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17.06.2026
We Are The Lucky Ones
„Die fetten Jahre sind vorbei.“ Diesen Satz haben wir alle schon gehört. Dahinter verbirgt sich eine bemerkenswerte Wahrnehmung: nämlich die Überzeugung, dass es uns früher besser ging. Doch wie sind diese „fetten Jahre“ überhaupt entstanden? Warum scheinen sie vorbei zu sein? Und was bedeutet das für uns und das, was kommt?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Oper We Are The Lucky Ones des britischen Komponisten Philip Venables. Gemeinsam mit seinen Librettisten Ted Huffman und Nina Segal befragte er über 70 Menschen, die nach 1945 geboren wurden – jene Generation also, die die Welt geprägt hat, in der wir heute leben. Wovon haben diese Menschen geträumt? Welche Entscheidungen haben sie getroffen? Und welche Spuren hinterlassen sie? Daraus ergibt sich eine weitere, ebenso unbequeme wie aktuelle Frage: Können wir den Weg früherer Generationen überhaupt fortsetzen?

Und die Musik? Stellen Sie sich eine Kiste voller alter Briefe und Postkarten vor. Sie greifen zu, lesen, und eine kleine, vergangene Welt eröffnet sich. Genauso fühlt sich We Are The Lucky Ones an: musikalische Miniaturen, modern und doch irgendwie vertraut, mit musikalischen Elementen aus den Zeiten, aus denen die jeweiligen Erinnerungen stammen. Venables verwebt Swing, Big Band, Tango, die große Hollywood-Geste zu einem fein gesponnenen Netz aus Klang und Erinnerung, das Vergangenheit lebendig macht, ohne sie zu verklären. Und dies ist absolut hörenswert. Die Oper wurde 2025 an der Dutch National Opera in Amsterdam mit großem Erfolg uraufgeführt. Nun erlebt sie bei den Tiroler Festspielen Erl ihre österreichische Erstaufführung.

We Are The Lucky Ones (Trailer)