener Konzerthaus.

Sein Debüt am Teatro Real Madrid, das er auf Einladung von Gérard Mortier 2011 mit der Uraufführung von Pilar Jurados La página en blanco gab, ließ Presse und Publikum jubeln. Es folgten dort ebenso erfolgreiche Uraufführungen von Charles Wuorinens Brokeback Mountain (2014) und Elena Mendozas La ciudad de las mentiras (2017). Gemeinsam mit Lydia Steier brachte er 2016 Stockhausens Donnerstag auf die Bühne des Theater Basel; die Produktion wurde vom Magazin Opernwelt zur Aufführung des Jahres gekürt. Uraufführung des Jahres wurde 2017 Chaya Czernowins Oper Infinite Now, die er an der Opera Vlaanderen, am National­theater Mannheim und an der Philharmonie de Paris dirigierte. 2018 war er mit Musik von Charles Ives in Christoph Marthalers Inszenierung Universe, incomplete bei der Ruhrtriennale und mit der Uraufführung von Michael Wertmüllers Oper Diodati. Unendlich in Basel zu Gast.

In die Saison 2019/20 startet Titus Engel mit der Schweizer Erstaufführung von Philip Glass‘ Oper Einstein on the Beach am Grand Théâtre de Genève. Mit Ravels L’Enfant et les Sortilèges debütiert er an der Opéra de Lyon und in Muscat (Oman), ehe er in Stuttgart Mussorgskis Boris Godunow dirigiert, in der Neuinszenierung von Paul-Georg Dittrich verzahnt mit der Uraufführung von Sergej Newskis Secondhand-Zeit. In Frankfurt ist er mit Debussys Damoiselle élue in Kombination mit Honeggers Jeanne d’Arc au bûcher sowie mit Don Giovanni zu Gast. Daneben dirigiert er Konzerte mit dem Zafraan Ensemble in Berlin, mit dem Niedersächsi­schen Staatsorchester Hannover und mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken; beim Kölner Festival Acht Brücken leitet er wieder das WDR Sinfonieorchester mit Stockhausens Inori.

Titus Engel studierte Musikwissenschaften und Philosophie in Zürich und Berlin und erlernte sein Dirigierhandwerk in Dresden bei Christian Kluttig, ergänzt durch Förderungen des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats und David Zinmans American Academy of Conducting at Aspen sowie Assistenzen bei Sylvain Cambreling, Marc Albrecht und Peter Rundel. Er hat zahlreiche Werke für Rundfunk und CDs aufgenommen und ist Initiator der Akademie Musiktheater Heute sowie Herausgeber mehrerer Bücher zur aktuellen Oper.


Katharina
Thoma

Katharina Thoma ist eine Opernregisseurin von wachsender internationaler Reputation. Ihre Arbeit ist geprägt von Musikalität, psychologischer Durchdringung und ausgefeilter Personenregie und führte sie bereits an namhafte europäische Opernhäuser.

Sie inszenierte u.a. Madama Butterfly (Folkopera Stockholm), Hänsel & Gretel (Göteborg Opera), La Clemenza di Tito (Opéra national du Rhin, Straßburg), Strauss’ Ariadne auf Naxos (Glyndebourne Festival) und Un Ballo in maschera (Royal Opera House Covent Garden, London).

Außerdem hat sie viel in Deutschland gearbeitet: an der Oper Frankfurt inszenierte sie Martha von Flotow, Mozarts La finta giardiniera und Samuel Barbers Vanessa (eine Übernahme der Malmö Opera), am Theater Nordhausen Eugen Onegin, Rigoletto und Nabucco, am Staatstheater Kassel Die Zauberflöte und Saul. An der Oper Dortmund war sie von 2011–2014 Hausregisseurin, ihre Inszenierungen dort waren Eliogabalo, La Bohème, Boris Godunow, Il Trovatore und Carmen.

Zukünftige Projekte sind die Wiederaufnahme von Flotows Martha und eine Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde an der Oper Frankfurt sowie Lohengrin bei den Tiroler Festspielen Erl.

