IL TROVATORE
"International ganz vorne mit"
In Erl beginnt die Vorstellung noch vor der Vorstellung: Als der italienische Bariton Luca Salsi im Publikum Platz nimmt, wird er mit Bravorufen gefeiert, für den Rigoletto, den er hier am Vorabend gesungen hat. Etwas weniger schon Jonas Kaufmann, den man hier inzwischen kennt, als Intendanten, der bei den Tiroler Festspielen für zuvor unbekannten Starglanz sorgt. Verdichtet zum Ende seiner ersten Sommerfestspiele in der „Trilogia popolare“, der konzertanten Aufführung der drei bekanntesten Opern aus den mittleren Jahren Giuseppe Verdis.
Verdis „Il trovatore“ zu besetzen, soll Kaufmanns Kollege Enrico Caruso gesagt haben, sei schließlich ganz einfach: Man brauche nur die vier besten Sänger der Welt. Ob Erl wirklich die vier besten für den „Troubadour“ gefunden hat, darüber wollen wir nicht streiten. Klar ist spätestens zur Pause: Mit Pretty Yende als Leonora, Mattia Olivieri als Luna, Piero Pretti als Manrico und Elizabeth DeShong als Azucena spielt man neuerdings ganz vorn mit, international. (…) Das Ergebnis ist Oper, wie nur Oper sein kann: monumental auch ohne Inszenierung, Gefühlskraftwerk ohne alle Rücksicht auf Handlungslogik, ein bisschen Stierkampf auch, durchbrochen immer wieder von frenetischem Zwischenapplaus. Haben wir etwas vergessen? Ach ja, im Publikum saß auch Anna Netrebko. Man dürfte noch einiges hören aus und in Erl in den kommenden Jahren.
(Süddeutsche Zeitung)
RIGOLETTO
"Euphorie im Saal"
Während zu Beginn noch alle in ihren Rollen verharrten, ließ sich das Ensemble im Laufe des Abends dann aber doch immer mehr von der kontinuierlich steigenden Euphorie im Saal anstecken. Als etwa der Jubel nach Gildas bravourös vorgetragenem „Caro nome“ partout nicht enden wollte und der Dirigent schließlich Julia Muzychenko für einen verdienten Solo-Applaus zurück auf die Bühne holen musste. Eine Szene, die sich nach dem „Sì, vendetta“-Duett ähnlich lautstark wiederholte, bei dem sich der apart gefärbte Sopran der jungen Russin auf ideale Weise mit Téziers Bariton mischte. Und es war klar, dass ein waschechter Tenor da natürlich nicht hintenanstehen kann.Weshalb IvánAyón Rivas nach seiner Arie im zweiten Akt gleich prophylaktisch nach vorne stürmte, um ebenfalls im Applaus zu baden. Eine selbstbewusste Attitüde, die dem präpotenten Herzog allerdings gut zu Gesicht stand. Vor allem, weil der peruanische Operalia-Preisträger seine Rolle eben nicht nur mit einer extra Portion Testosteron ausstattete, sondern die ihm zugedachten Ohrwürmer zusätzlich mit kraftvoll leuchtenden Spitzentönen garnierte.
(Münchner Merkur)
"Großes Operntheater"
Im Rahmen des Tiroler Festspielsommers hat sich Jonas Kaufmann, der neue künstlerische Leiter, in diesem Jahr ein Wagnis vorgenommen: Er präsentiert Verdis sogenannte „Trilogia popolare“ – Rigoletto, Il Trovatore und La Traviata – konzertant, aber mit den besten Stimmen unserer Zeit. Das Risiko war groß, das Resultat überwältigend. (…) Mit Salsi begegnet man jener großen italienischen Baritonkunst vergangener Zeiten wieder. Sein Rigoletto ist kein possierlicher Hofnarr, sondern vor allem ein Vater, zerrissen vom Leid seiner Tochter. Ohne jegliche Übertreibung formt er eine Darstellung voller Finesse und Nuancen. Die Stimme ist von betörender Pracht, verleiht der Figur eine besondere Wucht. (…) Doch nicht nur die makellosen Stimmen machen den Zauber aus: Das szenische Spiel, fehlerlos und von magnetischer Präsenz, hält einen von der ersten bis zur letzten Minute gefangen. Langeweile? Déjà-vu? Fehlanzeige. Das war großes Operntheater – und ein Fest für alle Sinne.
