Musicbanda Franui

Dort ist das Glück

Musicbanda Franui

Rezitation Dagmar Manzel


„Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück!“ – Mit diesem Satz endet eines der berühmtesten Lieder Franz Schuberts, „Der Wanderer“ aus dem Jahr 1816. „Ich bin ein Fremdling überall“, bekennt einer, der vom Gebirge kommt und jetzt, da er ans Meeresufer gelangt, bricht ein Lied aus ihm heraus. „… wo du nicht bist …“ – das ist die Kurzformel einer Sehnsucht, die unser Leben bis heute bestimmt; in Liedern von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler ist von ihr die Rede.

Franui, die 10 Musiker aus dem kleinen Osttiroler Dorf Innervillgraten, nähern sich der romantischen Musik mit ihrer unvergleichlichen Klangbatterie, legen die volksmusikalischen Inspirationsquellen frei und verharren dennoch in der Gegenwart. „Unsere musikalischen Schauplätze“, so notierten die Franuis schon früh in ihrer nunmehr 25-jährigen Laufbahn, „sind der Friedhof und der Tanzboden. Beides Mal ist eine rechteckige Fläche im Zentrum der Aufmerksamkeit.“ Zwischen Friedhof und Tanzboden unternahmen sie auch immer wieder Ausflüge zum örtlichen Musikpavillon. Einmal war ein berühmter Liedsänger angekündigt. Er fand aber den Eingang ins Tal nicht. „Also mussten wir alles selber machen.“

So 29. Dez
11:00 Uhr → Festspielhaus

Musicbanda Franui

Dagmar Manzel

Rezitation


Musicbanda Franui

Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Das Wort ist rätoromanischen Ursprungs und verweist auf die geografische Nähe Innervillgratens zum ladinischen Sprachraum in den Dolomiten. Die Musicbanda gleichen Namens spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und ist bei vielen Festivals und Konzertveranstaltern zu Gast (u.a. Wiener Konzerthaus, Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele, Stiftung Mozarteum Salzburg, Tiroler Festspiele Erl, Bregenzer Festspiele, Ruhrtriennale, Radialsystem V Berlin, KunstFestSpiele Herrenhausen, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Schauspielhaus Hamburg, Philharmonie Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie und Grand Théatre Luxemburg, Les Nuits de Fourvière Lyon, Holland Festival). Franui wurden mit ihren Aneignungen der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler bekannt. Dabei versteht sich das Ensemble als „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“; manches Mal wird die klassische Vorlage in all ihrer Schönheit liebevoll zelebriert, manches Mal vom Kopf auf die Füße gestellt (oder umgekehrt), skelettiert, angereichert, übermalt, weitergedacht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Interpretation, Improvisation, Arrangement und (Re-)Komposition. Bei ihren Konzerten und Musiktheaterproduktionen verbünden sie sich häufig mit herausragenden Bühnenpartnern, u.a. mit dem Sänger Florian Boesch, dem Puppenspieler Nikolaus Habjan, dem Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger oder den Schauspielern Sven-Eric Bechtolf, Dörte Lyssewski und Peter Simonischek. Zum 20jährigen Bestehen des Ensembles sorgte ein Konzert auf der 2300 m hoch gelegenen Almwiese Franui für Furore, zu dem nach einer etwa 3-stündigen Wanderung an die 1500 Besucher kamen. Das Programm „Tanz Boden Stücke“ (feat. Wolfgang Mitterer) hatte 2014 bei der Stiftung Mozarteum in Salzburg Premiere und erschien im Februar 2016 unter dem Titel „Tanz! (Franz)“ auf CD. Bei der Mozartwoche 2017 folgte die Uraufführung von „ENNUI. Geht das immer so weiter?“ (mit Peter Simonischek), einer musiktheatralischen Annäherung an den MusikKosmos Wolfgang A. Mozarts. Im Wiener Konzerthaus steht Franui seit 2015 jährlich im Mittelpunkt des Festivals „Gemischter Satz“, bei dem Musik, Bildende Kunst, Literatur und Wein in einem neuen Zusammenspiel präsentiert werden. Die CDs von Franui erscheinen beim Label col legno und wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Pasticcio-Preis von Radio Ö1, Toblacher Komponierhäuschen).


Dagmar
Manzel

Dagmar Manzel ist dem breiten Publikum spätestens seit ihrer Rolle als Kriminalhauptkommissarin im Franken-Tatort ein Begriff. Die Berlinerin mit der markanten Stimme dreht für Film und Fernsehen, begeistert in Theateraufführungen, gibt Solokonzerte und steht bei Musiktheaterproduktionen auf der Bühne, so zum Beispiel an der Komischen Oper Berlin: Sie verkörperte unter anderem Mrs. Lovett in "Sweeney Todd" und Johanna Vogelhuber "Im Weißen Rössl". Bis heute ist sie eines der prägendsten Gesichter des Deutschen Theaters Berlin, bis 2001 war sie Ensemble-Mitglied. Die Liste ihrer Auszeichnungen ist lang: Sie erhielt zweimal den Adolf-Grimme-Preis, wurde von der Theater Heute zur Schauspielerin des Jahres gekürt, bekam zweimal den Deutschen Fernsehpreis, den Deutschen Schauspielerpreis, den Deutschen Hörbuchpreis, den Deutschen Filmpreis und viele mehr verliehen. Ausgebildet wurde Dagmar Manzel an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.


Auf der Bühne:

  • Golde in "Anatevka", Komische Oper Berlin 2017
  • Winnie in "Glückliche Tage", Deutsches Theater Berlin 2017
  • Cleopatra in "Die Perlen der Cleopatra", Komische Oper Berlin 2016
  • Sie in "Gift", Deutsches Theater Berlin 2013
  • Alice in "Totentanz", Berliner Ensemble 2006

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Musicbanda Franui: "Dort ist das Glück"