Katharina Thoma studierte Klavier an der Musikhochschule Lübeck und legte dort das pädagogische sowie das künstlerische Diplom ab. Angeregt durch ihre musikalische Ausbildung und durch ihre Tätigkeit als Liedbegleiterin und Korrepetitorin, interessierte sie sich zunehmend für Oper und Opernregie und wurde Regieassistentin am Staatstheater Kassel (2002 -04), dann an der Oper Frankfurt (2004–2008), wo sie mit Regisseuren wie Richard Jones, Keith Warner und Christof Loy arbeitete.

2007 erhielt sie den 2.Preis beim Europäischen Opernregie-Preis der Camerata Nuova für ein Konzept zu Rusalka von Dvořák. Ihre ersten größeren Regiearbeiten waren die Uraufführung Piero – Ende der Nacht von Jens Joneleit bei der Münchener Biennale und Vanessa von Samuel Barber an der Malmö Opera (später nach Frankfurt übernommen).

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der szenischen Ausbildung junger Sänger für die Opernbühne. Von 2008–2012 war Katharina Thoma Dozentin für szenischen Unterricht an der Musikhochschule Mainz. 2018 hatte sie eine Gastprofessur an der Kunstuniversität Graz, und seit Oktober 2019 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik Würzburg und Leiterin der dortigen Opernschule.


Johannes
Leiacker

Johannes Leiacker ist weltweit als Bühnen- und Kostümbildner im Opern- und Schauspielbereich tätig. Engagements führten Johannes Leiacker u.a. an die Wiener Staatsoper, die Opéra National in Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Nationale Opera Amsterdam, die Metropolitan Opera in New York, die Los Angeles Opera sowie die Opernhäuser in Madrid, Brüssel, Kopenhagen, Helsinki, Moskau und Tokio. Bühnen- und Kostümbilder entstanden außerdem für die Festspiele in Salzburg, Bregenz und Baden-Baden. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet Johannes Leiacker mit den Regisseuren Peter Konwitschny (künftig u.a. Les Huguenots an der Semperoper in Dresden), Christof Loy (demnächst Don Pasquale am Opernhaus Zürich und Elektra am Royal Opera House in London), Dietrich Hilsdorf, Brigitte Fassbaender und Rolando Villazón. Die mit Christof Loy entstandene Produktion von Tristan und Isolde in Covent Garden wurde 2010 mit dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet, Peter Grimes erhielt den International Opera Award als »Beste Produktion« 2016. Bis 2010 hatte Johannes Leiacker eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden inne. 1996, 2009 und 2018 wurde er von der Zeitschrift Opernwelt zum »Bühnenbildner des Jahres« gewählt.


Irina
Bartels

Irina Bartels studierte in Hamburg Mode und assistierte an den Hamburger Kammerspielen, dem Thalia Theater, dem NDR und am Schauspiel Frankfurt. Seit 2004 ist sie als freischaffende Kostümbildnerin für Schauspiel und Oper tätig. Ihre Arbeiten waren u. a. am Schauspiel Frankfurt (»Fräulein Julie«), Schauspiel Essen (»Don Carlos«) und am  Schauspiel Bochum (»Der Besuch der alten Dame«, »Wunschkinder«) zu sehen. Weitere Produktionen führten Sie an die Oper Frankfurt (»L’heure espagnole«), Opéra Nice Côte d'AzurDeath in Venice«), Oper Dortmund (»L'Eliogabalo«, »Boris Godunow«), das Glyndebourne Opera Festival (»Ariadne auf Naxos«), die Göteborg Operan (»Hans och Greta«),  das Royal Opera House London (»Un ballo in maschera«) und die Opéra National du Rhin/Strasbourg (»La clemenza di Tito«).


Olaf
Winter

Olaf Winter studierte nach seinem Studium der Musikwissenschaft Lighting Design am Studio and Forum of Stage Design in New York City. 1989 wurde er Beleuchtungsdesigner bei William Forsythe und dem Ballett Frankfurt mit freien Arbeiten für u.a. das Bayerische Staatsschauspiel, die Pocket Opera Company in Nürnberg und das Ensemble Modern (z. B. für Frank Zappas Yellow Shark). 1994 wurde er Beleuchtungsdesigner der Oper Frankfurt, zu deren Technischen Direktor er 2001 ernannt wurde. Er konzipierte das Licht für Inszenierungen u.a. bei den Salzburger Festspielen, an der Opera Bastille in Paris, am Liceu Barcelona und am Royal Opera House in London. Außerhalb der Oper Frankfurt blickt Olaf Winter auf zahlreiche Zusammenarbeiten u.a. mit Christoph Marthaler, Christof Loy und Claus Guth zurück.


