Ausklang geht in seine dritte Ausgabe. Im Oktober nimmt sich das Herbstfestival erneut die Freiheit, offene musikalische Quellen unterschiedlichster Stile in Erl miteinander zu verbinden. „Opensource“ nennt Kurator Andreas Schett das. Klassik trifft auf Volksmusik, Jazz, Pop, Weltmusik und mehr – Überraschungsmomente durch unerwartete musikalische Abfolgen inklusive. „Ich finde es sehr interessant, wenn Musik überrascht, wenn ich etwa ein Lied höre, im Nachgang kommt ein Bach-Präludium und dann eine Improvisation“, schildert Schett. „Das entspricht wahrscheinlich stark unserem heutigen Hören. Was man etwas abfällig ,Playlist-Phänomen‘ nennt, das machen wir kuratiert, sozusagen eine ,kuratierte Playlist‘. Davor erfolgt allerdings noch etwas Wesentliches: eine Verbeugung vor den vielen wunderbaren Musiker:innen und dem, was sie mitbringen, dem Material, das wir kuratieren. Wir suchen nicht Beiträge aus Stilrichtungen oder Epochen, sondern wir denken zuerst an relevante künstlerische Positionen. Diese werden bei Ausklang nicht nach einem Zeitplan ,abgearbeitet‘, sondern es werden gemeinsam Übergänge musiziert, die das Besondere darstellen. Zum Beispiel, wenn Laute mit Elektronik übergeht in ein Stück von Ligeti. Das sind Momente, die man nur beim Ausklang erleben kann: nicht nur das Überraschende, auch das Verbindende.“
Heuer dabei sind u. a. die grenzgängerische Sopranistin Sarah Maria Sun, das erfolgreiche junge Leonkoro Quartet aus Berlin und der Vorarlberger Jazzpianist David Helbock mit seinem Projekt Random/Control, in dem eine Sängerin, Alphorn, Holzblasinstrumente und Improvisation am Flügel „eine unglaublich tolle Mischung ergeben“ (Andreas Schett). Die Strottern bringen ihr neues Projekt Sieben Zwetschken mit der JazzWerkstatt Wien mit. Die preisgekrönte Jazzformation Shake Stew von Bassist Lukas Kranzelbinder präsentiert sich als Septett in Volksmusik-Disposition: zwei Bässe und zwei Schlagwerke als Fundament, darüber Dreistimmigkeit von Trompete und zwei Saxophonen. Wie in den Vorjahren wird auch Literatur im Programm vertreten sein. Und die Musicbanda Franui, deren kreativer Kopf Schett ist, bleibt der musikalische Gastgeber von Ausklang. Die Detailprogramme der einzelnen Veranstaltungen werden nachgenannt. Teil des Konzeptes ist es, auch spontan Programm- und Stückabfolgen gemeinsam mit den Künstler:innen zu definieren, Übergänge und Schnittmengen zu suchen, womit es weit über die bekannten Formate hinausweist. Auch durch die Mehrteiligkeit aus „Sets“ bietet Ausklang viel zu entdecken für das bekanntermaßen neugierige Publikum der Tiroler Festspiele Erl.