Manchen werden zwei Dinge aus dem vergangenen Winter noch in den Ohren klingen: die glockenklaren Spitzentöne von Jessica Pratt und der nicht enden wollende Jubel als am Ende der Puritani der Vorhang fiel. Ein klarer Fall von Ursache und Wirkung, denn die australische Sopranistin ist eine absolute Ausnahmesängerin. Jessica Pratt wurde 1979 in Bristol geboren und wuchs in Australien auf. Ihr Vater, Tenor Philip Pratt, förderte sie früh – zunächst mit Instrumentalunterricht, dann mit Gesangsunterricht. Später studierte sie Gesang bei Renata Scotto an der Accademia di Santa Cecilia in Rom und in Mailand bei Lella Cuberli. Nach ihrem Debut stellte sich rasch heraus, dass ihre Stimme eine echte Belcanto-Stimme ist, und die Rolle der Lucia di Lammermoor in der gleichnamigen Oper von Donizetti wurde fast unmittelbar zu einer ihrer Glanznummern. Engagements an renommierten Theatern wie der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, dem Royal Opera House Covent Garden, der Mailänder Scala und der Metropolitan Opera schlossen sich an.
Jessica Pratt verfügt über eine schön timbrierte, frei geführte, leichte und kraftvolle Sopranstimme. Sie meistert selbst die schwierigsten Koloraturen mit großer Präzision und erklimmt Spitzentöne mit atemberaubender Leichtigkeit. Wir freuen uns sehr, Jessica Pratt für die Rolle der Amina in Bellinis La sonnambula am 28. Dezember bei den Tiroler Festspielen gewonnen zu haben. Wer Belcanto liebt, sollte sich diese Aufführung unbedingt vormerken.