Bach: H-Moll Messe

CONCORDIA BENEFIZ-MATINÉE

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Chor Ad Libitum

Musikalische Leitung Giedrė Šlekytė

Sopran Lina Dambrauskaite

Sopran Annelies van Gramberen

Alt Kelsey Lauritano

Tenor Mingjie Lei

Bass Callum Thorpe


Bereits zum fünften Mal unterstützen die Tiroler Festspiele Erl heuer wieder die CONCORDIA Sozialprojekte und damit besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche mit einer Benefiz-Matinée. Der Reinerlös gilt dem Ausbau der CONCORDIA Bildungsangebote in Rumänien, Bulgarien, der Republik Moldau und dem Kosovo. Die Komposition der „h-moll Messe“ wird üblicherweise auf 1748/49 datiert, wurde aber vermutlich nie zu Bachs Lebzeiten aufgeführt. Sie war auch kein neues Werk seines letzten Lebensjahres, sondern enthält Bearbeitungen vieler bestehenden Kompositionen aus zurückliegenden Jahrzehnten seines Schaffens. Als Folge der Reformation hatte die hohe lateinische Messe in evangelischen Kirchen stark an Bedeutung verloren. So gibt es kaum vergleichbare Werke aus diesem Zeitraum. Die Vermutung liegt nahe, dass Bach diese Messe bewusst als sein „musikalisches Vermächtnis“ für die Nachwelt konzipiert hat. Die „h-moll Messe“ ist sein letztes großes Vokalwerk und vielleicht die bedeutendste sakrale Komposition der christlichen Musik Literatur. Das Manuskript ist Teil des UNESCO Welterbes.

 

Weitere Informationen zur Arbeit der CONCORDIA Sozialprojekte finden Sie unter https://www.concordia.or.at/de

So 10. Apr
11:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Chor Ad Libitum

Giedrė Šlekytė

Musikalische Leitung

Lina Dambrauskaite

Sopran

Annelies van Gramberen

Sopran

Kelsey Lauritano

Alt

Mingjie Lei

Tenor

Callum Thorpe

Bass


Orchester der Tiroler Festspiele Erl



Chor Ad Libitum

Der im niederösterreichischen St. Valentin beheimatete Chor Ad Libitum wurde 1993 von Heinz Ferlesch gegründet und hat sich seitdem zu einem der führenden Ensembles seines Genres im österreichischen Musikleben entwickelt.

Das musikalische Spektrum des Chores reicht von filigranen a cappella-Stücken bis hin zu den großen Chor-Orchesterwerken, vom Barock bis zur Gegenwart. Zum Kernrepertoire zählen u.a. Chorwerke von Schütz, Bruckner, Poulenc, Taverner, Martin und Pärt sowie Bachs „Johannespassion“ und „Matthäuspassion“, Händels „Messiah“, Mendelssohns „Paulus“ und „Elias“, Bruckners „Messe in e-moll“, das „Verdi-Requiem“ und Brahms´ „Ein deutsches Requiem“.

Mit besonderer Hingabe widmet sich der Chor der a cappella-Literatur, wobei ein Schwerpunkt auf anspruchsvollen Werken des 19. bis 21. Jahrhunderts liegt, in denen das Ensemble sein sängerisches Potenzial und seine unverwechselbare Klangkultur entfalten kann.

Das Ensemble ist sowohl regelmäßig zu Gast im Brucknerhaus Linz, im Festspielhaus St. Pölten, den Tiroler Festspielen Erl als auch bei Festivals wie dem Linzer Brucknerfest, dem St. Pauler Kultursommer, dem Passauer Konzertwinter, dem Europäischen Kultursommer Aspach und dem Carinthischen Sommer.

Inzwischen hat der Chor Ad Libitum mit Einladungen zu den Internationalen Händelfestspielen Halle/Saale, den Europäischen Festwochen Passau und zur Konzertreihe „Musik und Kirche“ in Südtirol auch international seinen Ruf gefestigt.

Die ambitionierten Sängerinnen und Sänger, viele mit musikalischer Ausbildung, gingen 2006 als Preisträger aus dem Chorwettbewerb „austria cantat“ in Graz hervor, zudem wurde das Ensemble für den renommierten EBU-Wettbewerb 2007 nominiert.

Konzerte mit bedeutenden österreichischen Klangkörpern wie dem Ensemble Sonare Linz, dem Bruckner Orchester Linz, dem Tonkünstler Orchester Niederösterreich sowie mit dem Originalklangensemble Barucco prägen weiterhin das künstlerische Profil des Ensembles.

