ZWISCHEN EXPERIMENT UND EXPERTISE

Die andauernde Entwicklung der Tiroler Festspiele Erl

Musik von höchster Qualität auf dem Lande - in den vergangenen zwanzig Jahren wurde aus dieser visionären Idee ein renommiertes Festival mit internationaler Strahlkraft. Aus dem Engagement Einzelner wurde das Bestreben vieler Beteiligter. Wir werfen einen Blick in die bewegte Vergangenheit der Tiroler Festspiele Erl.

Die Zeit im Passionsspielhaus

Die Tiroler Festspiele Erl wurden im Jahr 1997 vom Dirigenten, Regisseur, Komponisten und Autor Gustav Kuhn gegründet und finden seither jedes Jahr im Juli statt. In Erl fand man die perfekten Bedingungen vor: Die Erler Bevölkerung hat eine tiefe Affinität zur Bühne, seit über 400 Jahren wird hier Theater gespielt. Nach dem zweiten Weltkrieg fiel das ursprüngliche Passionsspielhaus aus Holz den Flammen zum Opfer. In den fünfziger Jahren beauftragte der Passionsspielverein daher den Architekten Robert Schuler mit der Planung eines neuen Hauses. Seit 1959 prägt der aufstrebende Bau in strahlendem Weiß das Aus- und Ansehen der kleinen Tiroler Gemeinde. In ihren Anfängen bespielten die Tiroler Festspiele Erl in den Jahren zwischen dem Volksschauspiel das ansonsten leer stehende Passionsspielhaus, das schon damals wegen seiner perfekten Akustik für klassische Musik berühmt war. Kammermusik fand in der Dorfkirche oder im Gasthof "Blaue Quelle" statt.

 

Eröffnung des neuen Festspielhauses

Mit den Jahren wuchs das Festival und mit ihm seine Bedürfnisse. Gustav Kuhn baute ein eigenes Orchester auf und so war man auf der Suche nach einer Spielstätte, die auch im Winter bespielt werden konnte. Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner war es schließlich, der den Bau des Festspielhauses ermöglichte: 20 Millionen Euro der Finanzierung stammen aus der Haselsteiner Familien-Privatstiftung. Seit der Eröffnung im Jahr 2012 wird die Sommersaison um eine mindestens 12-tägige Wintersaison erweitert. Das neue Festspielhaus wird jedoch nicht nur in der kalten Jahreszeit bespielt: Aufgrund der unterschiedlichen Akustik der beiden Häuser werden Opernvorstellungen sowie ein Großteil der Konzerte und Kammerkonzerte auch in den Sommermonaten im Festspielhaus präsentiert. Das große Repertoire - wie die Opern von Richard Wagner - bleiben in der Regel dem Passionsspielhaus vorbehalten. 

 

Kulturelle Höchstleistungen

Das architektonisch einzigartige Festspielhaus bietet ausgezeichnete  Produktionsbedingungen. Es beherbergt ein eigenes Orchester sowie eine Kostümmanufaktur. Seit 2005 als GmbH geführt, haben sich die Tiroler Festspiele Erl zu einer der interessantesten Kulturinstitutionen der Region entwickelt. Die künstlerische Qualität und das abwechslungsreiche wie innovative Konzert- und Musiktheaterprogramm zieht von Jahr zu Jahr ein größeres Publikum an.

Gustav Kuhn gründete die Festspiele 1998 und leitete sie bis 2018 als Intendant. Nach einer Interims-Saison mit Andreas Leisner als künstlerischem Leiter, haben die Tiroler Festspiele Erl mit Bernd Loebe seit September 2019 einen neuen Intendanten.


 

Neuanfang

Mit Leidenschaft, Engagement und reicher Erfahrung führt Bernd Loebe die Tiroler Festspiele Erl – unterstützt von Marcus Küchle und einem kompetenten Team – in neue Zeiten/eine neue Ära. Als Intendant der Oper Frankfurt, die unter seiner Leitung bereits dreimal zum »Opernhaus des Jahres« (Opernwelt) gekürt wurde, erhält/erfährt er internationale Anerkennung und verfügt über ein ausgesprochen großes Netzwerk. So werden bereits in seiner ersten Spielzeit international renommierte KünstlerInnen in Erl zu erleben sein. Ein weiterer/wesentlicher Schwerpunkt von Bernd Loebes Arbeit und künstlerischem Anspruch ist die Förderung junger Talente, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen. Sie werden in Erl die Gelegenheit bekommen, sich zu entwickeln und über sich hinaus zu wachsen.