Abschluss-konzert

JOHANNES BRAHMS
Gesang der Parzen op. 89


GUSTAV MAHLER
„Das Lied von der Erde“

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Dirigent Thomas Guggeis

Mezzosopran Paula Murrihy

Tenor AJ Glueckert


Der Gesang der Parzen, Brahms letztes chorsymphonisches Werk, entstand 1882 in Bad Ischl, eine Komposition von universeller menschlicher Bedeutung. Die Vorlage liefert der 4. Akt von Goethes Tragödie „Iphigenie auf Tauris“. Der Klang des Werkes ist im Allgemeinen dunkel: Der sechsteilige Chorsatz und das Orchester, ergänzt durch ein Kontrafagott, drei Posaunen und eine Tuba, bilden eine düstere Klangpalette und verstärken so die Bedeutung des Textes („Es fürchte die Menschheit das Göttergeschlecht“), in dem sich alle Menschen den unglücklichen Bestimmungen des Schicksals unterwerfen müssen. Die Unentrinnbarkeit von Tod und Vergänglichkeit ist das zentrale Thema, das von jeher eine große Faszination auf die Menschen ausübt. Die vielleicht weniger beachteten Chorwerke – insgesamt sieben – sowie die Sinfonien von Brahms werden in den nächsten Spielzeiten ein Programmschwerpunkt der Tiroler Festspiele Erl werden. Der 2. Teil dieses letzten Konzertes der Sommerfestspiele entführen nach China, wie es sich Gustav Mahler und Hans Bethge erträumten. Bethges Sammlung „Die chinesische Flöte“ enthält freie Nachdichtungen der Lyrik aus der Tang-Dynastie; Mahler formte aus ihnen eine Musik über die irdische Endlichkeit. Sein „Lied von der Erd“ ist eigentlich eine Sinfonie in Form von sechs Orchesterliedern. In ihnen vertont er den Kreislauf des Lebens – von der Jugend bis zum Abschied – und schreibt später über sie: „Ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe“.

So 01. Aug
11:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Thomas Guggeis

Dirigent

Paula Murrihy

Mezzosopran

AJ Glueckert

Tenor


Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl


Thomas
Guggeis

Mit seinem kurzfristigen Einspringen für Christoph von Dohnányi bei der umjubelten Neuproduktion von Salome an der Staatsoper Berlin sorgte Thomas Guggeis international für großes Aufsehen. Er erhielt erneut positive Rückmeldungen für sein Einspringen für die Im März 2019 abgesagten Konzerte von Paavo Järvi mit der Staatskapelle Berlin.

Der 26-Jährige ist seit der Spielzeit 2018/19 als Kapellmeister an der Staatsoper Stuttgart engagiert, wo er u.a. bereits mit Werken wie La Bohème, Il barbiere di Siviglia, Madama Butterfly und Der Prinz von Homburg zu sehen war. In der Spielzeit 2019/20 wird er Produktionen von Der Freischütz und Die Zauberflöte, neben einer Wiederaufnahme von Der Prinz von Homburg dirigieren.

Neben seiner Tätigkeit in Stuttgart ist Thomas Guggeis auch am Haus unter den Linden als Assistent von Daniel Barenboim tätig. In Berlin dirigiert er in 2019/20 Vorstellungen von La traviata, Katja Kabanova, Carmen, Der Fliegende Holländer, und Salome. In derselben Spielzeit wird er mit der Staatskapelle Dresden, dem Swedish Radio Symphony, sowie dem Orchestra La Verdi Milano debütieren. Dazu wird er Konzerte im Berliner Boulez Saal und mit der Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin dirigieren.

In der Spielzeit 2018/19 leitete Thomas Guggeis an der Staatsoper Berlin Vorstellungen von Der Freischütz, Hänsel und Gretel und Die Zauberflöte, sowie eine Neuproduktion von Oberon am Theater an der Wien.

2016 fungierte Thomas Guggeis als Assistent von Franz Welser-Möst für die vielbeachtete Neuproduktion von Die Liebe der Danae bei den Salzburger Festspielen und stand Cornelius Meister bei seiner Einspielung von Dvoraks Svatebni Košile mit dem RSO Wien zur Seite. Zu den Salzburger Festspielen kehrte er 2017 zurück, um erneut mit Franz Welser-Möst Aribert Reimanns Lear neu einzustudieren.

Er dirigierte Opernvorstellungen am Badischen Staatstheater Karlsruhe und der Kammeroper München, der er als Kapellmeister und Assistent des Chefdirigenten verbunden war. Im Februar 2018 zeichnete er sich für die musikalische Leitung einer Neuproduktion von Pelléas et Mélisande an der Kammeroper des Theaters an der Wien verantwortlich.

Im sinfonischen Bereich arbeitete er mit Orchestern wie den Münchner Symphonikern, der Bad Reichenhaller Philharmonie, dem Münchner Kammerorchester und dem Georgischen Kammerorchester. Seine intensive Auseinandersetzung mit der Neuen Musik spiegelt sich in der wiederholten Zusammenarbeit mit dem Boulez Ensemble, dem Münchner Ensemble Oktopus und dem Ensemble opus21plus wider.