Der Chor hat mehrere CDs veröffentlicht und ist regelmäßig in verschiedenen Sendungen des ORF zu hören.


Giedrė
Šlekytė

Das Baltikum überrascht immer wieder mit hochbegabten, exzellent ausgebildeten und doch ganz eigenständigen, faszinie­renden Künstlerpersönlichkeiten: Die Litauerin Giedrė Šlekytė zählt zweifels­ohne zu ihnen, und überzeugt mit „ihrer Präzision und jugendlichen Eleganz fernab jeder Attitüde“, mit „Esprit und mitreißender Energie“.

1989 in Vilnius geboren, begann Giedrė Šlekytė ihre Musik­aus­bildung am Nationalen Mikalojus Konstantinas Čiurlionis Kunst­gymnasium. Sie studierte Dirigieren an der Kunstuniversität Graz (Johannes Prinz und Martin Sieghart), an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig (Ulrich Windfuhr und Matthias Foremny) sowie an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie ein Semester bei Johannes Schlaefli absolvierte. Sie besuchte Meisterkurse u. a. bei Bernard Haitink, Ricardo Muti, Colin Metters und Mario Venzago.

Als Gastdirigentin erhielt Giedrė Šlekytė Einladungen von Royal Stockholm Philharmonic, St. Christopher Chamber Orchestra Litauen, Orchester der Komischen Oper Berlin, Sinfonieorchester Innsbruck, Stiftskonzerte Oberösterreich, Musik­kollegium Winterthur, Münchner Symphoniker, Tonkünstlerorchester Niederösterreich, Norrlands Opera Symphony Orchestra, Göteborgs Symfoniker, Bochumer Symphoniker, Duisburger Philharmoniker, MDR Leipzig, Theater Basel („Die Zauberflöte“), Oper Leipzig („Hänsel und Gretel“), Staatsorchester sowie Oper Mainz („Perelà“) und Staatstheater Darmstadt.

Zur Spielzeit 2016/17 wurde Giedrė Šlekytė als 1. Kapellmeisterin an das Stadttheater Klagenfurt verpflichtet. Bereits mit ihrer ersten Produktion „Die Entführung aus dem Serail“ wusste sie Publikum und Presse gleichermaßen mit „großer Frische und reichen, dynamischen Akzenten“ zu begeistern. In der Saison 2017/18 war sie u. a. in eigenen Produktionen von „La Traviata“ und „Don Giovanni“ zu erleben.

Zukünftige Engagements und Wiedereinladungen führen die junge Dirigentin u. a. zurück zum Gävle Symphony Orchestra, RTV Orchester Ljubljana, Uppsala Chamber Orchestra, Orhestre Philharmonique de Luxembourg, Recreation Graz und der Oper Leipzig, wo sie eine Neuproduktion von „Schwanensee“ dirigiert.

Giedrė Šlekytė wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: In 2013 erhielt sie beim Internationalen Dirigierwettbewerb Solon Michaelides in Zypern den 2. Preis (ein 1. Preis wurde nicht vergeben). Außerdem gewann sie den 2. Preis beim MDR Auswahldirigieren der Mitteldeutschen Hochschulen sowie 2006 den 1. Preis bei dem Nationalen Wettbewerb für Gesang Beatričė Grincevičiūtė in Litauen. Im März 2015 wurde sie für den Young Conductors Award der Salzburger Festspiele nominiert. Außerdem ist sie Preisträgerin des Internationalen Malko-Dirigentenwettbewerbs 2015.


Lina
Dambrauskaite

Lina Dambrauskaite is a recent graduate of the International Opera Studio in Opernhaus Zurich. She completed her classical singing studies at both undergraduate and postgraduate levels with Sigute Stonyte at the Lithuanian Academy of Music and Theatre and trained with Lillian Watson and Jonathan Papp in the Royal Academy Opera program.

In 2015 she made her operatic debut as Barbarina in Mozart's Le Nozze di Figaro at Lithuanian National Opera and Ballet Theatre. Lina also sang the role of Thais in Handel's Alexander's Feast, Yniold in Debussy's Pellėas et Mėlisande (Vilnius City Opera). She performed in Germany, Italy, South Korea, China and represented Lithuania at the Universal Exposition “Expo 2015“ held in Milan.

In 2017 Lina made her London debut as Zerlina in Royal Academy Opera’s production of Mozart’s Don Giovanni.

