Musicbanda Franui und der Chor des Bayrischen Rundfunks

Wohin ich geh'

Chor des Bayerischen Rundfunks

Musicbanda Franui

Leitung Howard Arman


Die Musicbanda Franui und der Chor des Bayerischen Rundfunks treffen erstmals aufeinander. Was sie vereint? Die Musik von Gustav Mahler. Während Franui die volksmusikalischen Inspirationsquellen Mahlers freilegt und großbesetzte Orchesterlieder auf eine Pocket-Version herunterbricht, ist der Chor des Bayerischen Rundfunks insbesondere in dessen großformatiger, symphonischer Musik zu Hause. Gemeinsam werden die beiden Ensembles in Bearbeitungen bzw. „Nachkompositionen“ von Markus Kraler / Andreas Schett und Howard Arman Gustav Mahlers Musik neu beleuchten – ihr Vor- und Nachleben inbegriffen. Beginnend bei den Einflüssen, die den jungen Mahler geprägt haben (etwa die Lieder von Carl Loewe), führt der Abend über Mahlers „Wunderhorn-Lieder“ und seinem in Toblach entstandenen Meisterwerk „Das Lied von der Erde“ bis hin zu Wienerliedern des 20. Jahrhunderts und dem von Erich Wolfgang Korngold geprägten Filmsound Hollywoods. Hier wie dort blitzen – immer und immer wieder – Mahler’sche Tonfälle auf …

Der Lebensweg Gustav Mahlers verläuft mit einem Mal bis in unsere Tage hinein: „Wohin ich geh’?“, heißt es am Ende des „Liedes von der Erde“, „ich geh’, ich wand’re in die Berge. Ich suche Ruhe für mein einsam Herz.“

Di 14. Jul
19:30 Uhr → Festspielhaus

Chor des Bayerischen Rundfunks

Musicbanda Franui

Howard Arman

Leitung


Chor des Bayerischen Rundfunks

Aufgrund seiner besonderen klanglichen Homogenität und der stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken, vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt der Chor des Bayerischen Rundfunks höchstes Ansehen in aller Welt. Gastspiele führten ihn nach Japan sowie zu den Festivals in Luzern und Salzburg. Europäische Spitzenorchester, darunter die Berliner Philharmoniker und die Sächsische Staatskapelle Dresden, aber auch Originalklangensembles wie Concerto Köln oder die Akademie für Alte Musik Berlin schätzen die Zusammenarbeit mit dem BR-Chor. In jüngster Vergangenheit konzertierte der Chor mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Bernard Haitink, Daniel Harding, Riccardo Muti, Riccardo Chailly, Thomas Hengelbrock, Robin Ticciati und Christian Thielemann.

Der künstlerische Aufschwung des 1946 gegründeten Chores verlief in enger Verbindung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Seit 2003 ist Mariss Jansons Chefdirigent beider Klangkörper. Daneben wurde Howard Arman 2016 zum Künstlerischen Leiter des Chores berufen. Wie sein Vorgänger Peter Dijkstra pflegt Arman die große künstlerische Bandbreite des Chores und intensiviert sie in den Spezialgebieten der alten und neuesten Musik.

In den Reihen musica viva (BR-Symphonieorchester) und Paradisi gloria (Münchner Rundfunkorchester) sowie in den eigenen Abonnementkonzerten profiliert sich der Chor regelmäßig mit Uraufführungen.

Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche hochrangige Preise, so wurde die DVD-Edition von Bachs „Johannes-Passion“ vom Preis der deutschen Schallplattenkritik in die Bestenliste 2/2017 aufgenommen und die CD mit Mahlers Dritter Symphonie unter der Leitung von Iván Fischer 2018 als „Audiophile Mehrkanaleinspielung des Jahres“ mit einem OPUS KLASSIK ausgezeichnet.



