Christian Muthspiel & Orjazztra Vienna

Orjazztra Vienna

Komposition, Dirigent Christian Muthspiel


Großbesetzungen im Jazz sind rar geworden. Unter anderem durch den Verfall der Gagen im letzten Jahrzehnt geht eine Kultur verloren, welche die Geschichte einer der größten musikalischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts mitgeprägt hat: Von Duke Ellington bis Carla Bley, vom Sun Ra Arkestra bis zum Vienna Art Orchestra gehörten großbesetzte Bands immer zum Kanon der improvisierten Musik. Mit dem 18-köpfigen Orjazztra Vienna erfülle ich mir nun – den Zug der Zeit ignorierend – den Traum eines eigenen Jazzorchesters, den ich seit meinem Weggang vom Vienna Art Orchestra im Jahr 2004 träume. Österreich und Wien besitzen derzeit eine schier unglaublich dichte Szene junger, großartiger Musikerinnen und Musiker, die in vielen eigenen Bands musizieren, die neugierig, experimentierfreudig, weltoffen und allesamt sehr gut ausgebildet sind und somit auch technisch auf höchstem Niveau spielen. Zum überwiegenden Teil besteht das Orjazztra aus jungen Menschen dieser heimischen Szene, ist mit doppelter Rhythmusgruppe (zwei Bässe, zwei Schlagzeuge), Klavier, einem sechsköpfigen Saxophon/Klarinettensatz, drei Trompeten, zwei Posaunen und einer Tuba ungewöhnlich besetzt und eher als zeitgenössisches Jazzorchester denn als Big Band zu bezeichnen. Nach nunmehr 35 Jahren als Komponist, Dirigent und Instrumentalist, immer zwischen den Stühlen agierend bzw. diese regelmäßig wechselnd – vom Leiten zahlreicher Jazzbands

Mi 22. Jul
19:30 Uhr → Festspielhaus

ORJAZZTRA VIENNA, part 1: “Prelude – Woman and man – She cries out loud”

ORJAZZTRA VIENNA, part 1: “Prelude – Woman and man – She cries out loud”


Orjazztra Vienna

Christian Muthspiel

Komposition, Dirigent


Orjazztra Vienna

Großbesetzungen im Jazz sind rar geworden. Unter anderem durch den Verfall der Gagen im letzten Jahrzehnt geht eine Kultur verloren, welche die Geschichte einer der größten musikalischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts mitgeprägt hat: Von Duke Ellington bis Carla Bley, vom Sun Ra Arkestra bis zum Vienna Art Orchestra gehörten großbesetzte Bands immer zum Kanon der improvisierten Musik.

Mit dem 18-köpfigen Orjazztra Vienna erfülle ich mir nun – den Zug der Zeit ignorierend – den Traum eines eigenen Jazzorchesters, den ich seit meinem Weggang vom Vienna Art Orchestra im Jahr 2004 träume.

Österreich und Wien besitzen derzeit eine schier unglaublich dichte Szene junger, großartiger Musikerinnen und Musiker, die in vielen eigenen Bands musizieren, die neugierig, experimentierfreudig, weltoffen und allesamt sehr gut ausgebildet sind und somit auch technisch auf höchstem Niveau spielen.

Zum überwiegenden Teil besteht das Orjazztra aus jungen Menschen dieser heimischen Szene, ist mit doppelter Rhythmusgruppe (zwei Bässe, zwei Schlagzeuge), Klavier, einem sechsköpfigen Saxophon/Klarinettensatz, drei Trompeten, zwei Posaunen und einer Tuba ungewöhnlich besetzt und eher als zeitgenössisches Jazzorchester denn als Big Band zu bezeichnen.

Nach nunmehr 35 Jahren als Komponist, Dirigent und Instrumentalist, immer zwischen den Stühlen agierend bzw. diese regelmäßig wechselnd – vom Leiten zahlreicher Jazzbands bis zum Dirigieren einer Mahler-Symphonie, vom Komponieren für Symphonieorchester bis zur Produktion der Signations für Ö1 –, soll das Orjazztra für die nächsten Jahre nun mein musikalischer Schwerpunkt und die größtmögliche gemeinsame Schnittmenge der Summe dieser Erfahrungen werden:

Ein orchestraler Zugang zum zeitgenössischen Jazz über komplexe Partituren, die gleichzeitig den individuellen Solistinnen und Solisten den entsprechenden improvisatorischen Freiraum geben, klanglich geprägt von einem akustischen, in diesem Fall bewusst elektronikfreien, an den Tugenden klassischen Orchesterspiels geschulten Zusammenklang.