Thomas Guggeis studierte Dirigieren in München und Mailand bei Bruno Weil, Marcus Bosch und Vittorio Parisi und vervollständigte seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Gianandrea Noseda, Vladimir Jurowski und Alexander Liebreich. Er ist Alumnus des Max- Weber-Programms der Studienstiftung des deutschen Volkes und Träger des Kulturförderpreises der Stadt Straubing. 2019/20


Paula
Murrihy

Die irische Mezzosopranistin Paula Murrihy studierte am DIT Conservatory of Music and Drama in Dublin und am New England Conservatory in Boston. Sie absolvierte das Britten–Pears Young Artist Programme sowie das Merola Program an der San Francisco Opera und war ein Apprentice Singer an der Santa Fe Opera und Ensemblemitglied der Oper Frankfurt.

In Frankfurt gab Paula Murrihy ihr Rollendebüt als Carmen in einer gefeierten Produktion von Barrie Kosky. In den USA, wo sie weiter regelmäßig zu Gast ist, gab sie kürzlich als Stéphano (Roméo et Juliette) ihr Debüt an der Metropolitan Opera und gastierte als Ruggiero (Alcina) und Orlofsky (Die Fledermaus) an der Santa Fe Opera. In Großbritannien debütierte sie als Tebaldo (Don Carlo) am Royal Opera House, Covent Garden, wohin sie als Mercédès (Carmen) zurückkehrte. Zu weiteren Höhepunkten der jüngeren Zeit zählen Concepción (L’Heure espagnole) am Opernhaus Zürich, die Gräfin von Essex in Brittens Gloriana bei ihrem Debüt am Teatro Real in Madrid, Zweite Dame (Die Zauberflöte) bei ihrem Salzburger Festspieldebüt 2018, Judith (Herzog Blaubarts Burg) an der neuen Irish National Opera in Dublin und Sesto (La clemenza di Tito) an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam.

Auf dem Konzertpodium arbeitet Paula Murrihy regelmäßig mit musicAeterna und Teodor Currentzis zusammen, mit denen sie beim Diaghilev-Festival in Perm sowie als Solistin in Mahlers Des Knaben Wunderhorn in der Münchner Philharmonie, der Mailänder Scala und im Müpa in Budapest auftrat. 2017 gab sie in Haydns Paukenmesse ihr Debüt bei den

BBC Proms. Außerdem sang sie in Händels Messiah mit dem Orchestre de chambre de Paris und in Mendelssohns Elias mit dem Orquesta Nacional de España sowie der Niederländischen Radio-Philharmonie. Als versierte Liedsängerin war sie in der Londoner Wigmore Hall mit Malcolm Martineau, beim International Lied Festival Zeist mit Sholto Kynoch und beim Aldeburgh Festival zu Gast.

In der Saison 2019/20 ist sie in der Titelrolle in Faurés Penelope in Frankfurt, als Carmen an der Irish National Opera sowie in Aufführungen von Mozarts Da-Ponte-Opern unter Currentzis in Bremen, Wien und Luzern zu hören. Auf ihrem Konzertkalender stehen Beethovens 9. Symphonie mit dem North Carolina Symphony Orchestra, Messiah mit dem Philadelphia Orchestra, Rossinis Stabat Mater mit dem Kitchener-Waterloo Symphony Orchestra in Kanada und Mozarts Requiem mit musicAeterna in Baden-Baden und Paris.


AJ
Glueckert

AJ Glueckert ist Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt und war in 2016/17 in verschiedenen Hauptrollen zu hören. Zuerst mit der Partie des Bob Boles in einer neuen Keith Warner-Produktion von Peter Grimes unter Sebastian Weigle, sowie als Flamand in einer Neuproduktion von Strauss' Capriccio unter der Regie von Brigitte Fassbaender und der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle. Zu seinen Rollendebüts in 2017/18 zählen Froh in Das Rheingold sowie als Skuratov in Aus einem Totenhaus. Im Sommer 2018 ist er als Pinkerton in Madama Butterfly an der Santa Fe Opera zu hören.
In 2016/17 gab AJ Glueckert sein Debüt an der Metropolitan Opera als Erik in Der fliegende Holländer unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. An der Oper Frankfurt war er als Lyonel in einer Neuproduktion von Flotows Martha unter der Leitung von Sebastian Weigle, Don José in Barrie Koskys gefeierter Produktion von Carmen, Raffaele in Stiffelio und Erik in Der fliegende Holländer zu hören. Sein Europa-Debüt gab er an Oper Frankfurt als Prinz in Rusalka, einer Partie, die er auch an der Minnesota Opera und New Orleans Opera sang.  Als Bacchus in Ariadne auf Naxos debütierte er kürzlich beim Glyndebourne Festival und zuvor am Opera Theatre of Saint Louis.

AJ Glueckert ist in besonderem Maße der San Francisco Opera als deren ehemaliger Adler Fellow und Teilnehmer des Merola Opera Program verbunden. Dort war er zuletzt als Beadle Bamford (Sweeney Todd), Normanno (Lucia di Lammermoor) und Kunz Vogelsang (Die Meistersinger von Nürnberg) zu erleben.
Sein Rollendebüt als Don José in Carmen gab er 2015 an der Pittsburgh Opera. An der Philadelphia Opera und der Minnesota Opera sang er in der Uraufführung von Kevin Puts' Stille Nacht. Er ist Absolvent des Young Artists Programms der Santa Fe Opera und Utah Opera. An der Utha Opera war er in der Rolle des Schwachsinnigen in Boris Godunow zu hören.

In Konzerten arbeitete AJ Glueckert bisher u.a. mit der Utah Symphony sowie dem Santa Clara und dem Sacramento Symphony Orchestra zusammen. Zweimal gewann der Absolvent des San Francisco Conservatory of Music regionale Wettbewerbe der Metropolitan Opera National Auditions.