(Forum Opéra)
"Wieso Verdis Rigoletto ein Welterfolg geworden ist"
Dass seine Tochter seinen Plan durchkreuzt und selbst zum Opfer wird, zerstört ihn dann völlig und lässt ihn glauben, dass sich der Fluch des Monterone nun an ihm vollzogen hat. Dies alles untermalt Salsi mit einem grandiosen Bariton, der in der Tiefe enormes Volumen besitzt und in den Höhen über große Strahlkraft verfügt. Voller Verachtung schleudert er den Höflingen im zweiten Akt seine große Arie "Cortigiani" entgegen, bei der er in seiner Verzweiflung in einen klagenden Ton wechselt. Sein Duett "Si, vendetta, tremenda vendetta" mit seiner Tochter am Ende des zweiten Aktes reißt das Publikum zu derartigen Begeisterungsstürmen hin, dass Salsi mit der Hand am Ohr ins Publikum lauscht und sich zu einer Wiederholung hinreißen lässt, wobei er mit Julia Muzychenko als Gilda bei der Wiederholung stimmlich noch zulegt, so dass sich das Publikum kaum beruhigen kann. (…) In dieser hervorragenden Besetzung wird nachvollziehbar, wieso Verdis Rigoletto ein Welterfolg geworden ist.
(Online Merker)
"Bitte mehr solche Sternstunden der Oper, das vergisst man nicht! Viele weinten! Auch Verdi hätte es gefreut!"
(Klingers Kulturpavillon)
LA TRAVIATA
"Rosa Feola riss das Publikum von den Stühlen"
Dass in Erl die konzertante Aufführung klappt, ist neben Verdis Ohrwürmern ein Verdienst des hervorragenden Personals, das auf der Bühne steht. Allen voran von Rosa Feola als Violetta. Mit sicherer Höhe und einer feinen Interpretation riss sie das Publikum regelrecht von den Stühlen. Selten hörte man Violetta so schön „sterben“ wie an diesem Abend.
(Tiroler Tageszeitung)
HERZOG BLAUBERTS BURG / LA VOIX HUMAINE
„Must-See dieses Sommers. Selbst schuld, möchte man den Daheimgebliebenen zurufen, denn dieser Doppelabend in herausragender Solistenbesetzung ist sicher mit das Beste, was das Erler Festspielhaus seit seiner Inbetriebnahme 2012 gesehen hat.“
(Orpheus)
„Man muss es hören. Was soll man nun darüber schreiben? So viel: Man muss es selbst miterleben. Man muss hören, wie Hannigen mitreißend singt und für Gänsehautmomente sorgt, man muss selbst hören, wie diskret und doch stimmungsvoll das Orchester unter der hier absolut tadellosen Stabführung von Martin Rajna spielt. Und man muss sehen, wie geschickt die Inszenierung die Musik von Poulenc unterstützt. Also hingehen!“
(Tiroler Tageszeitung)
„Wenn alles zusammenpasst. (…) Dieser ungewöhnlich runde, herausragend gut besetzte und szenisch spannende Abend wurde begeistert aufgenommen, obwohl das Publikum in Erl eher Wagner oder Belcanto erwartet. Es ist eine Ermutigung, das Profil dieses immer noch ein wenig nach seinem Sinn suchenden Festivals durch – in Maßen – sperrigere Werke und szenisch unkonventionelle Aufführungen wie diese Koproduktion mit dem Maggio Musicale Fiorentino zu schärfen. Und wenn’s so gut gemacht ist, wie dieser Doppelabend, dann findet derlei auch sein Publikum.“
(Abendzeitung)
„Grandios war Barbara Hannigan in der Rolle von La femme (Die Frau)! Mit überragender Intensität, hingebungsvollem Körper- und Stimmeinsatz, enormer Präsenz und Ausdruckskraft durchlebte sie fulminant alle Schattierungen dieser exzeptionellen Frauenfigur. Eine fantastische Premiere und ein Riesenerfolg! Beide Einakter wurden vom Publikum, zu Recht, mit stehenden Ovationen und Bravo-Rufen frenetisch bejubelt und gefeiert! (Online Merker)
„Herausragender Opernabend“ (Süddeutsche Zeitung)
„Solche Erler Produktionen sollten sich rumsprechen.“ (Münchner Merkur)
„Gänsehaut bei den Tiroler Festspielen: Bartók und Poulenc in selten gehörter Qualität aufgeführt.“ (Tiroler Tageszeitung)
„Bayreuth? Salzburg? Nein, Erl im Inntal!“ (Welt)