Her roles with the RAO include Semele in Handel’s Semele, Le Feu/Le Rossignol in Ravel’s L’enfant et les sortileges and Vixen in Janaček’s The Cunning Little Vixen.

In 2019 the soprano joined the international opera studio of Opernhaus Zurich, where she performed as Papagena in Mozart’s Die Zauberflöte, Xenia in Mussorgsky’s Boris Godunov and La Primadonna in Donizetti’s Viva la Mamma.

The singer is frequently invited to perform soprano solo parts in various oratorios and sacred works: Bach's St Matthew’s Passion (with Trevor Pinnock and the Dunedin Consort), Haydn’s The Creation (with Mirga Grazinyte-Tyla), as well as Mahler’s Symphony no 4 (with Mirga Grazinyte-Tyla and CBSO).


Annelies
van Gramberen

Als Koloratursopran meistert Annelies Van Gramberen eine breite Palette an Gattungen und Stilen. Sie beherrscht das Lied, das Oratorium und die Oper und zwar in verschiedenen Stilen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Annelies Van Gramberen trat an mehreren renommierten Veranstaltungsorten auf, darunter das Haus der Berliner Festspiele (Berlin), Royal Opera House/Covent Garden (London), La Monnaie (Brüssel), Flagey (Brüssel), Opera Ballet Vlaanderen (Antwerpen und Gent) und Sadler’s Wells Theater (London), Théâtre de la Ville (Paris), Carriageworks (Sydney), Sesc Pinheiros (Sao Paulo) und the Brooklyn Academy of Music (New York) sowie auf Festivals wie der Ruhrtriennale (Bochum), Operadagen Rotterdam, Festival Oude Muziek (Utrecht), Musica antica (Treviso), Laus Polyphoniae (Antwerpen), Festival van Vlaanderen, TAZ (Ostende), MAFestival (Brügge), Odegand (Gent) und BMF (Peking).

Sie arbeitete mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, u.a. mit Dirigenten (Alejo Pérez, Giedrė Šlekytė, Benjamin Haemhouts), klassischen, ethnischen und Jazz-Musikern (Romina Lischka, Bart Coen, Ghalia Benali, Frank Vaganée), Komponisten (Annelies Van Parys, Maria Schneider, Jeroen D'hoe), Regisseuren (Johan Simons, Ivo van Hove, Angélica Liddell, Tom Goossens) und Choreographen (Alan Lucien Øyen, Anne Teresa De Keersmaeker, Sidi Larbi Cherkaoui).

Ihr Operndebüt gab sie mit Thibault und Une Voix d'en haut in Don Carlos (Verdi) und First Wood Sprite in Rusalka (Dvořák) im Opera Ballet Vlaanderen (Gent und Antwerpen, Preisträger in der Kategorie "Best Opera Company 2019"), ab August 2019 als feste Solistin des Hauses.

Im Juni 2022 wird sie in "Mozart/Concert Arias" singen (Anne Teresa De Keersmaeker), Opera Ballet Vlaanderen, Gent.

Seit dem Beginn ihrer Karriere (2010) wurde Annelies von der Presse weltweit sehr positiv aufgenommen.


Kelsey
Lauritano

Die japanisch-amerikanische Mezzosopranistin Kelsey Lauritano wechselte mit Beginn der vergangenen Spielzeit vom Opernstudio in das Ensemble der Oper Frankfurt. Kürzlich feierte sie ihr Debüt als Dorabella (Così fan tutte), gefolgt von ihrem erneuten Auftritt als Giovanna (Rigoletto). In der Premierenserie von Madama Butterfly ist sie in der Partie der Suzuki zu hören. Sie war nach ihrem Deutschland-Debüt als Dritte Waldelfe (Rusalka) auch als Enrichetta di Francia (I puritani) und Eine Spanierin (Der ferne Klang, CD bei OehmsClassics) sowie als Mrs. Nolan (The Medium) und in Pergolesis Stabat mater in Frankfurt besetzt. Weiterhin debütierte sie als Emilia in Rossinis Otello und als Musiker (Manon Lescaut), gestaltete Partien in Martinůs Julietta und trat in Nur wer die Sehnsucht kennt – einem Abend mit Tschaikowski-Liedern – online in Erscheinung. Die in San Francisco geborene Künstlerin hat ihr Studium an der New Yorker Juilliard School mit Auszeichnung abgeschlossen. Während ihrer Ausbildung war sie u.a. an Produktionen von Rameaus Hippolyte et Aricie, Doves Flight sowie als Kind in L’enfant et les sortilèges beteiligt. Weiterhin gab sie ihr Rollendebüt als Cherubino (Le nozze di Figaro) an der Music Academy of the West unter James Conlon, sang Venus in Monteverdis Il ballo delle Ingrate unter William Christie und war beim Boston Early Music Festival, beim Virginia Arts Festival, am Opera Theatre of St. Louis, in der Alice Tully Hall New York sowie an der Internationalen Meistersinger Akademie zu Gast. Neben Konzerten mit dem New World Symphony Orchestra und den Nürnberger Symphonikern trat Kelsey Lauritano beim New York Festival of Song im Lincoln Center und beim SongFest in Los Angeles auf.


