Neuigkeiten

29. July. 2020
"Ohne Publikum geht es nicht!" Im Gespräch mit Liviu Holender

09. July. 2020
Präsentation der Winterfestspiele 2020/2021 im Festspielhaus Erl!

06. July. 2020
Kulturreigen in Erl - der andere Sommer im Festspielhaus

03. June. 2020
Persönliche Worte von Julia Malischnig

06. May. 2020
Telefonische Öffnungszeiten des Kartenbüros

14. April. 2020
Oper für alle: die neuen Preise der Tiroler Festspiele Erl

01. April. 2020
FAQ - Tickets für die Sommer-festspiele 2020

31. March. 2020
Absage der Sommerfestspiele 2020

10. March. 2020
Absage der Klaviertage

26. February. 2020
Die Künstlerin hinter den Motiven: Melanie Siegel

25. February. 2020
TV-Tipp: "Kultour mit Holender: Erl - Festspiele in den Alpen"

20. February. 2020
Beethoven-Spezial, Trio-Pass & mehr: Entdecken Sie die Abos der Tiroler Festspiele Erl

02. January. 2020
Generalver-sammlung beschließt die Einrichtung eines Aufsichtsrates

10. December. 2019
Pausen- & Endzeiten der Winter-Festspiele

05. December. 2019
Umbesetzung: Dörte Lyssewski springt für Dagmar Manzel in "Dort ist das Glück" ein

21. November. 2019
Präsentation der Sommer-Festspiele 2020

17. November. 2019
Rusalka: von Elfen, Nixen und Wassermännern

22. October. 2019
Entdecken Sie die Vielfalt der Tiroler Festspiele Erl mit dem Trio-Pass

21. October. 2019
TV-TIPP: "Heimatleuchten: Rund um Kufstein"

18. October. 2019
Programm des Silvester-konzertes

04. October. 2019
Verlosung: Erntedank

30. September. 2019
ORF III überträgt "Die Vögel" der Sommer-Festspiele 2019

07. September. 2019
"Musik, Oper und Literarisches als Trost-Spender"

01. July. 2019
Tiroler Festspiele Erl & Ticket Gretchen

18. June. 2019
Leokino Innsbruck zeigt Hitchcocks "Die Vögel" in Zusammenarbeit mit den Tiroler Festspielen Erl

21. March. 2019
Tiroler Festspiele Erl starten Kinder- und Jugendvermittlungsprogramm "Junges Festspielhaus"

18. March. 2019
Klavier & Cuvée im Festspielhaus Erl

29. July. 2020

"Ohne Publikum geht es nicht!" Im Gespräch mit Liviu Holender

Der österreichische Bariton Liviu Holender ist dem Erler Publikum seit dem Silvesterkonzert 2019 in bester Erinnerung. Für die Zeit der Corona-bedingten Isolation entschied er sich, sein Pariser Domizil und seine dort lebende Partnerin vorübergehend zu verlassen, um diese schwierige Phase  in Wien in seinem Elternhaus mit Mutter und Vater zu verbringen. Wir haben uns mit ihm über diese besondere Situation unterhalten. 

In Wien nutzte er u.a. die Zeit quasi als Sabbatical Year, indem er endlich die Zeit fand, sich mit grundlegender gesangstechnischer Arbeit zu beschäftigen, neues Repertoire auszuprobieren oder kommende Partien in Ruhe vorzubereiten. Liviu Holenders Können ist ohnehin vielseitig, er studierte neben Jura sowohl Klavier als auch Klarinette und natürlich Gesang. Er war Ensemblemitglied am Münchner Gärtnerplatztheater, steht seit der letzten Saison bei der Oper Frankfurt unter Vertrag und hätte – ohne Covid-19 – im Juni 2002 unter Zubin Mehta sein Debüt an der Mailänder Scala als Silvano in „Un ballo in maschera“ gegeben.

 

Was macht ein normalerweise vielbeschäftigter Künstler in Corona-Zeiten? Wie übersteht man eine Zeit ohne Auftritte, ohne Publikum? Für Liviu Holender steht fest, dass ein Künstler das Publikum braucht, genauso wie das Publikum Künstler braucht. Es ist ein gegenseitiger Energieaustausch, beide Seiten bereichern und inspirieren sich. Er ist davon überzeugt, dass man „das Einmalige des live-Erlebnisses nicht durch Live-Streams simulieren kann.“ Darüber hinaus sei streamen eine gute Erfindung, um ein breites Publikum zu erreichen, neugierig zu machen, vielleicht ein neues Publikum für Opern zu gewinnen – aber „ein Ersatz kann es niemals werden, zumal neben dem bereits angesprochenen Live-Austausch auch die Größe und Projektion des Stimmklangs eine wesentliche Bedeutung hat, die beim Streaming komplett fehlt“. Darüber hinaus könne sich dabei auch noch der Gedanke einschleichen, dass Kunst kostenlos sei. Eine Befürchtung, die von vielen Kunstschaffenden geteilt wird.

 

Liviu Holender hat in vielen Opernhäusern zahlreiche Partien gesungen, darunter Leone („Tamerlano“), Steuermann („Tristan und Isolde“), Moralès/Dancaïro („Carmen“), Masetto („Don Giovanni“) oder Marullo („Rigoletto“) und überzeugt das Publikum auch auf dem Konzertpodium mit seinen Liederabenden. Was die Tiroler Festspiele Erl betrifft, so dürfen sich die Gäste der Winterfestspiele auf ihn freuen: Er gastiert erneut beim Silvesterkonzert, das in diesem Jahr den Operettenmelodien Leo Falls gewidmet ist, darüber hinaus wird er in Donizettis „Don Pasquale“ den Dottor Malatesta singen.  Auch wenn er nicht glaubt, dass Covid-19 die Kulturwelt groß verändern wird, vermutet er doch, dass es Zeit brauchen wird, bis sich wieder ein großes Publikum auf kleinem Raum nebeneinander zu sitzen traut. Als weitere Folge der Pandemie glaubt er auch, dass der Kampf um die Rollen ein größerer sein wird. Einen positiven Aspekt kann er der Krise jedoch auch abgewinnen: „Vor allem freie Sänger sind näher zusammengerückt, sie haben ein gemeinsames Bewusstsein im Kampf für die Kultur entwickelt und sprechen gemeinsam mit Theaterleitern und politischen Vertretern Probleme an.“ Und wie hält er sich fit in dieser Zeit des social distancing? Durch körperliche und geistige Bewegung, z.B. Gartenarbeit und Schach, durch intensive Gesangsübungen, die Arbeit an seiner Doktorarbeit – und durch die Hoffnung, bald wieder mit seinen Kollegen zu musizieren.