Christian
Muthspiel

Der 1962 in Judenburg (Österreich) geborene Komponist, Dirigent, Posaunist, Pianist und Maler ist sowohl im Bereich des Jazz und der improvisierten Musik als auch im Kontext der komponierten, klassischen und Neuen Musik international tätig.

Sein Studium an der Musikhochschule Graz hat er „rechtzeitig und erfolgreich abgebrochen“ um seine Ausbildung als Stipendiat an der “School of Fine Arts” in Banff/Canada fortzusetzen. Seitdem erhielt er zahllose Einladungen zu Konzerten, Produktionen und Dirigaten in viele wichtige Musikzentren der Welt sowie Kompositionsaufträge namhafter Orchester, Ensembles und Solisten. Damit spannt sich ein Arbeitsfeld auf, in welchem er von der kleinen Jazzband bis zum Symphonieorchester und von der Soloperformance bis zum multimedialen Musiktheater mit unzähligen Klangkörpern und Künstlern als Interpreten und Partner seiner musikalischen Erfindungen kooperiert.

Neben zahlreichen Gastdirigaten arbeitete Muthspiel als Dirigent in mehrjährigen Zyklen mit dem Orchester „recreation“ Graz, dem Münchener Kammerorchester, der Camerata Salzburg, dem Festivalorchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele und, als „artistic partner“, mit dem Wiener Ensemble „die reihe“. Kompositionsaufträge erhielt er unter anderem von der ARD, der Staatsoper Hannover, dem Wiener Musikverein, dem “Siemens Arts Program”, dem Klangforum Wien, dem Radio Symphonie Orchester Wien, der Philharmonie Essen, der Ruhrtriennale, dem Stuttgarter Kammerorchester, der Kurt-Weill-Foundation, dem Wiener Konzerthaus oder dem Brucknerhaus Linz. Seine Werkliste umfasst neben den zahllosen Kompositionen für seine Jazzensembles Konzerte für Soloinstrumente und Orchester, Ensemble- und Chormusik, Kammermusik sowie Musiktheaterwerke und Theater/Tanztheaterkompositionen.

Solisten wie Angelika Kirchschlager, Gautier Capuçon, Håkan Hardenberger, Benjamin Schmid oder Clemens Hagen interpretierten seine Kompositionen. Seit Herbst 2017 sind sämtliche Kennungen und Signations des Radiosenders Ö1 von Christian Muthspiel komponiert und produziert.

Als Jazzmusiker gründete und leitete er eine Vielzahl langfristig agierender Bands und Ensembles, darunter das Duo mit Steve Swallow, das Quartett mit Swallow, Matthieu Michel und Franck Tortiller, die „Yodel Group“, u.a. mit Bobby Previte und Jerome Harris, sowie großbesetzte Bands wie „Motley Mothertongue“ und „Octet Ost“, u.a. mit Tomasz Stanko und Wladimir Tarasov.

Über 20 Jahre konzertierte und produzierte er mit seinem Bruder Wolfgang, mit dem er nach wie vor künstlerisch kooperiert, im Duo „Muthspiel & Muthspiel“. Von 1995 bis 2004 war Christian Muthspiel Mitglied des „Vienna Art Orchestra“. Seine Ernst-Jandl-Soloperformance „für und mit ernst“ war bislang über 100 Mal live zu sehen und wurde u.a. von ARTE und Universal produziert.

An die 30 CDs mit diesen und weiteren Ensembles unter eigenem Namen sind u.a. auf den Labels „ACT“, „Universal Music“, „material records“ und „in+out records“ erschienen. Als neue Facette begann 2006 eine Serie von bislang über 20 Ausstellungen, in welchen Christian Muthspiel seine jahrelang „geheim” gemalten „Fenster.Bilder“ und Teile seiner zyklischen Fotoarbeiten öffentlich zeigt.

An Auszeichnungen erhielt er u. a. den Österreichischen und den Niederösterreichischen Würdigungspreis für Musik (beide 2006) und den Hans-Koller-Preis als „Musician of the Year“ 2007. „Artist in Residence“ war Muthspiel am Brucknerhaus Linz, am Festspielhaus St. Pölten sowie zwei Mal, einmal als Komponist und einmal als Maler, am „Montalvo Arts Center“ in Kalifornien.