AJ
Glueckert

AJ Glueckert ist Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt und war in 2016/17 in verschiedenen Hauptrollen zu hören. Zuerst mit der Partie des Bob Boles in einer neuen Keith Warner-Produktion von Peter Grimes unter Sebastian Weigle, sowie als Flamand in einer Neuproduktion von Strauss' Capriccio unter der Regie von Brigitte Fassbaender und der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle. Zu seinen Rollendebüts in 2017/18 zählen Froh in Das Rheingold sowie als Skuratov in Aus einem Totenhaus. Im Sommer 2018 ist er als Pinkerton in Madama Butterfly an der Santa Fe Opera zu hören.
In 2016/17 gab AJ Glueckert sein Debüt an der Metropolitan Opera als Erik in Der fliegende Holländer unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. An der Oper Frankfurt war er als Lyonel in einer Neuproduktion von Flotows Martha unter der Leitung von Sebastian Weigle, Don José in Barrie Koskys gefeierter Produktion von Carmen, Raffaele in Stiffelio und Erik in Der fliegende Holländer zu hören. Sein Europa-Debüt gab er an Oper Frankfurt als Prinz in Rusalka, einer Partie, die er auch an der Minnesota Opera und New Orleans Opera sang.  Als Bacchus in Ariadne auf Naxos debütierte er kürzlich beim Glyndebourne Festival und zuvor am Opera Theatre of Saint Louis.

AJ Glueckert ist in besonderem Maße der San Francisco Opera als deren ehemaliger Adler Fellow und Teilnehmer des Merola Opera Program verbunden. Dort war er zuletzt als Beadle Bamford (Sweeney Todd), Normanno (Lucia di Lammermoor) und Kunz Vogelsang (Die Meistersinger von Nürnberg) zu erleben.
Sein Rollendebüt als Don José in Carmen gab er 2015 an der Pittsburgh Opera. An der Philadelphia Opera und der Minnesota Opera sang er in der Uraufführung von Kevin Puts' Stille Nacht. Er ist Absolvent des Young Artists Programms der Santa Fe Opera und Utah Opera. An der Utha Opera war er in der Rolle des Schwachsinnigen in Boris Godunow zu hören.

In Konzerten arbeitete AJ Glueckert bisher u.a. mit der Utah Symphony sowie dem Santa Clara und dem Sacramento Symphony Orchestra zusammen. Zweimal gewann der Absolvent des San Francisco Conservatory of Music regionale Wettbewerbe der Metropolitan Opera National Auditions.


Jennifer
Davis

Die Sopranistin Jennifer Davis wurde in Irland geboren. Sie absolvierte das Jette Parker Young Artist Programm. Erst Auftritte führten sie bald an das Royal Opera House Covent Garden in London, wo sie unter anderem als Adina in L’elisir d’amore, als Erste Dame in Die Zauberflöte, als Ifigenia in Oreste, als Arbate in Mitridate, re di Ponto und als Inès in Il trovatore zu erleben war. 2018 sang sie erstmals die Elsa an diesem Haus und gestaltete die Partie auch an der Opera Vlaanderen und an der Staatsoper Stuttgart. Auch als Gretel in Hänsel und Gretel war sie in London zu hören. Weitere Auftritte absolvierte sie als Donna Anna in Don Giovanni an der Opera North, als Erste Dame an der Welsh National Opera sowie als Pamina an der Irish National Opera. Künftige Engagements führen Jennifer Davis unter anderem an die San Francisco Opera (als Contessa d’Almaviva in Le nozze di Figaro), als Elsa an die Opera Australia sowie an das Gran Teatre del Liceu in Lissabon und die Deutsche Oper Berlin. Die junge Sängerin ist auch am Konzertpodium zu erleben, unter anderem mit dem Netherlands Radio Philharmonic und der Accademia Santa Cecilia.


