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Lesung mit Musik: MÉNAGE À TROIS: CLARA, ROBERT UND JOHANNES

Lesung: Waltraud Meier
Bariton: Samuel Hasselhorn
Klavier: Joseph Breinl

Der Abend Ménage à trois ist den drei großen Persönlichkeiten Clara Schumann (geb. Wieck), Robert Schumann und Johannes Brahms gewidmet. Er entfaltet ein eindrucksvolles, atmosphärisch dichtes Porträt dieses außergewöhnlichen Dreiecksverhältnisses in den Jahren 1853–1856, einer Zeit voller künstlerischer Aufbrüche, emotionaler Spannungen und musikalischer Inspirationen. In berührenden Tagebuchaufzeichnungen und teils erschütternden Briefwechseln wird nicht nur einer intensiven Künstlerfreundschaft nachgespürt, sondern auch dem vielschichtigen Geheimnis einer verschwiegenen, möglicherweise unausgesprochen gebliebenen Liebe zwischen Nähe, Loyalität und innerer Zerrissenheit.

Im Zentrum des Abends steht eine hochkarätige Besetzung, die diesem historischen Stoff eine besondere Unmittelbarkeit verleiht. Die Lesung übernimmt die international gefeierte Mezzosopranistin Waltraud Meier, deren künstlerische Präsenz und Ausdruckskraft seit Jahrzehnten weltweit Maßstäbe setzt. Sie bringt nicht nur stimmliche Erfahrung aus den großen Opernrollen der dramatischen Literatur mit, sondern auch eine außergewöhnliche Fähigkeit, Text und Emotion in fein nuancierte Sprache zu verwandeln. Gerade in der Verdichtung von Briefen und Tagebuchpassagen entsteht eine eindringliche Nähe zu den historischen Figuren, die weit über eine klassische Lesung hinausgeht.

Musikalisch begleitet wird der Abend vom Bariton Samuel Hasselhorn, der mit seiner warmen, klar geführten Stimme die emotionale Tiefe des Materials weiter ausleuchtet, sowie dem Pianisten Joseph Breinl, der als sensibler Kammermusikpartner die musikalischen Zwischenräume dieses Beziehungsgeflechts hörbar macht. Gemeinsam entsteht ein Dialog zwischen Wort und Musik, der die historischen Figuren nicht nur porträtiert, sondern ihre inneren Konflikte und künstlerischen Visionen unmittelbar erfahrbar werden lässt.

So wird Ménage à trois zu einem intensiven Abend zwischen Literatur, Musik und Psychologie – getragen von großen Namen der heutigen Musikszene und einer besonderen Konzentration auf die emotionale Tiefe eines der faszinierendsten Künstlerdreiecke der Romantik.

Team

Waltraud Meier Lesung

Die Mezzosopranistin Waltraud Meier wurde in Würzburg geboren. Ihre Auftritte bei den Bayreuther Festspielen – Kundry (Parsifal), Isolde und Brangäne (Tristan und Isolde), Waltraute (Götterdämmerung) und Sieglinde (Die Walküre) – markierten den Beginn ihrer internationalen Karriere. Ihre Interpretationen der großen Wagner-Partien sowie des deutschen, italienischen und französischen Repertoires brachten ihr weltweite Anerkennung, u. a. in New York City, Mailand, Paris, Chicago, Wien, Zürich, Berlin und Dresden sowie bei renommierten Festivals in London, Aix-en-Provence, Luzern und Salzburg. Seit ihrem Abschied von der Opernbühne 2023 ist sie als Jurorin sowie Sprecherin tätig und pflegt ihre Liebe zum Kunstlied. Für ihre herausragenden Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Samuel Hasselhorn Bariton

Der Bariton Samuel Hasselhorn, 1990 in Göttingen geboren, hat sich nach Studien in Hannover und Paris sowie dem Gewinn bedeutender Preise auf der Opernbühne wie auch im Lied- und Konzertbereich international etabliert. Er war zunächst Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und anschließend am Staatstheater Nürnberg. Heute ist er regelmäßig an Häusern wie der Berliner Staatsoper Unter den Linden in Berlin, der Oper Frankfurt, der Deutschen Oper Berlin und dem Teatro alla Scala in Mailand zu erleben. Parallel widmet er sich intensiv dem Liedgesang. Aktuelle Konzertauftritte führen ihn u. a. an die Wigmore Hall, in den Pierre Boulez Saal in Berlin, an das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, zur Schubertiade nach Hohenems, an die Alte Oper Frankfurt und die Elbphilharmonie Hamburg.

Joseph Breinl Klavier

Joseph Breinl, geboren 1974 in München, studierte dort Klavier an der Hochschule für Musik und Theater und setzte seine Ausbildung in Liedgestaltung, Cembalo und historischer Aufführungspraxis in Amsterdam fort. Er gab Konzerte in weltweit renommierten Häusern, u. a. der Carnegie Hall in New York, am Musikverein und der Staatsoper Wien, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, in der Wigmore Hall in London, der Salle Pleyel in Paris, am Nationaltheater München und bei bedeutenden Festivals. Als Liedpianist begleitete er u. a. Miah Persson, Sylvia Schwartz, Christianne Stotijn, Samuel Hasselhorn und Waltraud Meier. Zu seinen Kammermusikpartnern zählten u. a. Antoine Tamestit und Tabea Zimmermann. Seit 2010 ist er Professor für Liedinterpretation an der Kunstuniversität Graz.