Silvester-konzert

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Musikalische Leitung Roland Böer

Dramaturgie Ulrich Lenz

Sopran Anna Gabler

Tenor Gerard Schneider

Mezzosopran Corinna Scheurle

Bariton Liviu Holender


„EIN WALZER MUSS ES SEIN“ – MIT LEO FALL BESCHWINGT INS NEUE JAHR

Nur zwei Jahre, nachdem sich Franz Lehár mit seiner „Lustigen Witwe“ an die Spitze der Operettenkomponisten katapultiert hatte, startete der nur drei Jahre jüngere, im mährischen Olmütz geborene Leo Fall im Jahre 1907 mit gleich zwei gefeierten Operetten eine Karriere, die auf ihrem Höhepunkt der seines Konkurrenten in nichts nachstand. Dabei gaben gleich seine ersten beiden Erfolgsstücke – „Der fidele Bauer“ und „Die Dollarprinzessin“ – jene Spannweite zwischen rührseligem Volksstück und satirischer Salonkomödie vor, die für das weitere Schaffen Falls prägend bleiben sollten. Vor allem mit der ersteren Richtung setzte er den weltläufigen, großstädtischen Operetten von Franz Lehár, Emmerich Kálmán oder Paul Abraham eine eigene, unverwechselbare Alternative entgegen. Und statt wie seine Kollegen im breiten Orchesterklang zu schwelgen oder in flotten Rhythmen aus der Neuen Welt zu swingen, setzte Fall ganz auf einen ziselierten, durchsichtigen Orchesterklang, mit dessen Hilfe der feine ironische Witz – ganz im Sinne des Erfinders der Operette, Jacques Offenbach – vom Text in die Musik sickert: Da lacht die Klarinette, schnalzen die Violinen, kichert das Piccolo. Und obwohl Falls Operetten an ganz unterschiedliche Schauplätze – von Thessalien („Der liebe Augustin“) über Paris („Madame Pompadour“) bis nach Istanbul („Die Rose von Stambul“) – entführen, bleibt der Komponist musikalisch seiner Wahlheimat Wien eng verbunden.

Dem Wiener Walzer verschaffte er dank seines Einfallsreichtums und seiner kompositorischen Meisterschaft eine letzte große Blüte. Drum heißt es auch am Bosporus: „Ein Walzer muss es sein“!

Ulrich Lenz

Do 31. Dez
15:00 Uhr → Festspielhaus
Do 31. Dez
20:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Roland Böer

Musikalische Leitung

Ulrich Lenz

Dramaturgie

Anna Gabler

Sopran

Gerard Schneider

Tenor

Corinna Scheurle

Mezzosopran

Liviu Holender

Bariton


Orchester der Tiroler Festspiele Erl


Roland
Böer

Der international gefragte Opern- und Konzertdirigent Roland Böer ist seit der Spielzeit 2018/19 der erste Gastdirigent des Mikhailovsky-Theaters in Sankt Petersburg. Mit der Oper Frankfurt, der Opéra de Nice und dem Teatro dell'Opera di Firenze verbindet ihn eine regelmäßige Zusammenarbeit. Seit 2015 ist er sowohl der musikalische als auch der künstlerische Leiter des "Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano" und erhielt in dieser Rolle den „Grifo Poliziano“ und die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen. Als Konzertdirigent leitete Roland Böer die Filarmonica della Scala, das London Symphony Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das HR-Sinfonieorchester Frankfurt und das BR-Symphonieorchester München, die Deutsche Radio Philharmonie, sowie das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und das Orchestre Philharmonique de Luxembourg. Sein symphonisches Repertoire umfasst Werke von Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner, Mahler und Strauss.


Dirigate:

  •  "Le nozze die Figaro", Mikhailovsky Theatre Sant Petersburg 2019
  • "Die Zauberflöte", New National Theatre Tokyo 2018
  • "Death in Venice", Landestheater Linz Musiktheater 2018
  • "Enrico", Oper Frankfurt 2018
  • "L'Élixir d'amour", Opéra Nice Côte d'Azur 2017

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • J. S. Bach: "Das Weihnachtsoratorium (I-VI)"

Ulrich
Lenz

Der deutsche Dramaturg Ulrich Lenz ist seit der Spielzeit 2012/13 Chefdramaturg im Team von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin. Bis 2011 war er Chefdramaturg an der Staatsoper Hannover, zuvor war er Operndramaturg an den Theatern in Linz und Mannheim. Seine Theaterlaufbahn begann Ulrich Lenz in der Spielzeit 1997/98 als Dramaturgieassistent an der Staatsoper Stuttgart. Zuvor war er als Italien-Korrespondent für die Tageszeitung DIE WELT tätig und berichtete während eines Aufenthaltes in Oberitalien regelmäßig über kulturelle Ereignisse vor Ort. Er studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in München, Berlin und Mailand.


Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Silvesterkonzert: "Emmerich Kálmán, der Meister der Operette"

Anna
Gabler

Anna Gabler studierte an der Musikhochschule München und war Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. Es folgten Festengagements an die Deutsche Oper am Rhein und an das Staatstheater Nürnberg und in der Spielzeit 2017/18 ein Residenzvertrag an der Wiener Staatsoper. Zudem gastierte sie u. a. an der Staatsoper Hamburg, der Semperoper Dresden und an den Opernhäusern in Brüssel, Paris und Tokio sowie bei den Festspielen von Glyndebourne, Bayreuth und Salzburg. Zu ihrem Repertoire gehören Partien wie Agathe (Der Freischütz), Senta (Der fliegende Holländer), Elsa von Brabant (Lohengrin), Eva (Die Meistersinger von Nürnberg), Rosalinde (Die Fledermaus) und die Titelpartien in Arabella und Salome.