Andrew Foster
Williams

Andrew Foster-Williams studierte in London an der Royal Academy of Music. Er sang am La Monnaie in Brüssel, Royal Opera House London, Teatro Real in Madrid, Liceu in Barcelona und an der Washington National Opera, wie auch der English National Opera und dem Théâtre des Champs-Elysées. Er war Gast bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen, beim Glyndebourne Festival und der Carnegie Hall in New York. Sein Repertoire umfasst Wagner-Rollen wie Telramund in Lohengrin und Gunther in der Götterdämmerung, Jochanaan in Strauss’ Salome, Don Pizarro in Beethovens Fidelio und Méphistophélès in Berlioz‘ La damnation de Faust. Aktuelle und zukünftige Auftritte sind u.a. Kurwenal in Wagners Tristan und Isolde am La Monnaie, Gounods Roméo et Juliette in Lissabon sowie Golaud in Debussys Pelléas et Mélisande in Basel. Am Theater an der Wien war er zuletzt in Salieris Les Horaces und in Brittens Peter Grimes zu hören.


Dshamilja
Kaiser

Die Mezzosopranistin Dshamilja Kaiser wurde 2015 als beste Nachwuchssängerin mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet und zieht das Publikum in ihren Bann. Derzeit ist sie am Theater Bonn engagiert, wo sie als Carmen und Penthesilea in den gleichnamigen Opern beeindruckte. Zuvor war sie ein Ensemble-Mitglied an der Oper in Graz und sang Partien wie Orlofsky in "Die Fledermaus", Cherubino in "Le nozze die Figaro"oder Magdalene in "Die Meistersinger von Nürnberg". An der Volksoper Wien debütierte sie als Carmen, außerdem war sie bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien und bei den Festspielen Klosterneuburg zu Gast. Zahlreiche Konzerte im In- und Ausland ergänzen ihr Schaffen. Kaiser war eine Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Richard-Wagner-Stiftung und absolvierte ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Detmold.


Rollen:

  • Ortrud in "Lohengrin", Theater Bonn 2018
  • Adalgisa in "Norma", Den Norske Oper Oslo 2018
  • Lucrezia in "Beatrice Cenci", Bregenzer Festspiele 2018
  • La Regina Gertrude in "Amleto", Bregenzer Festspiele 2016
  • Dorabella in "Cosí fan tutte", Volksoper Wien 2014

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Antonín Dvořák & Jaroslav Kvapil: "Rusalka"

Anthony Robin
Schneider

Anthony Robin Schneider is a bass from Austria and New Zealand. He is a graduate of the University of Auckland, the Academy of Vocal Arts, and the Houston Grand Opera Studio.

In the coming year, Anthony joins the Ensemble at Oper Frankfurt to sing The Voice in Idomeneo, Administrator/Sergeant in Lady Macbeth from Mtsensk, The Grand Inquisitor/Monk in Don Carlo, Sparafucile in Rigoletto, and Commendatore in Don Giovanni. He will be returning to Houston Grand Opera to sing Sarastro/Sprecher in Die Zauberflöte and the 1st Nazarene in Salome.

During the 2018-19 season, Anthony made debuts at the Wiener Staatsoper (Ghost of Hector, Les Troyens), the New Zealand Symphony Orchestra (Beethoven’s 9th Symphony), the Cleveland Orchestra (Truffaldino, Ariadne auf Naxos) and Oper Frankfurt (Der Wirt, Der Ferne Klang and Don Bartolo, Le nozze di Figaro). He also performed at the Wolf Trap Opera twice – in February 2019 as Duc Hoël in Frank Martin’s Le vin herbé (in a collaboration with Washington Concert Opera), and in June of the same year as Der Tod in Ullman’s Der Kaiser von Atlantis.

Anthony is a 2018-2019 Sullivan Foundation Award Winner, and the proud recipient of a Kiri te Kanawa Foundation Scholarship.


Daniel
Schmutzhard

Im Sommer 2019 ist Daniel Schmutzhard (wie bereits 2017 und 2018) bei den Bayreuther Festspielen als Fritz Kothner in Die Meistersinger von Nürnberg zu hören. In der Spielzeit 2019/20 singt er in Luxembourg und in Paris (Théâtre des Champs-Élysées) den Ottokar in Der Freischütz. Die Komische Oper Berlin hat ihn für die Titelrolle in Schwanda, der Dudelsackpfeifer (der spätromantischen Oper von Jaromir Weinberger) engagiert. Schließlich kehrt er in der Titelpartie von Lortzings Zar und Zimmermann an die Volksoper Wien zurück. Als Konzertsänger gibt er u.a. einen Liederabend mit Gerold Huber an der Alten Oper Frankfurt. Mit dem MDR-Sinfonie-Orchester wird er im Gewandhaus Leipzig die Kindertotenlieder von Gustav Mahler interpretieren.

