Abschluss-konzert

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
„Die Hebriden“
Ouvertüre op. 26 MWV P 7
Psalm 114 op. 51

GUSTAV MAHLER
„Das Lied von der Erde“

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Dirigent Antonello Manacorda

Mezzosopran Paula Murrihy

Tenor AJ Glueckert


„Die schottischen Hochlande und das Meer brauen miteinander nichts als Whisky, Nebel und schlechtes Wetter“, urteilte 1829 der damals 20-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy, der mit einem Freund durch England und Schottland reiste. Und doch zeigte er sich zutiefst beeindruckt von den Hebriden, jener sagenumwobenen Inselgruppe inmitten der tosenden See, die ihn zu der Komposition inspirierte, die Mendelssohn später unter dem Titel „Hebriden-Ouvertüre“ veröffentlichte. Man glaubt hier die Schreie der Möwen und die Wucht der Gischt zu hören, aber auch die Einsamkeit eines Menschen, umgeben von der grenzenlosen Weite des Meeres. Doch das eigentliche Ziel von Mendelssohns Reise war nicht Schottland, sondern London gewesen. Neben den Aufführungen seiner Konzerte fand er Zeit, das British Museum zu besuchen. Hier entdeckte er Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Ägypten“. Zehn Jahre später komponierte Mendelssohn – von Händel inspiriert – seinen Psalm 114 „Da Israel aus Ägypten zog“. Von England geht es weiter nach China, wie es sich Gustav Mahler und Hans Bethge erträumten. Bethges Sammlung „Die chinesische Flöte“ enthält freie Nachdichtungen der Lyrik. aus der Tang-Dynastie; Mahler formte aus ihnen eine Musik über die irdische Endlichkeit. Sein „Lied von der Erde“ ist eigentlich eine Sinfonie in Form von sechs Orchesterliedern. In ihnen vertont er den Kreislauf des Lebens – von der Jugend bis zum Abschied – und schreibt später über sie: „Ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe“.

So 02. Aug
11:00 Uhr → Festspielhaus

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl

Antonello Manacorda

Dirigent

Paula Murrihy

Mezzosopran

AJ Glueckert

Tenor


Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl


Antonello
Manacorda

Der gebürtige Turiner Antonello Manacorda war Gründungsmitglied und langjähriger Konzertmeister des von Claudio Abbado ins Leben gerufenen Mahler Chamber Orchestras. Später absolvierte er sein Dirigierstudium bei Jorma Panula in Helsinki und ist seitdem als Dirigent sowohl auf dem Konzertpodium wie auch in der Oper weltweit gefragt. Seit 2010 ist Antonello Manacorda Künstlerischer Leiter der Kammerakademie Potsdam.

In der Saison 2019/20 gibt Antonello Manacorda seine Debüts an der Metropolitan Opera in New York („Le nozze di Figaro“) sowie an der Opéra national de Paris („Così fan tutte“). Wiedereinladungen führen ihn an die Bayerische Staatsoper München („Alceste“) sowie mit einer Neuproduktion des Mozart/Da-Ponte-Zyklus an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel.

Zu den Höhepunkten der Saison 2019/20 im Bereich der Symphonik zählen Gastdirigate beim Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Danish National Symphony Orchestra, dem SWR Symphonieorchester und dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Mit der Kammerakademie Potsdam führt Antonello Manacorda in der Saison einen Mendelssohn-Zyklus weiter und präsentiert die späten Mozart-Symphonien im Pierre Boulez Saal in Berlin. In der vergangenen Saison brachte er mit dem Ensemble einen Zyklus mit den vier Symphonien von Johannes Brahms in Potsdam zur Aufführung. Bereits im Februar 2014 leitete Manacorda dort an vier aufeinanderfolgenden Tagen einen von der Presse gefeierten Zyklus der Beethoven-Symphonien. Tourneen in der Spielzeit 2019/20 führen das Ensemble und Antonello Manacorda unter anderem an die Alte Oper Frankfurt, die Philharmonie Berlin sowie die Elbphilharmonie.

In der vergangenen Spielzeit leitete Antonello Manacorda Neuproduktionen an Amsterdams De Nationale Opera („Die Zauberflöte“), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel („Die Zauberflöte“) sowie an der Bayerischen Staatsoper („Alceste“) und debütierte mit „La Traviata“ am Royal Opera House Covent Garden in London. Gastdirigate führten ihn zum Rotterdam Philharmonic Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie Orchester und den Wiener Symphonikern. Von seiner Funktion als Chefdirigent des niederländischen Het Gelders Orkest nahm Antonello Manacorda in der Saison 2018/19 Abschied.

Mit der Kammerakademie Potsdam hat Antonello Manacorda einen Schubert-Zyklus für Sony aufgenommen, der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. Beim ECHO Klassik 2015 erhielt die Kammerakademie Potsdam für den Zyklus den Preis in der Kategorie Ensemble des Jahres. Mit dem Het Gelders Orkest und der schwedischen Sopranistin Lisa Larsson hat Antonello Manacorda Mahlers 4. Symphonie für Challenge Records eingespielt. Für Sony nimmt Antonello Manacorda mit der Kammerakademie Potsdam derzeit alle Symphonien Mendelssohns auf.


