TIROL CONCERTO
Ein Programm zwischen Volksklang und spiritueller Klangmeditation: Mit Sander Veress' Vier transsylvanischen Tänzen eröffnet sich ein farbenreiches Panorama osteuropäischer Traditionen, das sich in Martynas Levickis' eigener Suite litauischer Volkslieder fortsetzt. Levickis, einer der führenden Akkordeonisten seiner Generation, verbindet virtuose Brillanz mit stilistischer Vielfalt und macht sein Instrument zum Solisten von orchestraler Strahlkraft.
Einen besonderen Akzent setzt in diesem Zusammenhang Philip Glass' sogenanntes Tirol Concerto: Es ist kein ursprünglich unter diesem Titel komponiertes Werk, sondern geht auf sein Klavierkonzert Nr. 1 zurück. Die „Tirol"-Fassung ist eine regionale, kontextuelle Neubezeichnung bzw. Bearbeitung, die im Zusammenhang mit Aufführungen bei den Klangspuren steht. In diesem Fall wird das Werk dramaturgisch neu gerahmt und nunmehr für andere Soloinstrumente (hier Akkordeon) eingerichtet. Glass selbst hat sein Klavierkonzert mehrfach adaptiert und zeigt damit die Offenheit seiner Musik für unterschiedliche Klangkörper. Den Tirol-Bezug findet man besonders im ersten und dritten Satz, wo ein Tiroler Volkslied zitiert wird. Werke von John Tavener und Aster Piazzolla führen diese Reise zwischen Kontemplation und expressiver Leidenschaft fort. Begleitet wird Levickis vom Stuttgarter Kammerorchester.
Sandor Veress (1907-1992)
Vier transsylvanische Tänze für Streichorchester
Martynas Levickis (*1990)
Lithuanian Folk Songs Suite für Akkordeon und Orchester
Philip Glass (*1937)
Etüden für Akkordeon solo
Klavierkonzert Nr. 1 Tirol Concerto
John Tavener (1944-2013)
Mother of God
Astor Piazzolla (1921-1992)
Ave Maria {Tanti anni primi)
Maria de Buenos Aires