Erntedank

Erntedank-Matinée

WITOLD LUTOSLAWSKI
Musique Funebre 


WOLFGANG AMADEUS MOZART
Requiem KV 626

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Chor der Oper Frankfurt

Dirigent Simone di Felice

Sopran Corinna Scheurle

Sopran Florina Ilie

Tenor Michael Porter

Bass Thomas Faulkner


Nach den ersten Konzerten im August freuen sich die Tiroler Festspiele Erl nun endlich wieder auf ein Zusammentreffen mit dem eigenen Orchester. Im Rahmen der Erntedank-Tage am 3. und 4. Oktober 2020 haben Klassik-Liebhaber die Möglichkeit, in den Genuss von Orchesterklängen zu kommen. Am Sonntag, den 4. Oktober, präsentieren die Tiroler Festspiele Erl eine feierliche Matinée. Unter der musikalischen Leitung von Simone di Felice – einem hochmusikalischen Dirigenten – bewegt das Orchester die Gemüter mit Lutoslawskis „Trauermusik auf den Tod von Béla Bartók“, um schließlich mit dem Werk eines Genies den Vormittag zu krönen: Wolfgang Amadeus Mozarts berühmtes Requiem KV 626.

 

Ko-Produktion mit dem Chor der Oper Frankfurt.

 

Bitte beachten Sie aufgrund der aktuellen Situation außerdem die aktuellen Reisebestimmungen. 

So 04. Okt
11:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Chor der Oper Frankfurt

Simone di Felice

Dirigent

Corinna Scheurle

Sopran

Florina Ilie

Sopran

Michael Porter

Tenor

Thomas Faulkner

Bass


Orchester der Tiroler Festspiele Erl



Chor der Oper Frankfurt

Der Chor der Oper Frankfurt gehört zu den größten Opernchören in Deutschland. Zur Zeit des so genannten Stagione-Systems im Jahr 1993 wurde der Chor vorübergehend verkleinert, im Rahmen der Konsolidierung der Oper Frankfurt und damit der Rückkehr zum Repertoire-System jedoch wieder aufgestockt. Seitdem können die größten Chorpartien der Opernliteratur vom Chor der Oper Frankfurt wieder aus eigenen Kräften bzw. mit Hilfe des Extra-Chores erfolgreich bewältigt werden.

Dem Frankfurter Opernchor, mit Beginn der Saison 2014/2015 unter der Leitung von Tilman Michael, werden herausragende Leistungen bescheinigt, vom Opernpublikum ebenso wie von den Kritikern. Bei der "Opernwelt"-Umfrage 2005 wurde der Frankfurter Opernchor direkt hinter dem Chor der Staatsoper Stuttgart als "Opernchor des Jahres" genannt.

Oft sind Chorpartien regelrechte "Hauptrollen" und für den Chor ebenso schwierig zu interpretieren wie große Solopartien. Man denke nur an die großen russischen Opern wie "Chowanschtschina" von Modest P. Mussorgski oder an die Opern von Giuseppe Verdi.

Vielen Chorsängerinnen und -sängern der Oper Frankfurt werden immer wieder auch Solopartien anvertraut. Das bedeutet, dass die Stimme eines Chorsängers im großen Opernhaus ebenso "tragen" muss wie eine Solostimme und schon deshalb der solistischen Ausbildung bedarf. Sie genießen die gleiche Ausbildung (ein Gesangsstudium) wie Solisten und müssen, wenn nicht ohnehin eine Opernvorstellung auf dem Programm steht, täglich ihre Stimme trainieren. Fast alle Chorsänger arbeiten zusätzlich an ihrer künstlerischen Weiterentwicklung, sei es durch Gesangsunterricht oder durch die genannten solistischen Aufgaben auf der Opernbühne oder im Konzert.

Beeindruckend ist die Internationalität des Opernchors - es finden sich darin Mitglieder aus den USA, Russland, China, Korea, Japan, Chile, der Ukraine, Litauen, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Serbien, Albanien und natürlich aus Deutschland. Dieses babylonische Sprachengewirr reduziert sich spätestens bei den Operntexten auf jeweils eine gemeinsame Sprache: Es werden Opern in Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch, Russisch und Tschechisch gesungen. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass alle Opern hinsichtlich Melodie und Sprache auswendig gesungen werden müssen.