Paula
Murrihy

Die irische Mezzosopranistin Paula Murrihy studierte am DIT Conservatory of Music and Drama in Dublin und am New England Conservatory in Boston. Sie absolvierte das Britten–Pears Young Artist Programme sowie das Merola Program an der San Francisco Opera und war ein Apprentice Singer an der Santa Fe Opera und Ensemblemitglied der Oper Frankfurt.

In Frankfurt gab Paula Murrihy ihr Rollendebüt als Carmen in einer gefeierten Produktion von Barrie Kosky. In den USA, wo sie weiter regelmäßig zu Gast ist, gab sie kürzlich als Stéphano (Roméo et Juliette) ihr Debüt an der Metropolitan Opera und gastierte als Ruggiero (Alcina) und Orlofsky (Die Fledermaus) an der Santa Fe Opera. In Großbritannien debütierte sie als Tebaldo (Don Carlo) am Royal Opera House, Covent Garden, wohin sie als Mercédès (Carmen) zurückkehrte. Zu weiteren Höhepunkten der jüngeren Zeit zählen Concepción (L’Heure espagnole) am Opernhaus Zürich, die Gräfin von Essex in Brittens Gloriana bei ihrem Debüt am Teatro Real in Madrid, Zweite Dame (Die Zauberflöte) bei ihrem Salzburger Festspieldebüt 2018, Judith (Herzog Blaubarts Burg) an der neuen Irish National Opera in Dublin und Sesto (La clemenza di Tito) an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam.

Auf dem Konzertpodium arbeitet Paula Murrihy regelmäßig mit musicAeterna und Teodor Currentzis zusammen, mit denen sie beim Diaghilev-Festival in Perm sowie als Solistin in Mahlers Des Knaben Wunderhorn in der Münchner Philharmonie, der Mailänder Scala und im Müpa in Budapest auftrat. 2017 gab sie in Haydns Paukenmesse ihr Debüt bei den

BBC Proms. Außerdem sang sie in Händels Messiah mit dem Orchestre de chambre de Paris und in Mendelssohns Elias mit dem Orquesta Nacional de España sowie der Niederländischen Radio-Philharmonie. Als versierte Liedsängerin war sie in der Londoner Wigmore Hall mit Malcolm Martineau, beim International Lied Festival Zeist mit Sholto Kynoch und beim Aldeburgh Festival zu Gast.

In der Saison 2019/20 ist sie in der Titelrolle in Faurés Penelope in Frankfurt, als Carmen an der Irish National Opera sowie in Aufführungen von Mozarts Da-Ponte-Opern unter Currentzis in Bremen, Wien und Luzern zu hören. Auf ihrem Konzertkalender stehen Beethovens 9. Symphonie mit dem North Carolina Symphony Orchestra, Messiah mit dem Philadelphia Orchestra, Rossinis Stabat Mater mit dem Kitchener-Waterloo Symphony Orchestra in Kanada und Mozarts Requiem mit musicAeterna in Baden-Baden und Paris.


AJ
Glueckert

AJ Glueckert ist Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt und war in 2016/17 in verschiedenen Hauptrollen zu hören. Zuerst mit der Partie des Bob Boles in einer neuen Keith Warner-Produktion von Peter Grimes unter Sebastian Weigle, sowie als Flamand in einer Neuproduktion von Strauss' Capriccio unter der Regie von Brigitte Fassbaender und der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle. Zu seinen Rollendebüts in 2017/18 zählen Froh in Das Rheingold sowie als Skuratov in Aus einem Totenhaus. Im Sommer 2018 ist er als Pinkerton in Madama Butterfly an der Santa Fe Opera zu hören.
In 2016/17 gab AJ Glueckert sein Debüt an der Metropolitan Opera als Erik in Der fliegende Holländer unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. An der Oper Frankfurt war er als Lyonel in einer Neuproduktion von Flotows Martha unter der Leitung von Sebastian Weigle, Don José in Barrie Koskys gefeierter Produktion von Carmen, Raffaele in Stiffelio und Erik in Der fliegende Holländer zu hören. Sein Europa-Debüt gab er an Oper Frankfurt als Prinz in Rusalka, einer Partie, die er auch an der Minnesota Opera und New Orleans Opera sang.  Als Bacchus in Ariadne auf Naxos debütierte er kürzlich beim Glyndebourne Festival und zuvor am Opera Theatre of Saint Louis.

AJ Glueckert ist in besonderem Maße der San Francisco Opera als deren ehemaliger Adler Fellow und Teilnehmer des Merola Opera Program verbunden. Dort war er zuletzt als Beadle Bamford (Sweeney Todd), Normanno (Lucia di Lammermoor) und Kunz Vogelsang (Die Meistersinger von Nürnberg) zu erleben.
Sein Rollendebüt als Don José in Carmen gab er 2015 an der Pittsburgh Opera. An der Philadelphia Opera und der Minnesota Opera sang er in der Uraufführung von Kevin Puts' Stille Nacht. Er ist Absolvent des Young Artists Programms der Santa Fe Opera und Utah Opera. An der Utha Opera war er in der Rolle des Schwachsinnigen in Boris Godunow zu hören.

In Konzerten arbeitete AJ Glueckert bisher u.a. mit der Utah Symphony sowie dem Santa Clara und dem Sacramento Symphony Orchestra zusammen. Zweimal gewann der Absolvent des San Francisco Conservatory of Music regionale Wettbewerbe der Metropolitan Opera National Auditions.