RICHARD STRAUSS

Erntedank III

RICHARD STRAUSS (1864 – 1949)
„Don Quixote“ / symphonische Dichtung op. 35
„Ein Heldenleben“ / symphonische Dichtung op. 40

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Musikalische Leitung Erik Nielsen


Sechs Jahre arbeitete Richard Strauss an seiner symphonischen Dichtung „Don Quixote“, bevor sie schließlich am 8. März 1898 in Köln uraufgeführt wurde. Er konzipierte die groteske Geschichte mit einem Solo-Cello als Don Quixote und einer Viola, sowie tiefen Bläsern als Sancho Panza. Wer den „Don Quixote“ von Richard Strauss erlebt, hat ganz verschiedene Genres vor sich. Zum einen Variationen für Orchester, denn es gibt ein Thema, das in zehn stilistisch wechselnden Teilen immer neu verarbeitet wird. Zum anderen eine Symphonische Dichtung, weil literarische Geschichten, nämlich Don Quixotes Abenteuer, musikalisch umgesetzt werden. Und schließlich ein Instrumentalkonzert, weil vor dem Orchester ein Cellosolist agiert, der den Don Quixote verkörpert, dem zusätzlich noch eine Solo-Bratsche als Sancho Pansa zur Seite steht.

 

„Ein Heldenleben“ entstand ein Jahr nach „Don Quixote“, die „Aufnahme des Werks war sehr stürmisch“, wie Strauss seinem Vater aus Berlin berichtet,  wo er wenig zuvor das Amt des Ersten Kapellmeisters angetreten und soeben, am 22. März 1899, sein jüngstes Werk vorgestellt hatte, „ein paar Zeitungen sind wohlgesonnen, „die übrigen spucken Gift und Galle, hauptsächlich, weil sie aus der Analyse zu ersehen glaubten, dass mit den recht hässlich geschilderten ‚Nörglern und Widersachern’ sie selbst gemeint seien und der Held ich selbst sein soll, was letzteres jedoch nur teilweise zutrifft“. Sich selbst als „Held“ zu sehen, wie ihn das Werk mit weitausladender Gebärde anfangs vorstellt, hätte der (selbst-)ironische Strauss nur mit einem Schmunzeln vermocht. Mit dem „Heldenleben“ schließt sich im Schaffen von Richard Strauss ein Kreis, dessen innere Möglichkeiten – das zeigte schon die Problematik des „Don Quixote“ an – ausgeschöpft erschienen; rein äußerlich wird diese Abrundung auch durch den, im Vergleich zu allen anderen Tondichtungen für Strauss ungewöhnlichen, Schluss des Werkes: Endeten die vorhergehenden Tondichtungen (mit Ausnahme von Till Eulenspiegel) im verklingenden Pianissimo, so beschließt eine große Crescendo-Akkordfolge dieses Werk.

Sat 01. Oct
19:00 h → Festspiele

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Erik Nielsen

Musikalische Leitung


Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Musik wächst aus der Begeisterung eines über die Jahre zusammengewachsenen, motivierten und exzellent vorbereiteten Ensembles, das sich einen Ruf als eines der besten Wagnerorchester weltweit erarbeitet und die Tiroler Festspiele Erl international bekannt gemacht hat. 1999 formierte sich das Orchester der Tiroler Festspiele unter der Leitung von Gustav Kuhn, inzwischen spielen Musiker*innen aus 20 Nationen zusammen. Junge Spitzentalente, Musiker*innen aus großen internationalen Orchestern, Kammermusikspezialist*innen und Dozent*innen kommen so jährlich im Sommer und Winter, seit 2017 auch im Herbst und an Ostern im Rahmen der Tiroler Festspiele Erl zusammen. Zum Repertoire des Klangkörpers gehören neben den zehn großen Musikdramen Richard Wagners und Opern von Strauss, Mozart, Beethoven, Verdi und Rossini auch die Symphonien Beethovens und viele weitere zentrale Werke des Konzertrepertoires sowie zeitgenössische Werke und Uraufführungen. Seit der Sommersaison 2022 ist Erik Nielsen Chefdirigent des Orchesters der Tiroler Festspiele Erl.


Erik
Nielsen

Erik Nielsen ist mit der Saison 2022 neuer Chefdirigent der Tiroler Festspiele Erl, wo er den gesamten „Ring des Nibelungen“ leitet und bereits für „Le postillon de Lonjumeau“ sowie diverse Konzerte am Pult stand. Seit 2015 ist er Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bilbao, dessen 100. Spielzeit mit der Saison 2021/22 gefeiert wird. Von 2016 bis 2018 war Erik NIelsen Musikdirektor des Theaters Basel, auch mit der Oper Frankfurt verbindet ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. Zu seinen jüngsten Engagements zählen die Uraufführung von Manfred Trojahns „Eurydice - Die Liebenden blind“ an der Dutch National Opera, Křeneks „Karl V.“ an der Bayerischen Staatsoper, „Oedipus Rex“, „Il prigioniero“ und „Pelléas et Mélisande“ an der Semperoper Dresden, „Peter Grimes“ und Trojahns „Orest“ am Opernhaus Zürich, „Billy Budd“ und Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ sowie „Norma“ an der Oper Frankfurt, Usandizagas „Mendi Mendiyan“, Bachs „Johannes-Passion“ und „Salome“ in Bilbao sowie „The Rake’s Progress“ in Budapest. Künftige Planungen umfassen u.a. „Rusalka“ an der Semperoper Dresden und „Salome“ am Opernhaus Zürich. Konzerte führten Erik Nielsen u.a. nach Oslo, Manchester, Stockholm, Madrid, Straßburg, Lissaon, Basel, zum Aspen Music Festival und zum Interlochen Center for the Arts. Nach dem Studium von Harfe, Oboe und Dirigieren in New York und Philadelphia war er als Harfenist Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.