In der Saison 2018/19 sang Daniel Schmutzhard an der Wiener Volksoper den Zaren in der Neuinszenierung von Zar und Zimmermann sowie den Billy Bigelow in Carousel. Er war auch Solist des Saison-Eröffnungkonzertes an diesem Haus. Das Theater an der Wien hatte ihn sowohl für die Neuproduktionen von Tschaikowskys Jungfrau von Orleans als auch Webers Oberon verpflichtet. Weiters gab er sein Rollendebüt als Frank/Fritz in Korngolds Die tote Stadt (Opéra de Limoges). Konzerte führten den Künstler u.a. in die Niederlande (Brittens War Requiem). In Utrecht und im Concertgebouw Amsterdam gastierte er mit dem Radio Filharmonisch Orkest und dem Niederländischen Rundfunkchor (Die Schöpfung). Mit diesen großartigen Ensembles brachte er auch Schumanns größtes Werk zur Aufführung (Szenen aus Goethes Faust), ein selten gespieltes, weltliches Oratorium.

In den Saisonen 2016/17 und 2017/18 brillierte er in Frankfurt in den Neuproduktionen von Eugen Onegin (Titelpartie) und Scartazzinis Der Sandmann (Nathanael). Gastengagements führten ihn als Papageno in einer Neuproduktion der Zauberflöte unter René Jacobs wieder an das Theater an der Wien, wo er zuvor in Die Schöpfung und in Capriccio zu hören war. Weiters kehrte er in der Hauptrolle von Carousel (Billy Bigelow) an die Wiener Volksoper zurück. Als gefragter Konzertsänger trat er u.a. mit den Münchner Philharmonikern bei den Neujahrskonzerten mit Beethovens 9. Symphonie auf. Unter Kirill Petrenko interpretierte er Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen und sang in Haydns Schöpfung in der umjubelten szenischen Version von La Fura dels Baus im Rahmen einer Europa-Tournee (unter Laurence Equilbey), u.a. in Paris, Wien und der Elbphilharmonie Hamburg. Mit dem Orchestre de Chambre de Paris konzertierte er in der Pariser Philharmonie (Jahreszeiten). Anlässlich der 200-Jahr-Feier des Innsbrucker Musikvereins sang er den Elias.

Von 2011 bis 2018 war Daniel Schmutzhard festes Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. Als Don Giovanni (Titelpartie), Conte (Nozze di Figaro), Guglielmo (Cosi fan tutte), Papageno (Zauberflöte), Figaro (Barbiere di Siviglia), Eisenstein (Fledermaus), Marcello (Bohème), Harlekin (Ariadne auf Naxos), Heerrufer (Lohengrin), Wolfram (Tannhäuser), Albert (Werther), Olivier (Capriccio), Escamillo (Carmen), Ford (Falstaff), Rodrigo (Don Carlo) u.a. war er hier in den großen Rollen seines Fachs zu erleben. Gastengagements führten ihn u.a. an die Staatsopern in Berlin und München, die Opéra National de Paris, die Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent, das Theater an der Wien, die Komische Oper Berlin, zu den Salzburger und den Bregenzer Festspielen (u.a. in der spektakulären Inszenierung der Zauberflöte von David Pountney) sowie den Festivals in Aix-en-Provence, Glyndebourne und Grafenegg. Unter René Jacobs sang er den Papageno in Amsterdam, Brüssel, Rom, Barcelona und Lissabon und nahm die Partie für Harmonia Mundi auf.