Mingjie
Lei

Der chinesische Tenor Mingjie Lei studierte am Zentralen Musikkonservatorium in Peking, an der Manhattan School of Music in New York und am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Er nahm am Merola Opera Program der San Francisco Opera teil und war Mitglied des Ryan Opera Center der Lyric Opera of Chicago.

Zu seinen Engagements in der jüngsten Vergangenheit zählen Fenton (Falstaff) an der Deutschen Oper Berlin, Ernesto (Don Pasquale) unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola und in der Regie von Christof Loy in Zürich sowie Ferrando in konzertanten Aufführungen von Così fan tutte mit musicAeterna unter Teodor Currentzis in Sankt Petersburg, Wien, Bremen und Luzern, wo er auch in einem Konzert neben Cecilia Bartoli zu hören war. Als Fenton gastierte er an der Opera Colorado und als Egeo (Medea in Corinto) am Teatro Nuovo in New York sowie als Iopas (Les Troyens), als Remendado (Carmen) und als Gastone (La traviata) an der Seite von Plácido Domingo an der Lyric Opera of Chicago.

Aktuelle und zukünftige Projekte beinhalten Haydns Missa in tempore belli in Amsterdam sowie Rossinis Il turco in Italia, Offenbachs Barkouf und Donizettis Don Pasquale in Zürich und darüber hinaus eine ausgedehnte Konzerttournee unter Jordi Savall.

Seit Beginn der Spielzeit 2018/19 ist Mingjie Lei Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, wo er bereits in Don Pasquale, Il barbiere di Siviglia, Ariadne auf Naxos, Così fan tutte, Der Prinz von Homburg, Iphigénie en Tauride und Die Zauberflöte auftrat.

2017 gastierte er bei den Salzburger Festspielen als Jeppo Liverotto in konzertanten Aufführungen von Donizettis Lucrezia Borgia unter Marco Armiliato. Als Konzertsänger war er in Haydns Die Schöpfung, Bachs Weihnachtsoratorium und Matthäus-Passion, Strawinskys Pulcinella sowie Händels Messiah und Semele in New York, San Francisco, Philadelphia und Chicago zu hören.

Mingjie Lei ist Preisträger mehrerer Gesangswettbewerbe, wie des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, des internationalen Wettbewerbs NEUE STIMMEN in Gütersloh sowie des Wettbewerbs BBC Cardiff Singer of the World 2019 in der Liedkategorie. Im Sommer 2016 nahm er am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil, in dessen Rahmen er in einer Kinderfassung von Purcells The Fairy Queen sowie in Konzerten mit der Camerata Salzburg und dem Mozarteumorchester Salzburg auftrat.


Callum
Thorpe

Callum Thorpe promovierte zunächst in Biochemie, bevor er an der Royal Academy of Music in London Gesang studierte. Engagements führten ihn u. a. an das Royal Opera House Covent Garden in London, das Théâtre des Champs-Élysées in Paris, das Théâtre La Monnaie in Brüssel und das Theater Basel sowie zum Glyndebourne Festival. Sein Repertoire umfasst Partien wie Masetto und Komtur (Don Giovanni), Plutone (LʼOrfeo), Banco (Macbeth), Lieutenant Ratcliffe (Billy Budd) und Sarastro (Die Zauberflöte). Zudem sang er die Partie des Gibarian in der Uraufführung von Dai Fujikuras Multimedia-Oper Solaris in Paris. Ab 2017 bis 2021 war der britische Bassist im Ensemble der Bayerischen Staatsoper und sang hier u. a. Banco, Pistola (Falstaff) und Colline (La bohème). Es folgten diese Spielzeit Rocco (Fidelio) bei der Tournee des Glyndebourne Festivals, Sparafucile (Rigoletto) an der Opera North und Talbot (Maria Stuarda) an der Irish National Opera. (Stand: 2021)