Simone
di Felice

Der italienische Dirigent Simone Di Felice ist als Kapellmeister an der Oper Frankfurt engagiert. 2014 leitete er die erfolgreiche Neuproduktion Monteverdis «L’incoronazione di Poppea». Es folgten eine Neuproduktion Händels «Radamisto und die Wiederaufnahme von Glucks «Ezio», sowie Vorstellungen in der Premierenserie Verdis «Rigoletto» und Repertoire-Vorstellungen von Rossinis «La gazza ladra». 2017 war eine sehr erfolgreiche Händel Neuproduktion «Rinaldo», mit dem Countertenor Jakub Józef Orliński in der Titelrolle, zu erleben. 2018 stand Simone Di Felice wieder für Repertoire-Vorstellungen von Verdis «Rigoletto» am Pult der Oper Frankfurt. In der Saison 2018/2019 dirigierte Simone di Felice die Wiederaufnahmen «Die Zauberflöte» und «Rinaldo» sowie die Neuproduktion «Satyricon» von Bruno Maderna. Im August 2019 eröffnet die Wiederaufnahme von Händels «Radamisto» die neue Spielzeit der Oper Frankfurt. In der Spielzeit 2019/2020 sind ein Sinfoniekonzert mit Werken von Britten und Williams mit dem Tonkünstler Orchester sowie eine Neuproduktion von Rossinis «La gazzetta» an der Oper Frankfurt geplant. Nachdem er bereits in Rossinis «La Cenerentola» (R: Antonio Latella) zu erleben war, kehrt Simone di Felice für Nachdirigate von Rossinis «Il barbiere di Siviglia» ans Theater Basel zurück.


Corinna
Scheurle

Die deutsch-ungarische Mezzosopranistin Corinna Scheurle absolvierte ihr Studium an der Universität der Künste Berlin bei Carola Höhn und Enrico Facini sowie an der Theaterakademie August Everding in der Klasse von Christiane Iven. Seit dieser Saison ist Frau Scheurle Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, wo sie als Lucienne in Korngolds „Die tote Stadt“ unter der Leitung von Kirill Petrenko, Annina in „La Traviata“, Alissa in Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Blumenmädchen in Wagners „Parsifal“ sowie als Tebaldo in Verdis „Don Carlo“ auftritt. Von 2017 bis 2019 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Staatsoper Unter den Linden, wo sie u.a. als Giovanna in „Rigoletto“, Inez in „Il Trovatore“ und als Zweite Dame in Mozarts „Zauberflöte“ zu erleben war. Höhepunkte aus vorherigen Saisons umfassen ihr Hausdebüt im Festspielhaus Baden Baden unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin als zweite Dame in Mozarts „Die Zauberflöte“ (CD Aufnahme der Deutschen Grammophon) sowie bei den Bregenzer Festspielen als Marcellina in „Le nozze di Figaro“.. Zu ihren weiteren wichtigen Erfahrungen gehören u.a. Rollen wie Older Woman in „Flight“ von Jonathan Dove, Penelope in Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“, Ruggiero in Händels „Alcina“, Fatima in „Die arabische Nacht“ von Christian Jost und Dorina in „Fra i due litiganti“ von Giuseppe Sarti. 2019 war sie unter den Finalisten des Bundeswettbewerbs Gesang.


Rollen:

  • Giovanna in "Rigoletto", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • 2. Dame in "Die Zauberflöte", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Septette in "Babylon", Staatsoper Unter den Linden Berlin 2019
  • Bernardo in "Beatrice Cenci", Bregenzer Festspiele 2018
  • Marcellina in "Die Hochzeit des Figaro", Bregenzer Festspiele 2017

Produktionen bei den Tiroler Festspielen Erl:

  • Antonín Dvořák & Jaroslav Kvapil: "Rusalka"

 