Hochkarätige Konzertverpflichtungen führten den Künstler u.a. mit Liederabenden zur Schubertiade nach Schwarzenberg und Hohenems, ins Wiener Konzerthaus und ans Teatro Ristori di Verona. 2015 eröffnete er mit einem Liederabend in der renovierten Villa Wahnfried die Wahnfried-Konzerte zur Festspielzeit in Bayreuth. Mit den Wiener Philharmonikern gastierte er mit Schuberts Lazarus in Wien und Rom. Mit der Akademie für Alte Musik und dem Rias Kammerchor trat er u.a. an der Berliner Philharmonie (Haydns Jahreszeiten) und im Konzerthaus Berlin (Bach-Kantaten) auf. Weiters konzertierte er u.a. mit der Dresdner Philharmonie (Fauré Requiem in der Frauenkirche), dem Orchestre National de Lille (Mahlers Rückert-Lieder), der Sächsischen Staatskapelle Dresden (Jahreszeiten) und der Österreichisch-Ungarischen Haydn-Philharmonie in Budapest (Haydns Schöpfung). Beim Elbphilharmonie Festival in Hamburg sang er das Deutsche Requiem von Brahms (in der Fassung für zwei Klaviere, begleitet von Elisabeth Leonskaja und Markus Hinterhäuser). Im Leipziger Gewandhaus war er mit Orffs Carmina Burana und am Teatro del Maggio Musicale Fiorentino mit Die Glocken von Rachmaninoff zu hören. An der Seite von John Malkovich gestaltete Daniel Schmutzhard in New York und Toronto die Rolle des Casanova für das Schauspiel-Opern-Projekt Giacomo Variations mit der Wiener Akademie.

Von 2005 bis 2011 war er an der Wiener Volksoper engagiert, wo er u.a. den Danilo in der Neuinszenierung der Lustigen Witwe sang (einem Kernstück des Hauses) und diese Rolle auch auf der Japan-Tournee der Volksoper verkörperte. Weitere Höhepunkte waren die Uraufführung von Joneleits Metanoia unter Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper, die Zauberflöte (Papageno) bei der Mozartwoche Salzburg, Harlekin (Ariadne auf Naxos) an der Wiener Staatsoper und Orffs Carmina Burana sowie Liszts Legende der heiligen Elisabeth am Theater an der Wien. 2010 debütierte er an der Berliner Staatsoper in Agrippina sowie 2008 bei den Salzburger Festspielen, am Theater an der Wien, bei den Tagen der Alten Musik Innsbruck, der Glyndebourne Touring Opera sowie beim Festival d'Aix-en-Provence. In diesem Zeitraum war er auch Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter der Mozartwettbewerb Salzburg und der von Thomas Quasthoff ins Leben gerufene Gesangswettbewerb 'Das Lied'.

Daniel Schmutzhard hat neben den genannten Dirigenten und Regisseuren u.a. mit Simon Rattle, Kirill Petrenko, Philippe Jordan, Sebastian Weigle, Franz Welser-Möst, Bertrand de Billy, Ivor Bolton, Constantinos Carydis, Jean-Claude Casadesus, Karel Mark Chichon, Jonathan Darlington, Laurence Equilbey, Adam Fischer, Leopold Hager, Martin Haselböck, Kristjan Järvi, Simone Young, Dmitri Jurowski, Ingo Metzmacher, Tomas Netopil, Ulf Schirmer bzw. mit Jossi Wieler, Marco Arturo Marelli, Christof Loy, Barrie Kosky, Calixto Bieito, Jan Bosse, Vincent Boussard, Robert Carsen, Frank Castorf, Tatjana Gürbaca, William Kentridge, Alfred Kirchner, Josef Ernst Köpplinger und Michael Sturminger gearbeitet. Neben seiner umfangreichen Operntätigkeit hat sich der junge Bariton einen ausgezeichneten Namen als Konzertsänger erworben und ist u.a. im Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Berliner Philharmonie, Elbphilharmonie Hamburg, Kölner Philharmonie, Festspielhaus Baden-Baden, Pariser Philharmonie, Salle Pleyel Paris, La Seine Musicale Paris, Concertgebouw Amsterdam, Grand Théâtre Aix-en-Provence und den Salzburger Osterfestspielen aufgetreten.

Daniel Schmutzhard aus Aldrans bei Innsbruck war als Kind Solist bei den Wiltener Sängerknaben, machte bereits während seiner Schulzeit Gesangsausbildung am Tiroler Landeskonservatorium Innsbruck (bei Karlheinz Hanser) und setzte sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Ralf Döring fort.