Musicbanda Franui

Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Das Wort ist rätoromanischen Ursprungs und verweist auf die geografische Nähe Innervillgratens zum ladinischen Sprachraum in den Dolomiten. Die Musicbanda gleichen Namens spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und ist bei vielen Festivals und Konzertveranstaltern zu Gast (u.a. Wiener Konzerthaus, Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele, Stiftung Mozarteum Salzburg, Tiroler Festspiele Erl, Bregenzer Festspiele, Ruhrtriennale, Radialsystem V Berlin, KunstFestSpiele Herrenhausen, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Schauspielhaus Hamburg, Philharmonie Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie und Grand Théatre Luxemburg, Les Nuits de Fourvière Lyon, Holland Festival). Franui wurden mit ihren Aneignungen der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler bekannt. Dabei versteht sich das Ensemble als „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“; manches Mal wird die klassische Vorlage in all ihrer Schönheit liebevoll zelebriert, manches Mal vom Kopf auf die Füße gestellt (oder umgekehrt), skelettiert, angereichert, übermalt, weitergedacht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Interpretation, Improvisation, Arrangement und (Re-)Komposition. Bei ihren Konzerten und Musiktheaterproduktionen verbünden sie sich häufig mit herausragenden Bühnenpartnern, u.a. mit dem Sänger Florian Boesch, dem Puppenspieler Nikolaus Habjan, dem Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger oder den Schauspielern Sven-Eric Bechtolf, Dörte Lyssewski und Peter Simonischek. Zum 20jährigen Bestehen des Ensembles sorgte ein Konzert auf der 2300 m hoch gelegenen Almwiese Franui für Furore, zu dem nach einer etwa 3-stündigen Wanderung an die 1500 Besucher kamen. Das Programm „Tanz Boden Stücke“ (feat. Wolfgang Mitterer) hatte 2014 bei der Stiftung Mozarteum in Salzburg Premiere und erschien im Februar 2016 unter dem Titel „Tanz! (Franz)“ auf CD. Bei der Mozartwoche 2017 folgte die Uraufführung von „ENNUI. Geht das immer so weiter?“ (mit Peter Simonischek), einer musiktheatralischen Annäherung an den MusikKosmos Wolfgang A. Mozarts. Im Wiener Konzerthaus steht Franui seit 2015 jährlich im Mittelpunkt des Festivals „Gemischter Satz“, bei dem Musik, Bildende Kunst, Literatur und Wein in einem neuen Zusammenspiel präsentiert werden. Die CDs von Franui erscheinen beim Label col legno und wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Pasticcio-Preis von Radio Ö1, Toblacher Komponierhäuschen).


Howard
Arman

Vielseitigkeit gehört zu den wichtigsten musikalischen Anliegen des in London geborenen Dirigenten, Chorleiters und Komponisten Howard Arman, der seit 2016 Künstlerischer Leiter des BR-Chores ist und seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat. So profiliert er sich in allen Epochen, Genres und Darbietungsformen der klassischen Musik: vom historisch informierten Barockkonzert über Chorsymphonik und Oper bis hin zu Jazzprogrammen und breitenwirksamen, selbst moderierten Mitsingkonzerten. Howard Arman ließ sich am Trinity College of Music in London ausbilden, bevor er zunächst mit renommierten englischen Ensembles kooperierte und schon bald seinen Wirkungskreis auf Europa ausweitete. In Deutschland arbeitete er mit den Chören des NDR, des SWR und des RIAS Berlin zusammen. Längerfristige künstlerische Bindungen ging er von 1983 bis 2000 beim Salzburger Bachchor sowie von 1998 bis 2013 als Künstlerischer Leiter des MDR Rundfunkchores Leipzig ein. Bereits 1995 trat Howard Arman erstmals bei den Salzburger Festspielen in Erscheinung. Neben seinem internationalen Wirken als Chor- und Orchesterdirigent leitete er vielbeachtete Produktionen an Opernhäusern in Deutschland, Österreich, Italien und in der Schweiz. Für die Neuformierung des Händelfestspielorchesters Halle anlässlich der Inszenierung von „Orlando“ wurde Howard Arman 1996 mit dem Händel-Preis geehrt. Von 2011 bis Juli 2016 war er Musikdirektor des Luzerner Theaters, wo er u.a. Mozarts „Le nozze di Figaro“, Bizets „Carmen „und Strauss’ „Ariadne“ ebenso wie das Tanztheater „Metamorphosen“ (mit eigenen Kompositionen) und die Uraufführung von Johannes Maria Stauds „Die Antilope“ leitete. Seine umfangreiche Diskographie enthält die mit Preisen geehrten Einspielungen von Rachmaninows „Großem Abend- und Morgenlob“ sowie Grauns „Der Tod Jesu“. Beim BR-Chor war Howard Arman seit 2002 immer wieder zu Gast und präsentierte Programme mit Mendelssohn-Psalmen, BachMotetten sowie das Mitsingkonzert cOHRwürmer, „Christmas Classics“ und die viel beachteten Aufführungen von Händels selten gespieltem „Occasional Oratorio“ (auf CD erhältlich).