Florina
Ilie

Die Sopranistin Florina Ilie gehört ab der Saison 2018/19 zum Opernstudio der Oper Frankfurt. Die ersten Partien der gebürtigen Rumänin sind Erste Waldelfe (Rusalka), Eine italienische Sängerin (Capriccio), Najade (Ariadne auf Naxos), Taumännchen (Hänsel und Gretel), Valencienne (Die lustige Witwe) und Barbarina (Le nozze di Figaro). An der Nationaloper ihrer Heimatstadt Bukarest trat sie bereits als Adina (L'elisir d'amore) auf sowie als Pamina, Susanna, Donna Elvira und Despina mehrfach als Mozartinterpretin in Erscheinung. In Produktionen der Jungen Oper Österreich sang sie u.a. Humperdincks Gretel und Serpetta (La finta giardiniera), beim Festival Oper Klosterneuburg war sie als Annina (La traviata) und Alice (Rossinis Le comte Ory) zu erleben. Jüngst debütierte sie als Anna (Nabucco) in Nizza und Toulon. Mehrfach wurde Florina Ilie bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, u.a. mit Ersten Preisen beim Paul Constantinescu Wettbewerb, beim Ada Burlui Liedwettbewerb, beim Sabin Dragoi Wettbewerb sowie mit dem Förderpreis Otto Edelmann des Opernstudios OperAvenir am Theater Basel. Nach ihrer Gesangsausbildung an der Universität für Musik in Bukarest vervollständigte sie ihre Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Karlheinz Hanser.


Michael
Porter

Michael Porter, der nach dem Opernstudio der Oper Frankfurt ins Ensemble aufgenommen wurde, überzeugte hier mit seinen Mozart-Debüts als Pedrillo (Die Entführung aus dem Serail), Ferrando (Così fan tutte) und Tamino (Die Zauberflöte). 2019/20 singt der amerikanische Tenor erneut Don Ottavio (Don Giovanni) und erstmals Arbace (Idomeneo). Zudem tritt er als Edmondo (Manon Lescaut), Stimme eines jungen Seemanns (Tristan und Isolde) und Laërte (Mignon) auf. Zum Repertoire des jungen Künstlers zählen Andres (Wozzeck), The Novice (Billy Budd), Mosè (ll serpente di bronzo), Steuermann (Der fliegende Holländer), Brighella (Ariadne auf Naxos) und Helenus / Hylas (Les Troyens). Auch als Liedinterpret trat er in Erscheinung. Gastspiele führten Michael Porter als Monostatos (Die Zauberflöte) zu den Salzburger Festspielen sowie zuvor als Victorin/Gaston (Die tote Stadt) – den er auch in Frankfurt sang – an die Semperoper in Dresden, als Knappe (Parsifal) an die Staatsoper Berlin und als König in der Uraufführung von Tonguecat zu den Münchner Opernfestspielen. Mit Brighella debütierte der junge Sänger auch an der Fort Worth Opera. Michael Porter war Mitglied der Young Artist Programs des Opera Theatre St. Louis und der Seagle Music Colony.


Thomas
Faulkner

Der Bass Thomas Faulkner begann seine Laufbahn an der Oper Frankfurt. Hier gab er wichtige Rollendebüts, u.a. als Elviro (Xerxes), Lodovico (Otello), John Claggart (Billy Budd), Don Diego (L’Africaine) und Alidoro (La Cenerentola). Seine Partien der Saison 2019/20 sind Elmiro (Rossinis Otello), 1. Nazarener (Salome) und Swallow (Peter Grimes). Daneben nimmt der gebürtige Brite zahlreiche Gastengagements wahr, u.a. am Théâtre des Champs-Élysée in Paris als Masetto (Don Giovanni), den er jüngst an der Garsington Opera sang, und bei den Tiroler Festspielen in Erl als Wassermann (Rusalka). In Elektra gibt er sein Debüt am Royal Opera House Covent Garden in London. Thomas Faulkner gastierte u.a. in Orfeo bei den Münchner Opernfestspielen, als Banquo (Macbeth) bei der Scottish Opera on Tour sowie als Messenius (Cristina, regina di Svezia) und Dulcamara (L’elisir dʼamore) beim Wexford Festival. Außerdem konzertierte er mit dem Orchestre de Chambre von Lausanne unter Bertrand de Billy sowie mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Thomas Faulkner studierte an der Universität Cambridge und an der Royal Academy of Music London. Der promovierte Historiker war u.a. Stipendiat des Frankfurter Richard-Wagner-Verbandes.