Gerard
Schneider

Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider, seit vergangener Saison im Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, stehen 2019/20 mit Herzog von Mantua (Rigoletto), Lyonel (Martha) und Narraboth (Salome) wichtige Debüts bevor. Als Prinz (Rusalka), den er mit großem Erfolg in Frankfurt sang, ist er bei den Tiroler Festspielen in Erl zu Gast. Darüber hinaus gibt er an der Opera Omaha sein Debüt als Gounods Faust. In Frankfurt war Gerard Schneider, der bereits am Sydney Opera House, in der Carnegie Hall und im Rahmen der Recital Series an der Metropolitan Opera in New York gastierte, bisher als Der Hirte (Król Roger) und 1. Geharnischter (Die Zauberflöte) besetzt. Jüngst trat er als Rodolfo (La Bohème) an der Komischen Oper Berlin, in Mozart und Salieri sowie Die Zarenbraut beim Bard Music Festival und in Massenets Thaïs an der Minnesota Opera auf. Der mehrfach ausgezeichnete Sänger war zudem an der Washington Concert Opera, der Welsh National Opera, der Scottish Opera, beim Wexford Festival, bei den Wiesbadener Maifestspielen und im Bregenzer Festspielhaus engagiert. Als Mitglied des Young Artist Program der Salzburger Festspiele sang er 2014 in Il trovatore mit den Wiener Philharmonikern. Nach seinem Studium an der Guildhall School of Music, dem Mozarteum Salzburg und der Juilliard School wurde Gerard Schneider in das britische National Opera Studio aufgenommen.


Corinna
Scheurle

Die deutsch-ungarische Mezzosopranistin Corinna Scheurle absolvierte ihr Studium an der Universität der Künste Berlin bei Carola Höhn und Enrico Facini sowie an der Theaterakademie August Everding in der Klasse von Christiane Iven. Seit dieser Saison ist Frau Scheurle Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, wo sie als Lucienne in Korngolds „Die tote Stadt“ unter der Leitung von Kirill Petrenko, Annina in „La Traviata“, Alissa in Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Blumenmädchen in Wagners „Parsifal“ sowie als Tebaldo in Verdis „Don Carlo“ auftritt. Von 2017 bis 2019 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Staatsoper Unter den Linden, wo sie u.a. als Giovanna in „Rigoletto“, Inez in „Il Trovatore“ und als Zweite Dame in Mozarts „Zauberflöte“ zu erleben war. Höhepunkte aus vorherigen Saisons umfassen ihr Hausdebüt im Festspielhaus Baden Baden unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin als zweite Dame in Mozarts „Die Zauberflöte“ (CD Aufnahme der Deutschen Grammophon) sowie bei den Bregenzer Festspielen als Marcellina in „Le nozze di Figaro“.. Zu ihren weiteren wichtigen Erfahrungen gehören u.a. Rollen wie Older Woman in „Flight“ von Jonathan Dove, Penelope in Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“, Ruggiero in Händels „Alcina“, Fatima in „Die arabische Nacht“ von Christian Jost und Dorina in „Fra i due litiganti“ von Giuseppe Sarti. 2019 war sie unter den Finalisten des Bundeswettbewerbs Gesang.


Rollen:

  • Giovanna in "Rigoletto", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • 2. Dame in "Die Zauberflöte", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Septette in "Babylon", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Bernardo in "Beatrice Cenci", Bregenzer Festspiele 2018
  • Marcellina in "Die Hochzeit des Figaro", Bregenzer Festspiele 2017

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Antonín Dvořák & Jaroslav Kvapil: "Rusalka"

 


Liviu
Holender

Liviu Holender ist Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Zu den ersten Partien des Baritons gehören Leone (Tamerlano), Ein Steuermann (Tristan und Isolde), Moralès / Dancaïro (Carmen), Masetto (Don Giovanni) und Marullo (Rigoletto). Der Österreicher war für zwei Jahre Ensemblemitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Dort sang er u.a. Guglielmo (Così fan tutte), Papageno (Die Zauberflöte), Schaunard (La Bohème), Oberjustizrat Hasentreffer (Henzes Der junge Lord) sowie Hans Scholl in Zimmermanns Die Weiße Rose. Als Teilnehmer des Young Singers Project der Salzburger Festspiele 2018 sang er Papageno in Die Zauberflöte für Kinder. Weiterhin gastierte Liviu Holender als Silvio (Pagliacci) und Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) an der Nationaloper Bukarest, als Dr. Falke (Die Fledermaus) und Papageno am Theater Chemnitz sowie in My Fair Lady an der Volksoper Wien. In Liederabenden stellte er sich bei den Niederösterreichischen Serenadenkonzerten,  beim Internationalen Theaterfest in Sibiu, Rumänien sowie in der Philharmonie Sofia vor. Der an der Opernschule der Wiener Staatsoper sowie an der Wiener Musikuniversität ausgebildete Sänger debütiert im Sommer als Marullo bei den Bregenzer Festspielen.